Andy Lee Lang im Interview: „Ein Konzert ist einfach ein Fest für die Sinne“
LINZ. Andy Lee Lang steht seit Jahrzehnten für rockige Weihnachten, sein neues Weihnachtsalbum: „Christmasville USA“. Am 8. Dezember bringt er seine Rockin“ Christmas-Show ins Brucknerhaus. Tips hat sich mit dem“Botschafter des Rock“n“Roll“unterhalten und verlost Freikartenfür das Konzert.

Tips:Ihr neues ist bereits Ihr viertes Weihnachtsalbum. Sind Sie ein großer Weihnachtsfan?
Lang: Logischerweise – mit Weihnachten verbindet man die schönsten Erinnerungen. Musikalisch wares so, dass ich Rockin“ Christmasin Österreich eigentlich erfunden habe. Ich war 1992 in den Staaten und hab gesehen: Aha, das geht auch so. Mittlerweile ist es auch bei uns schon Tradition. Das schönste Kompliment, das ich immer bekomme, ist: Weihnachten ohne Andy Lee Lang ist kein Weihnachten. Man redet ja von der besinnlichen Weihnachtszeit, die ja in Wahrheit eine Stresszeit ist – zumindest vor Weihnachten – und ich gönne den Leuten in meinen Shows dann doch zweieinhalb Stunden, wo sie fröhlich sein können.
Tips:Was sind Ihre persönlichen Erinnerungen, wie feiern Sie?
Lang: Nach wie vor mit meinen Eltern, bei der Familie. Als Kind war da natürlich immer der große Christbaum, leuchtende Augen. Als ich dann Klavier gelernt habe, musste ich die ersten Weihnachtslieder vor der Familie spielen. Am Anfang ist man stolz, dann geht“s einem auf den Wecker (lacht).
Tips:21 Songs sind auf dem Album, vor allem unbekannte Sachen.
Lang: Genau, bis auf drei Klassiker. Das war der Weg heuer: Songs zunehmen, die man nicht kennt, aber in die man hineinkippen kann. Ich habe mich auch wieder auf meinen Hintern gesetzt und zwei Songs selber geschrieben. Ich bin ja eher ein reproduzierender Künstler, bearbeite die Sachen. „Driving Home for Christmas“ haben wir zum Beispiel auf Bigband und Swing gemacht.
Tips:Haben Sie auf der Platte einLieblingsweihnachtslied?
Lang: Für mich einer der schönsten Titel, über den ich mich drüber getraut habe, ist „O Holy Night“. Ich glaube, diesen Titel singt man nur, wenn man stimmlich gefestigt ist. Für mich eines der schwersten und schönsten Weihnachtslieder. Das ist so ein Song wo ich sage: OK, hab was erlebt, dann darfst du ihn singen.
Tips:Es gibt ja unzählige Weihnachtslieder. Wie schwer war denn die Auswahl für Ihr Album?
Lang: Eigentlich ziemlich easy, jeder Mensch hat ja so seinen kleinen Dachschaden, und ich bin ja nach wie vor so ein Sammler. Mir blutet immer das Herz wenn ich sehe, wohin sich die Zeit entwickelt. Ich habe noch LPs miterlebt und dann den Umstieg auf die CD. Das war noch ein Sammelobjekt, mittlerweile hast du die Musik am Handy. Irgendwie schade, weil wenn ich einen jungen Menschen in 40 Jahren frage: Was hast du mit 16 gehört, wird er es nicht mehr wissen. Ich hab meine erste Single immer noch zuhause stehen: Patrick Hernandez: „Born to Be Alive“. Es ist halt ein Zeichen unserer schnelllebigen Zeit. Bei der Auswahl für ein Album sitz ich dann vor einem riesigen Berg an CDs, und die hat sich sehr bald herauskristallisiert. Für mich ist ein Album wie eine Show – es muss Abwechslung drinnen sein, Höhen und Tiefen haben. Dann hatten wir 20 Songs und es kam Hans Theessink als Duettpartner für einen Bonustrack dazu. Das ist auch eine Vorliebe von mir: In Amerika ist das sehr sehr viel gebräuchlicher, Leute einzuladen. Bei uns ist das immer noch viel zu sparsam, es könnte vielmehr passieren in der Musikszene, wenn man mehr miteinander machen würde.
Tips:Wie war die Zusammenarbeit mit Hans Theessink?
Lang: Ich kenne Hans jetzt schon viele Jahre. Für mich ist die Persönlichkeit, das Mensch sein wichtig. Er war sofort dabei, ohne groß zu fragen, was er dafür bekommt. Damals war ein Album aufnehmen noch Geld machen, mittlerweile ist es nur mehr Promotiontool, großes Geld verdienen mit Tonträgern ist vorbei. Als ich meine erste Streaming-Abrechnung bekommen habe, hatte ich Tränen in den Augen. Da kannst du dir nicht mal mehr eine Wurstsemmel kaufen (lacht). Und das Schlimme ist, dass jetzt mit diesen Streamings wieder die Major-Labels verdienen.
Tips:Am 8. Dezember sind Sie im Brucknerhaus zu Gast ...
Lang: Ja, die Show ist neu, aber es gibt auch die Musts für die Fans. Unsere Klassiker wie „Rockin“ Around the Christmas Tree“, dann natürlich Songs vom neuen Album, und die klassische Rock“n“Roll-Show. Die Band „The Spirit“ ist eine hervorragende Showband. Ich habe sehr früh gelernt, dass man als Konzertgeher ein Konzert nicht nur hör tsondern auch sieht. Ein Konzert ist einfach ein Fest für die Sinne – die Gaumenfreuden fehlen halt bei mir (lacht). Ich freue mich aufs Brucknerhaus ganz besonders, ich war vor vielen Jahren im Brucknerhaus. Ich stehe alleine heuer 220 Tage auf der Bühne, da gibt“s so ein paar Meilensteine. Und das ist wirklich eine bleibende Erinnerung - die Stimmung war genial. Das war damals so ein „Wow! Ich im Brucknerhaus?“. Dass ich jetzt wiederkommen darf ist unheimlich schön.
Hinweis
Rockin' Christmas: Donnerstag, 8. Dezember, 20 Uhr, im Brucknerhaus, Großer Saal. Tickets: Ö-Ticket, Tel. 01/96096.
Tips verlost 3x2 Freikarten für das Konzert!


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