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Enns benennt Schicker-Straße in Friedmann-Straße um

Norbert Mottas, 30.03.2026 11:30

ENNS. Dem Nazi-Verbrecher Josef Schicker wurde die Ehrenbürgerschaft der Stadt Enns aberkannt. Die nach ihm benannte Straße wird künftig nach dem Ehepaar Barbara und Ignaz Friedmann benannt.

Vor der Sitzung (Foto: privat)
Vor der Sitzung (Foto: privat)

Der Gemeinderat der Stadt Enns hatt in seiner Sitzung in Dezember 2025 beschlossen, Josef Schicker die Ehrenbürgerschaft abzuerkennen. Nachgewiesen wurde seine aktive Mitwirkung an nationalsozialistischen Verbrechen, unter anderem an der sogenannten „Aktion T4“ und an Zwangssterilisationen. In diesem Zusammenhang wurde auch empfohlen, die nach ihm benannte Straße umzubenennen.

In der Sitzung vom 26. März 2026 entschied der Gemeinderat einstimmig, die Straße künftig nach dem Ehepaar Barbara und Ignaz Friedmann zu benennen. Die beiden haben im Frühjahr 1945 den KZ-Häftling David Hersch vor dem sicheren Tod gerettet. Sie fanden ihn völlig entkräftet nahe der Ennser Zuckerfabrik und versteckten ihn in ihrem Haus in Kristein – trotz größter Gefahr, da im selben Gebäude SS-Angehörige einquartiert waren.

Mithilfe eines befreundeten Polizisten gelang es, David an verschiedenen Orten zu verstecken, bis er im Mai 1945 die Befreiung erlebte. Nach Kriegsende bedankte sich Hersch bei seinen Rettern. Später wanderte er über Israel in die USA aus und gründete eine Familie. Sein Sohn Jack Hersch hat die Geschichte seines Vaters in einem Buch festgehalten, welches auch im Museum Lauriacum erhältlich ist. Er besucht Enns regelmäßig, um jungen Menschen die Geschichte der Friedmanns und ihres mutigen Handelns zu erzählen.

Der Blick der Stadt Enns richtet sich nun nicht mehr auf Täter, sondern auf jene, die Leid ertragen oder Menschlichkeit bewiesen haben. Dies sollen auch die Straßenbezeichnungen im Stadtgebiet widerspiegeln.


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