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Leserbrief zum Thema Google in Kronstorf, Amazon in Enns

Norbert Mottas, 10.03.2026 16:05

ENNS/KRONSTORF.  In einem Leserbrief vertritt Hans Peter Schausberger die Ansicht, Google in Kronstorf gefährde den Fluss Enns und Amazon die Stadt Enns.

 (Foto: mott)
(Foto: mott)

Allein die Bodenversiegelung ist dramatisch. Wertvolle Ackerflächen werden zubetoniert. Politiker sprechen häufig vom Klima- und Umweltschutz, vom Schutz der Flüsse sowie von gesunden Städten. Gleichzeitig wird eine Google-Serverfarm gebaut, die ein Gigawatt Strom benötigt. Bereits jetzt ist eine doppelt so große Anlage geplant, die etwa zwei Gigawatt Strom verbrauchen könnte.

Ein Gigawatt Strom reicht durchschnittlich für etwa drei Millionen Haushalte, zwei Gigawatt für rund sechs Millionen Haushalte. Weltweit führen große Serverfarmen zunehmend zu erheblichen Energieproblemen. Solche Google-Datenzentren sollen große Mengen privater und öffentlicher Daten speichern, auch aus Österreich und Teilen Osteuropas. Kritiker sehen darin ein sicherheitspolitisches Risiko für demokratische Strukturen.

Besonders umstritten ist der geplante Standort nahe der Enns. Kritiker sprechen von einem schweren Eingriff in Umwelt und Natur. Serverfarmen benötigen große Mengen Kühlwasser, um eine Überhitzung der Anlagen zu verhindern. Der Hitzestau in den Flüssen im Bezirk Linz-Land ist laut Landesrat Stefan Kaineder bereits jetzt problematisch. Befürchtet wird, dass die Enns ab Kronstorf durch das Projekt zusätzlich belastet werden könnte.

Auch Auswirkungen auf die Tierwelt werden diskutiert. Kritiker warnen, dass Flora und Fauna im Fluss beeinträchtigt werden könnten. Fischarten wie Huchen, Zander und Forelle könnten in diesem Abschnitt des Flusses unter Druck geraten.

Neben dem Datenzentrum sorgt auch ein weiteres Großprojekt für Diskussionen. Das geplante Amazon-Lager im Ennshafen könnte täglich tausende Zu- und Abfahrten verursachen. Schon jetzt gilt die Verkehrssituation auf den Umfahrungen B1 und B309 als angespannt.

Anwohner berichten, dass Ausweichverkehr durch Wohngebiete führe, unter anderem durch den Bereich der Zeltwegstraße und die Stadtgärten im Ortsteil Reintal. Trotz Tempo-30-Zone werde dort häufig deutlich schneller gefahren. Familien, Kinder sowie Besucher des Spielplatzes und des Erholungsgebiets am Ennsufer sehen dadurch ihre Sicherheit gefährdet.

Viele Bewohner im Raum Enns und Kronstorf fordern daher eine stärkere Berücksichtigung von Natur-, Umwelt- und Anwohnerschutz bei zukünftigen Entscheidungen.

Hans Peter Schausberger, Enns

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