Wirtschaftsmesse der HAK/S Traun: Wenn Klassenzimmer zu tollen Showrooms werden
TRAUN. Eine Badewanne im Klassenzimmer, Kinosessel mit Popcorn und plötzlich steht ein Mercedes vor der Tür: In der HAK/S Traun wurde Wirtschaft nicht erklärt, sondern inszeniert – und zehn Klassen kämpften bei der alle zwei Jahre stattfindenden Wirtschaftsmesse um den besten Auftritt.

„And the winners are …“ Mit diesen Worten leitete die Jury die Preisverleihung der mittlerweile dritten Wirtschaftsmesse an der HAK/S Traun ein. Zehn Klassen des zweiten und dritten Jahrgangs hatten in den vergangenen Monaten jeweils ein Partnerunternehmen unter die Lupe genommen – und dieses bei der Messe auf möglichst überzeugende Weise präsentiert. Gewinnen wollte jede.
Regionale Wirtschaft an Bord
Mit dabei waren unter anderem die EBNER Industrieofenbau GmbH, das Oberösterreichische Rote Kreuz (Ortsstelle Traun samt Jugendrotkreuz), die Logistik Service GmbH, Cineplexx, KPMG Austria GmbH, die Onyx Gastro GmbH, Peek & Cloppenburg, die Toferer Autohandel und Service GmbH sowie die VELVETY MANUFAKTUR GMBH. Unterstützung kam zudem von Jump Dome, Hollywood Megaplexx und Jysk.
Semester für großen Auftritt
Das Besondere: Nicht die Unternehmen selbst standen im Mittelpunkt, sondern die Schüler. Im Rahmen des Projektmanagement-Unterrichts recherchierten sie zunächst mögliche Betriebe, formulierten Anfragen, nahmen Kontakt auf, organisierten Termine und besuchten die Firmen. „Da müssen sie einmal überlegen, wie schreibt man eigentlich ein E-Mail? Wie telefoniert man? Wie organisiert man Teams-Konferenzen?“, erklärt Direktorin Beate Schmölzer-Kroiß. Über ein ganzes Semester hinweg arbeiteten die Klassen an ihren Konzepten, sichteten Material und entwickelten daraus individuelle Messeauftritte.
Kreativität entscheidet
Am Messetag verwandelten sich die Klassenzimmer in Showrooms mit viel Fantasie: Sanitäter versorgten „Verletzte“, es gab Barfeeling mit Cocktailbar, eine Modeschau, Kinositze samt Popcorn – und eben auch eine Badewanne als Blickfang. Entscheidend waren laut Jury neben inhaltlicher Aufbereitung vor allem Kreativität, Präsentation, Buffet und Gewinnspiel. Bewertet wurden nicht nur Faktenwissen, sondern auch Auftritt, Teamarbeit und Einfallsreichtum. „Es war keine leichte Entscheidung, es ging um Nuancen“, hieß es aus dem Gremium der Jury, dem Vertreter von Wirtschafts- sowie Arbeiterkammer und Christian Koblmüller, ein früherer Lehrer sowie Initiator des Formats angehörten. Sogar Trauns Bürgermeister Karl-Heinz Koll ließ es sich nicht nehmen, die Präsentationen der Schüler zu bewerten. Den dritten Platz sicherte sich die Klasse mit der Präsentation von LogServ, Platz zwei ging an das Rote Kreuz – besonders hervorgehoben wurde hier die Teamarbeit. Der erste Platz ging an die Gruppe rund um Ebner Industrieofenbau: Sie überzeugte mit überraschenden Elementen und einer inszenierten Wohnzimmeratmosphäre.
Praxis statt nur Planspiel
Für die Direktorin ist der Praxisbezug der Kern des Projekts. Man wolle wirtschaftliche Zusammenhänge „begreifbar oder erlebbar“ machen. Wenn bei Matura-Abschlussgesprächen plötzlich wieder die Namen der Betriebe fallen und Inhalte aus Betriebswirtschaft oder Rechnungswesen verständlicher werden, zeige sich der nachhaltige Effekt. Der Vormittag endete mit Applaus, Erleichterung – und wohl auch mit dem einen oder anderen Gedanken daran, wie Wirtschaft aussehen kann, wenn man sie nicht nur lernt, sondern gestaltet.


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