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St. Mariens Bürgermeister Helmut Templ: "Wir konzentrieren uns auf die Infrastruktur"

Laura Voggeneder, 12.06.2019 16:15

ST. MARIEN. Als Wohngemeinde mit einem großen Straßennetz und drei Ortszentren hat St. Marien mit vielen Herausforderungen zu kämpfen. Tips hat im Rahmen der Ortsreportage St. Marien mit Bürgermeister Helmut Templ gesprochen.

Helmut Templ ist seit langer Zeit in der Kommunalpolitik tätig. Foto: Lukas Leitner
  1 / 5   Helmut Templ ist seit langer Zeit in der Kommunalpolitik tätig. Foto: Lukas Leitner

Tips: Sie mussten wegen der „Gemeindefinanzierung NEU“ viele freiwillige Leistungen streichen. Wie geht es der Gemeinde damit?

Helmut Templ: Wegen der geringen Finanzkraft muss St. Marien alle 25 Härteausgleichskriterien erfüllen. Nur so gewährt das Land Mittel aus dem Härteausgleisfonds und ermöglicht ein Budget ohne Defizit. Ohne die Mittel aus der Verteilung 2 gäbe es Stillstand. Nur so können wir für Projekte ansparen. Mit Autonomie hat das meiner Meinung nach nichts mehr zu tun. Wir mussten bei wichtigen Bereichen und Maßnahmen einsparen.

Tips: Wie reagieren die Bürger?

Templ: Unser nächstes – und einziges großes – Projekt ist das neue Feuerwehrhaus in Weichstetten. Sonst bleibt nicht viel übrig und wir müssen bei vielen Wünschen, etwa beim Tennis, um Geduld bitten, was viele Ehrenamtliche unzufrieden macht. Die Bürger wissen aber, dass wir das nicht willkürlich machen, sondern die Kürzungen vom Land vorgeschrieben bekommen.

Tips: Welche Herausforderungen bringt das mit sich?

Templ: Sorge macht mir die Instandhaltung der Gemeindestraßen. Dafür stehen uns jährlich nur noch 25.000 Euro zur Verfügung. Wir wollen den Lebensstandard halten. Der Bürger erwartet sich eine funktionierende Infrastruktur. Bei unserem 100 Kilometer großen Straßennetz ist das eine Herausforderung. Bei Schulen und Kindergärten sind wir am neuesten Stand. Dass wir die offene Jugendarbeit streichen mussten, schmerzt. In Nöstlbach merken wir, dass die Jugendlichen unzufrieden sind.

Tips: Bemühen Sie sich um Betriebsansiedelungen?

Templ: Ja, es gibt Anfragen, aber keine passenden Gründe. Ich bezweifle ja, ob neue Betriebe der richtige Ansatz sind, denn sie sorgen für Bodenversiegelung und Verkehr, aber die Kommunalsteuer ist der einzige Hebel, den wir betätigen können.

Tips: Wann kommt das „Park-and-Ride“ am Bahnhof?

Templ: Es gibt einen klaren Auftrag, dass wir die P+R-Anlage bauen. Wir befinden uns in Gesprächen mit den ÖBB.

Tips: Wann wird das Feuerwehrhaus in Weichstetten gebaut?

Templ: Da sind wir auch in der Planung, noch heuer soll zu bauen begonnen werden. Die Landespolitik hat das Projekt abgesegnet und es gibt auch einen ersten Entwurf. Das alte Haus ist nicht mehr zeitgemäß. Das neue Haus wird an einem neuen Standort stehen.


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