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Linz. Ragtime, ein Musical, das soziale Umbrüche, die Bürgerrechtsbewegung für die Gleichberechtigung der Schwarzen und gesellschaftliche Konflikte im New York Anfang des 20. Jahrhunderts in den Mittelpunkt stellt, feiert am 8. Februar im Musiktheater Premiere

Daniela Dett, Gino Emnes und Riccardo Greco in RagtimeFoto: Robert Josipovic
Daniela Dett, Gino Emnes und Riccardo Greco in RagtimeFoto: Robert Josipovic

Das Musical „Ragtime“ gehört neben „Les Misérables“ zu den wenigen großen dramatischen Werken der jüngeren Musicalliteratur. Im Stück strebt der afroamerikanische Ragtime-Pianist Coalhouse Walker Jr. nach Unabhängigkeit und gesellschaftlicher Akzeptanz. Als er zum Opfer eines rassistischen Gewaltaktes wird und staatliche Stellen diesen dulden, begehrt er gewaltsam gegen das Unrecht auf – aus Coalhouse wird ein „Kohlhaas“.

Gesellschaftliche Konflikte im Fokus

Der jüdische Immigrant Tate schafft es hingegen tatsächlich, in der Neuen Welt Fuß zu fassen – aus dem Straßenkünstler wird ein gefeierter Filmregisseur.Und eine Frau aus der weißen Mittelschicht überwindet die Schranken gesellschaftlicher Normen – aus der braven Ehefrau und Mutter wird eine selbstbewusste Kämpferin für Menschlichkeit und Gerechtigkeit. Verflochten mit den Schicksalslinien der Hauptfiguren sind soziale Umbrüche, die Bürgerrechtsbewegung für die Gleichberechtigung der Schwarzen, Migrationsprobleme und gesellschaftliche Konflikte. Regie führt Matthias Davids, der künstlerische Leiter der Sparte Musical am Linzer Landestheater.

Große Herausforderung

Ragtime ist nach dem großen Erfolg von Ein Amerikaner in Paris das zweite große Musical der Saison im Musiktheater und eine echte Herausforderung: Das Stück ist als fast durchkomponiertes historisches Werk ähnlich groß angelegt wie Les Misérables, benötigt ein großes Orchester, ein vielseitiges und multikulturelles Ensemble, Chor und darstellerisch und sängerisch stark geforderte Kinderdarsteller.

Preisgekrönter Roman

Der zugrundeliegende, vielfach preisgekrönte Roman galt lange als zu komplex für eine Verfilmung oder Theateradaption, und so sperrte sich Autor E. L. Doctorow zunächst gegen entsprechende Avancen. Es brauchte schon einen mit allen Wassern gewaschenen Librettisten wie Terrence McNally, um die anspruchsvolle Geschichte in ein so emotionales wie gewitztes Musiktheaterwerk zu verwandeln, wie es dann von dem jungen Team Lynn Ahrens & Stephen Flaherty derart wunderbar vertont wurde, dass sich das Stück mehrere Jahre am Broadway und auf Tournee hielt und seitdem – trotz der hohen Anforderungen – in aller Welt und jetzt auch in Linz gespielt wird.

www.landestheater-linz.at,

Termine: 13., 22. Februar, 1., 6., 7., 9., 10., 16., 17., 24. März


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