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In der Küche ist Kokosöl schon seit langem als Palmfett bekannt, doch niemand schenkte dem exotischen Fett bisher größere Beachtung. Dies lag wohl vor allem daran, dass es wegen seiner gesättigten Fettsäuren als ungesund galt. Doch mittlerweile hat sich diese Meinung stark verändert und Kokosöl ist zum Wundermittel und Superfood aufgestiegen. Überall wird es als traditionelles Pflegeprodukt angepriesen, das sowohl vor Herzerkrankungen und Alzheimer schützen als auch beim Abnehmen helfen kann. Wird Kokosöl diesem neuen Bild tatsächlich gerecht oder handelt es sich nur um einen kurzfristigen Hype?

Was steckt drin im weißen Fett?

Die meisten pflanzlichen Fette bestehen aus ungesättigten Fettsäuren, Kokosöl bildet eine Ausnahme und besteht wie tierische Produkte zum größten Teil aus gesättigten Fettsäuren. Um genau zu sein, aus 90 Prozent, welche sich aus sechs Säuren zusammensetzen. Mit über 50 Prozent ist die Laurinsäure am stärksten vertreten, der Rest verteilt sich auf Myristin-, Palmin-, Caprin-, Capryl- und Ölsäure.

Daneben enthält Kokosöl auch geringe Spuren von Mineralstoffen und Vitaminen wie Magnesium oder Vitamin E. Letzteres geht bei industriell hergestelltem Kokosöl allerdings vollständig verloren.

Welche Vorteile bringt Kokosöl der Gesundheit?

Das besondere an Kokosöl ist, das es aus mittelkettigen Fettsäuren (MCT) besteht, ihr Vorteil ist, dass sie leicht verdaulich und wasserlöslich sind. Sie spalten sich im Körper in sehr kurzer Zeit auf, so dass sie schnell in die Leber gelangen und dort rasch abgebaut werden können.

Speziell dem hohen Anteil an Laurinsäure wird eine positive Wirkung auf die Gesundheit zugeschrieben, da sie sich im Körper zu Monolaurin umwandelt und deshalb eine antibakterielle Wirkung haben soll. Es bestehen auch Vermutungen, dass Laurinsäure das Herzinfarktrisiko senkt, eindeutige Belege dafür gibt es jedoch noch nicht. Bewiesen ist vorerst nur, dass Laurinsäure das „gute“ HDL-Cholesterin erhöht.

Ähnlich sieht es mit seiner Wirksamkeit bei schweren Erkrankungen wie Alzheimer aus. Dass sich die Krankheit durch Kokosöl verhindern oder heilen lässt, konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Allerdings deuten einige Studien darauf hin, dass Kokosöl hilfreich sein könnte, um das Fortschreiten der Krankheit einzudämmen.

Ist Kokosöl wirklich hilfreich beim Abnehmen?

In einem Esslöffel Kokosöl sind 110 Kalorien enthalten, genauso viel wie in anderen Fetten und Ölen auch. Trotzdem zeigten wissenschaftliche Experimente, dass sich der Körperfettanteil bei den Versuchspersonen tatsächlich verringerte, nachdem sie von herkömmlichen Fetten auf Kokosöl umgestiegen waren. Es wird vermutet, dass dies auf die mittelkettigen Fettsäuren im Kokosöl zurückzuführen ist, die sich im Körper in Ketone umwandeln, welche nicht als Fettdepots eingelagert werden. Da diese Studien nur von kurzer Dauer waren, fehlen zurzeit noch Beweise dafür, dass dieser positive Effekt auch über einen längeren Zeitraum anhält. Denn Kokosöl muss trotz allem als Energie verbrannt werden, um vom Körper nicht gespeichert zu werden. Deshalb sollte das Fett, ungeachtet dieser erfolgversprechenden Tests, immer sparsam verwendet werden.

Was kann Kokosöl noch?

Weil vor allen Prominente in letzter Zeit auf die positiven Eigenschaften von Kokosöl schwören, findet es häufig auch in Beauty-Produkten Anwendung. Es soll Haare und Haut pflegen und mit viel Feuchtigkeit versorgen. Daneben wird ihm eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt, die, z. B. bei Sonnenbrand beruhigend wirkt und die Wundheilung fördert. Auch hier wird vor allem die Laurinsäure für die positiven Folgen verantwortlich gemacht. Da Kokosöl in vielen Fällen pur angewendet wird, kann es eine Alternative zu teuren Pflegeprodukten darstellen, wegen seiner natürlichen Inhaltsstoffe, aber auch für Allergiker interessant sein.

Daneben wird Kokosöl sehr gerne in der Küche zum Braten, Kochen und Backen verwendet. Es ist hitzestabil und hält Temperaturen bis zu 210 Grad stand. Allerdings hat es einen süßlichen Eigengeschmack, weshalb es vor allem bei Gerichten zum Einsatz kommt, bei denen ein exotisches Aroma erwünscht ist. Hochwertige kaltgepresste Öle haben jedoch einen niedrigeren Rauchpunkt und sollten deshalb nur für die kalte Küche verwendet werden.

Lange Zeit hieß es, dass gesättigte Fettsäuren ungesund sind. Mittlerweile gibt es Grund zur Annahme, dass die Gefahr doch nicht so hoch wie vermutet ist. Trotzdem rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung beim Verzehr gesättigter Fettsäuren vorsichtig zu sein und verstärkt auf Öle und Fette mit ungesättigten Fettsäuren zurückzugreifen.

Wie gesund Kokosöl ist entscheidet die Qualität

Kokosöl ist in unterschiedlichen Qualitäten erhältlich, um seine positiven Eigenschaften am besten ausschöpfen zu können, sollte beim Kauf hochwertigen Produkten der Vorzug gegeben werden. Dabei handelt es sich um native, kaltgepresste Kokosöle aus biologischem Anbau. Diese stammem von Kokosnussfleisch aus nachhaltigem Anbau und werden weder gehärtet, raffiniert oder desodoriert. Natives Öl ist gesünder als industriell hergestelltes, da es keine Transfette enthält, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Außerdem wird es nicht mit Zusatzstoffen haltbarer gemacht oder seine gesunden Inhaltsstoffe durch den industriellen Herstellungsprozess fast oder ganz herausgefiltert.

Ob der Hype um Kokosöl berechtigt ist, bleibt abzuwarten, da es für viele seiner angepriesenen Wirkungen noch keine gültigen Beweise gibt. Fest steht jedoch, dass es sich bei nativem, kaltgepressten Kokosöl um ein hochwertiges Lebensmittel handelt, bei dem vieles darauf hindeutet, dass es durchaus positive Auswirkungen auf die Gesundheit, die Schönheitspflege und die Zubereitung von Speisen hat.


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