Baumberger: „Brauchen die neue Umfahrung Haid dringend“
ANSFELDEN. Mit über 18.000 Einwohnern ist Ansfelden die drittgrößte Stadt im Bezirk Linz-Land und zählt nicht was die Bevölkerung betrifft, sondern vor allem die wirtschaftliche Entwicklung zu den prosperierendsten Gemeinden des Zentralraumes. Die Corona-Krise geht aber auch an Ansfelden nicht spurlos vorüber. Über die aktuelle Situation und anstehende Großprojekte hat Tips den amtierenden Bürgermeister Manfred Baumberger zum Gespräch gebeten.

„Leider entwickelt sich auch die Zahl der positiv getesteten Personen bei uns in keine gute Richtung. Der Krisenstab unter meiner Führung tagt täglich, trifft wichtige Entscheidungen und bewertet die Lage jeden Tag neu“, so Manfred Baumberger. Doch nicht nur die gesundheitlichen, sondern auch die wirtschaftlichen Auswirkungen sind zu spüren: „Wir sind mit unseren Betrieben breit aufgestellt. Der Handel hat heuer trotz der Schließungen das beste Geschäft seit 20 Jahren gemacht. Bei den Kommunalsteuern haben wir daher auch kaum Einbußen. Was sich aber natürlich auf die Finanzen auswirkt, sind die Einbußen bei den Bundesertragsanteilen, die um ca. 13 Prozent weniger sind. Da sind die Mittel einfach zu wenig, da braucht es eine weitere Milliarde für die Gemeinden.“
Erlebnis-Freibad soll 2021 fertig sein
Laufende Projekte können aber fertiggestellt werden. „Das neue Erlebnis-Freibad und der Kindergarten Haidpark werden 2021 fertig. Wir haben Rücklagen, deswegen geht sich das aus“, erklärt der SPÖ-Bürgermeister. Mit der Infrastruktur sind wir auch für die nächsten Jahre gut gerüstet, vor allem bei der Kinderbetreuung sind wir gut aufgestellt.“ Sorgenkinder seien eher die geplanten Verkehrsprojekte, wie die neue Umfahrung Haid: „Da braucht es wirklich eine rasche Realisierung. Eigentlich wäre der Spatenstich für das kommende Jahr geplant gewesen. Ich befürchte aber, dass sich das noch verzögert.“
Verkehrskonzept mit Bürgerbeteiligung
Derzeit sei man mitten drin, ein Verkehrskonzept zu erstellen, bei dem auch die Bürger miteingebunden werden. „Wir sprechen hier von einem Konzept, welches rund 300.000 Euro kosten wird und für die nächsten 20 Jahre die Möglichkeiten des Verkehrsflusses in und um unsere Stadt betrachten wird. Da müssen unsere Gemeindebürger unbedingt mitreden dürfen“, lädt Bürgermeister Baumberger die Bevölkerung zum Mitmachen ein. „Nur die Leute vor Ort wissen genau, wann, wo und welche Fahrzeuge und Fußgänger sich in ihrem Bereich bewegen. Es gibt ja bereits sehr viele innovative Ideen, wie z.B. Einbahnregelungen, Zonenbeschränkungen, Fahrverbote u.ä. – vieles davon ließe sich völlig ohne Kosten umsetzen – wichtig dabei ist aber immer eine gesamtheitliche Betrachtung!“
Der Gemeinderat hat nun das Vergabeverfahren für ein Verkehrskonzept in Auftrag gegeben. Dabei wurden in mehreren Arbeitssitzungen mit allen Fraktionen die Eckpfeiler abgesteckt. „Das schaffen wir als Stadt nicht allein“, so Baumberger. Im kommenden Jahr soll dann der Auftrag erteilt werden. Neben dem Kerngebiet Haid sollen auch alle anderen Stadtteile betrachtet werden und in weiterer Folge auch die Umlandgemeinden insbesondere Pucking, Neuhofen, Traun, St. Marien, St. Florian sowie Linz beigezogen werden. „Wir brauchen diese neue Umfahrung dringend, erst dann kann auch die Erweiterung der Straßenbahn in Angriff genommen werden. Das ist für die Lebensqualität, die Wirtschaft und auch für das Klima relevant.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden