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Markus Poschner: Auf der Suche nach dem "Eigenen"

Karin Seyringer, 17.07.2017 17:14

LINZ. Markus Poschner ist neuer Chefdirigent des Bruckner Orchesters Linz und Opernchef am Landestheater. Nun hat er seine Pläne für die erste Saison als Nachfolger von Dennis Russell Davies präsentiert. Tips hat sich mit Poschner unterhalten.

  1 / 3   Markus Poschner: Neuer Chefdirigent des Bruckner Orchesters und Opernchef am Musiktheater. Foto: Volker Weihbold

Tips:Mit September geht Ihre Arbeit in Linz offiziell los, die Probenarbeiten für die erste Musiktheater-Oper unter ihrem Dirigat „Schatten ohne Frau“ laufen aber schon. Haben sie sich in Linz schon gut eingelebt?

Poschner: Oh ja, wir sind auch schon wohnhaft hier und haben ein wirklich schönes Plätzchen gefunden. Wir sind sehr glücklich.

Tips:Gibt's schon ein Lieblingsplätzchen in Linz?

Poschner: Ich bin eher einer, der nicht ganz so funktioniert, und seine Hirarchien im Kopf hat. Ich bin sehr neugierig und muss mir jetzt erst mal alle Plätze anschauen und dann müssen wir uns da später nochmal drüber unterhalten (lacht).

Tips:Sie folgen Dennis Russell Davies nach – große Fußstapfen. Gibt's etwas, dass Sie von seiner Arbeit übernehmen wollen?

Poschner: Dennis Russell Davies ist ein über die Grenzen hinaus berühmter und bekannter Orchestererzieher. Und ich glaube gerade, ein Orchester zu entwickeln und nach vorne zu bringen, dem Orchester - mal ganz salopp gesagt - 'aufs Maul zu schauen' – was kann es am Besten, wo ist das Potential, wie kann man es verstärken, woran muss man besonders arbeiten – das ist sicherlich auch das Meinige. Also da werde ich seine Philosophie genauso weiter führen. Natürlich wird es im Repertoire andere Schwerpunkte geben, es wird andere Aktivitäten geben, andere Formate geben. Dazu ist Musik machen etwas viel zu persönliches und intimes. Ich kann nur die Dinge machen, an die ich persönlich glaube und insofern sieht mein Programm natürlich anders aus als das der vergangenen Jahre.

Tips:Anton Bruckner wird aber weiterhin großen Stellenwert haben?

Poschner: Sogar den zentralsten, den er je hatte.

Tips:Haben Sie eine Produktion im Musiktheater oder ein Konzert, auf das sie sich ganz besonders freuen?

Poschner: Ich freu mich natürlich auf alle. Weil ich mich ganz egoistisch selbst beschenke mit diesen Programmen und Ideen. Ich formuliere und finde ein Programm, was mir von A bis Z Spaß macht. Insofern kann ich da keine Hitliste bieten.

Tips:Sie sprechen von der „Befragung über das Eigene“, dass Sie beim Brucknerorchester in den Fokus rücken wollen. Wie kann man das verstehen?

Poschner: Es geht um Identiät. Es geht um den eigenen Fingerabdruck. Wir Künstler haben es ja sehr mit dem Sinn. Wir wollen nicht nur wissen, was wir spielen, sondern vor allem warum? Und ich denke alle Welt spielt – um bei Bruckner jetzt zu bleiben – diese Symphonien. Aber wenn wir sie als Bruckner Orchester in Linz spielen, muss das etwas bedeuten. Es muss sich vor allen Dingen unterscheiden vom Rest der Angebote. Sonst gäbe es niemals einen Grund, von Wien vielleicht auch mal nach Linz zu fahren, um sich hier Bruckner anzuhören. Und an dieser Unterscheidbarkeit – oder man könnte auch sagen an dieser Sichtbarkeit – müssen wir ganz stark arbeiten.

Zur Person

Zum Beginn der Spielzeit 2017/18 übernimmt Markus Poschner die Position des Chefdirigenten des Bruckner Orchesters Linz sowie des Opernchefs am Landestheater Linz. Er tritt die Nachfolge von Dennis Russell Davies an. Zuvor war der aus München stammende Poschner war zuvor Generalmusikdirektor in Bremen. Seit seiner Auszeichnung mit dem Deutschen Dirigentenpreis 2004 ist Poschner regelmäßig bei national und international renommierten Orchestern zu Gast.


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