Ein "Fest vor Schluss" zu Ehren von Kühne und Schulte
LINZ. Eine Woche vor Ausstellungsende werden Curt Kühne (1882–1963) und Julius Schulte (1881–1928) mit einem „Fest vor Schluss„ am Freitag, 11. Februar, im afo noch einmal gebührend gefeiert. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Präsentation des brandneuen nachsatz #11. Mit dieser Sonderedition afo-Publikationsreihe werden die wichtigsten Originaltexte der beiden bedeutenden Architekten neu veröffentlicht.

„Eine Siedlung ohne Grünflächen, ohne Baumbestand wirkt leblos und kalt, erst die Anpflanzung schafft Leben.“ - Curt Kühne, 1927
„Unbemerkt bröckelt hie und da ein Stückchen ab, das vielleicht einzeln genommen wenig Wert besitzt und doch durch sein Verschwinden das Bild des alten Linz um einen Effekt ärmer macht.“ - Julius Schulte, 1912
Als Herausgeber der Sonderedition der afo-Publikationsreihe nachsatz fokussierten sich Tobias Hagleitner (Kurator Kühne Schulte Gegenwart im afo) und Georg Wilbertz (Kurator Gebaut für alle im Nordico) auf die Zeitungsbeiträge, Berichte und Vortragstexte, mit denen Curt Kühne und Julius Schulte die Stadtentwicklung, Architektur und Baukultur ihrer Zeit kritisch hinterfragten. Ursprünglich als Artikel und Fachbeiträge in zeitgenössischen Medien publiziert, wurden die schriftlichen Kommentare von Curt Kühne und Julius Schulte zur Linzer Bau- und Stadtentwicklung seit rund hundert Jahren kaum gelesen, geschweige denn verbreitet. Dabei sind Kommentare und Einschätzungen der beiden Architekten rund hundert Jahre später überraschend aktuell.
Buchpräsentation am 11. Februar
Die Neuerscheinung wird am Freitag, 11. Februar, um 18 Uhr feierlich präsentiert. Zu Gast sind Georg Wilbertz, Tobias Hagleitner und Andrea Bina. Gemeinsam mit der Leiterin des Nordico Stadtmuseums Linz, wird an diesem Abend auch deren begleitender Ausstellungskatalog „Gebaut für alle“ nochmal ausführlich vorgestellt. Das rund 200 Seiten starke Buch macht das Werk von Kühne und Schulte anhand von Plänen, Dokumenten und Fotografien nachvollziehbar. Ihr Schaffen ist damit erstmals in großem Umfang aufgearbeitet und mit zahlreichen Erläuterungen und Fachbeiträgen vielschichtig kontextualisiert. Bereits um 17 Uhr wird mit einer Ausstellungsführung in den Abend gestartet.
Die Ausstellung „Kühne Schulte Gegenwart“ kann noch bis 18. Februar (Di-Fr 15-19 Uhr) im afo besichtigt werden. Die Ausstellung „Gebaut für alle“ im Nordico Stadtmuseum Linz wurde verlängert und ist noch bis 1. Mai 2022 zu sehen. Während das afo unter anderem mit zehn aktuellen Videoporträts das Hauptaugenmerk auf Spuren und Reflexionen in der Gegenwart legt, beleuchtet das Nordico die beiden prägenden Planer der Zwischenkriegszeit in ihrer geschichtlichen Dimension.


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