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Drei Ikonen der Kunstgeschichte – 76 Meisterwerke: Klimt, Moser und Schiele-Ausstellung im Lentos

Karin Seyringer, 15.02.2018 16:39

LINZ. 1918 – ein Schicksalsjahr. Zum 100. Todestag von Gustav Klimt, Koloman Moser und Egon Schiele zeigt das Lentos nun in der Ausstellung „Gesammelte Schönheiten“ Schätze aus den Händen der drei Kunst-Ikonen. Zu sehen auch erstmals nach einem halben Jahrhundert das endlich wieder aufgetauchte Klimt-Werk „Zwei Liegende“. Bis 21. Mai läuft die Ausstellung.

Gustav Klimt: Frauenkopf, 1917 Foto: LENTOS Kunstmuseum Linz
  1 / 13   Gustav Klimt: Frauenkopf, 1917 Foto: LENTOS Kunstmuseum Linz

Drei Ikonen der Kunstgeschichte – 76 Meisterwerke: Zum 100. Todestag von Gustav Klimt, Kolomann Moser und Egon Schiele wird im Lentos unter dem Titel „Gesammelte Schönheiten“  diesen dreien eine repräsentative Ausstellung gewidmet. Sowohl Klimt und Moser als auch Schiele verstarben im Schicksalsjahr 1918 plötzlich. Mit ihnen verlor die Wiener Avantgarde ihre genialsten Vertreter.

„Das ist mit Sicherheit eine der aufregendsten Ausstellungen seit langem“, freut sich Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer. „Die Ausstellung bildet den Auftakt der Linzer Aktivitäten zum Gedenkjahr 2018. Sie wird mit Sicherheit ein großer Publikumsmagnet werden“.

„Schätze aus der Sammlung“

Die Idee zu dieser großen Ausstellung hatte die stellvertretenden Lentos-Direktorin Elisabeth Nowak-Thaller. Sie ist mit Brigitte Reutner und Andreas Strohhammer auch eine der drei Kuratoren. „Wir zeigen hier an die 70 Zeichnungen, die normalerweise nicht zu sehen sind. Nun zeigen wir diese Schätze, die die Linzer Museen und das Landesmuseum in ihrer Sammlung haben,“ so Nowak-Thaller. Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit mit dem Oö. Landesmuseum, die ausgestellten Werke kommen aus der Sammlung von Lentos und Nordico sowie des Landesmuseums, ergänzt durch Leihgaben aus Privatbesitz.

Krimispannung: Klimt-Zeichnung wieder aufgetaucht

Unter den 76 ausgestellten Werken findet sich auch die über 50 Jahre lang verschollene Klimt-Zeichnung „Zwei Liegende“ – und kann erstmals nach einem halben Jahrhundert wieder angesehen werden. Die Grafik ist - wie berichtet – 1964 verschwunden, es war eine Leihgabe an die Neue Galerie der Stadt Linz. 2016 verurteilte das Landesgericht Linz die Stadt zum Schadenersatz in der Höhe von 65.570 Euro. Das geheimnisvolle Verschwinden ist ein Kriminalfall: Die 2017 verstorbene Sekretärin vom damaligen Leiter der Neuen Galerie Walter Kasten hatte das Bild widerrechtlich in ihrem Besitz. Sie verfügte, die Zeichnung nach ihrem Tod der Stadt zurückzugeben. Ein Rechtsanwalt der Verstorbenen überbrachte die Zeichnung am 15. Jänner 2018 ins Lentos. 

Leichter Lichtschaden

Das Werk, das in der neuen Ausstellung nun für die Öffentlichkeit zugänglich ist, weist einen leichten Lichtschaden auf, das Papier sei nachgedunkelt, wie Restaurator und Kurator Andreas Strohhammer erklärt.

Kunstgeschichte wird lebendig, im Ober- und Untergeschoss

Während im Obergeschoss des Lentos die Masterpieces der drei Künstler zu bewundern sind, hängen im Untergeschoss die Zeichnungen. Durch die dortigen Lichtverhältnisse ist dies der perfekte Raum dafür, die Zeichnungen dürfen nur 50 Lux ausgesetzt werden.

Die Ausstellung im Untergeschoss lässt das bewegte Leben von Klimt, Moser und Schiele anhand inszenierter Biografien nachverfolgen. Ebenfalls Thema sind die Lebensläufe der Sammler Hellmut Czerny, Otto Gerstl, Wolfgang Gurlitt und Walther Kastner, die den Grundstück für die Bestände der Museen der Stadt Linz und des Oö. Landesmuseums bilden.

Neue Untersuchungen

Im Obergeschoss werden auch neue Ergebnisse kunsttechnologischer Untersuchungen des berühmten Schiele-Gemäldes „Bildnis Trude Engel“ präsentiert. Das Gemälde zeigt die Tochter seines Zahnarztes, dieser hatte als Gegenleistung für Schieles Behandlungen Bilder als Bezahlung entgegengenommen. „Trude Engel gefiel das Bild aber offenbar nicht und sie hat es mit einem Messer zerstochen“, wie Strohhammer erklärt. „Auf der Rückseite erkennt man die Einstiche noch, sie wurde verklebt und vorne retuschiert, vermutlich von Schiele selbst“.  Wie Röntgenaufnahmen des Werks auch zeigen, dürfte Schiele für das Portrait eine alte Leinwand wiederverwendet haben. Alle diese Dinge sind anschaulich zu erfahren, bei der Ausstellung im Lentos.

Rahmenprogramm

Unter dem Titel „Linz AG KulturZeit“ gilt für die Ausstellung freier Eintritt für alle jene mit einer Dauerkarte der Linz AG Linien (Wochen-/Monats-/Jahreskarte). Natürlich gibt's auch wieder ein umfangreiches Rahmenprogramm zur Ausstellung, darunter „My Buddyhood“ – ein Atelier für alle von 0 bis 99 Jahren am Samstag, 3. März. Im Deep Space im Ars Electronica Center steht am 15. März „Egon Schiele – A closer Look at Trude Engel“ am Programm.

 Alle Infos auch zum Rahmenprogramm gibt“s unter www.lentos.at


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