Ausstellung: Linzer Lentos gibt erste Einblicke in VALIE EXPORT Center

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Künstlerin VALIE EXPORT, Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer und Lentos-Direktorin Hemma Schmutz beim Ausstellungsrundgang Foto: FOTOKERSCHI.AT/KERSCHBAUMMAYR
Künstlerin VALIE EXPORT, Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer und Lentos-Direktorin Hemma Schmutz beim Ausstellungsrundgang Foto: FOTOKERSCHI.AT/KERSCHBAUMMAYR
Karin Seyringer Online Redaktion, 08.11.2017 18:15 Uhr

 LINZ. (APA) Die Ausstellung „VALIE EXPORT. Das Archiv als Ort künstlerischer Forschung“ gibt ab sofort im Kunstmuseum Lentos in Linz einen ersten Einblick in das Archiv der 1940 in Linz Geborenen Künsterlin. Am morgigen Freitag (10. November) wird das VALIE EXPORT Center Linz in der Tabakfabrik eröffnet, das als internationales Forschungszentrum für Medien- und Performancekunst korrespondierend zum Archiv entstanden ist

Als Auftrag und Ansporn versteht Lentos-Direktorin Hemma Schmutz die Tatsache, dass der Vorlass von VALIE EXPORT, 2015 von der Stadt um 700.000 Euro angekauft, nun im Haus ist. Bereits im kommenden Jahr in einer Schau zum Jahr 1968 können die Arbeiten der Performance- und Medienkünstlerin stark eingebaut werden, freute sich Schmutz.

Alles, was sich in einem Künstler-Leben ansammelt

Sabine Folie, ehemalige Leiterin der Generali Foundation in Wien, kuratierte die Ausstellung im Untergeschoß des Lentos. „Es ist ein Archiv, das 50 Jahre zurückreicht und ihre Arbeit dokumentiert“, betonte Folie. Es sei alles drinnen, was sich in einem Künstler-Leben ansammelt. Die Schwierigkeit, ein Archiv, das eigentlich die Schätze der Künstler unter Verschluss hält, zum Thema einer Ausstellung zu machen, meistert Folie sehr gut. Über eine ganze Wand nähert sie sich im ersten Raum dem Thema begrifflich an, von der generellen Bedeutung des Wortes bis zum individuellen Aufbau des VALIE EXPORT Archivs. In Vitrinen erzählen Zeitungsausschnitte, Exzerpte und Buchprojekte aus dem Leben der Künstlerin.

„Das Wichtigste die die Gleichstellung der Frau, gleiche Löhne“

VALIE EXPORT begann ihre Karriere durch Aufsehen erregende Aktionen im öffentlichen Raum, die aus einer feministischen Perspektive entwickelt wurden. Zur derzeitigen Diskussion um sexuelle Belästigung sagte sie, dass wohl der Feminismus der 1960er und 1970er Jahre die Voraussetzungen geschaffen habe, dass so etwas nun an die Oberfläche kommen könne, ein anderes Bewusstsein da sei. „Das Wichtigste ist die Gleichstellung der Frau, gleiche Löhne. Da fragen wir seit Johanna Dohnal danach und noch immer ist nichts passiert“, ortete die Künstlerin das Grundübel in der Gehaltsschere. In der Gleichstellung der Frau in der Kunst sei aber einiges passiert.

Ausstellung wie „Gehirn“ aufgebaut

Die Ausstellung im Untergeschoss des Lentos ist laut Kuratorin Folie aufgebaut in etwa „wie ein Gehirn, ein Gedächtnis, mit rechter und linker Seite“. Im zweiten Raum dominieren Plakate eine Länge, in drei Fernsehgeräten sind Filme und Videos zu sehen, VALIE EXPORTs Körperkonfigurationen, konzeptionelle Fotografien und digitale Arbeiten sind an der Rückwand zu sehen, eine Timeline verschafft einen Überblick über das Schaffen der ersten Ehrendoktorin der Kunstuni Linz, die an Hochschulen in Wisconsin, Berlin und Köln lehrte.

In Museumssammlungen sei sie „spärlich“ vertreten, sagte sie. Über die Ausstellung und dass ihr Archiv nach Linz geholt wurde sei sie „sehr erfreut“.

Hinweis

Zu sehen ist die begleitende Ausstellung zur Eröffnung des neuen VALIE EXPORT Centers in der Tabakfabrik bis 28. Jänner.

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Kommentare

  1. Gastuser
    Gastuser09.11.2017 16:52 Uhr

    Ab nach Linz zur Ausstellung - Das Aufgreifen auch von feministischen Themen finde ich sehr spannend. und auch sehr zeitaktuell. Jetzt kann man also im Untergeschoss des Lentos Valie Export und danach die Ausstellung über Sterne sehen. Da werde ich mal einen Trip nach Linz planen müssen.



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