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LINZ. 250.000 Euro wurden bisher im Rahmen der Aktion „Dach über dem Kopf“ für die Menschenrechtsorganisation SOS Menschenrechte zur Sanierung der Räumlichkeiten in der Rudolfstraße 64 gespendet. Und dennoch könnten schmerzhafte Förderabsagen das Projekt nun ins Wanken bringen.

Das Team der unabhängigen Menschenrechtsorganisation SOS Menschenrechte.
Das Team der unabhängigen Menschenrechtsorganisation SOS Menschenrechte.

Alleine in diesem Jahr standen 32 Benefizveranstaltungen zugunsten der Aktion auf dem Programm – vom Theaterstück bis zum Blueskonzert. „Auf unser Ziel von 300.000 Euro fehlt nicht mehr viel, auch 25 so genannte Take Care-Geschäfte in Linz sammeln für uns mit Spendenboxen“, bedankt sich SOS Menschenrechte-Geschäftsführerin Sarah Kotopulos bei den vielen Unterstützern. Doch die Freude ist getrübt: Vom Wohnbaureferenten Manfred Haimbuchner (FPÖ) gab es per Schreiben ein klares „Nein“ zur Wohnbauförderung in Höhe von 500.000 Euro, auch von Finanzreferent Josef Pühringer (ÖVP) folgte eine Ablehnung.

Aktion wird um ein Jahr verlängert

„Zum einen ist die Wohnbauförderung ja kein Geschenk, das wird ja auch wieder zurückbezahlt, zum anderen wurden wir 2011 und 2015 darüber informiert, dass die Förderung durchgeht, wenn das Sozialressort den Bedarf für die Betreuungsplätze anmeldet. Genau das ist zuvor passiert“, versteht Kotopulos die Welt nicht mehr. Wichtig sei, dass sich alle Spender sicher sein können, dass alle bereits gespendeten finanziellen Mittel weiter für „Dach über dem Kopf“ eingesetzt werden. „Die Aktion wird um 1 Jahr verlängert –das gesamte Jahr 2017 wird weiterhin dem Fundraising gewidmet sein.Denn gemeinsam mit der Zivilgesellschaft setzen uns dort ein, wo die Politik versagt und sich verweigert.“

Ab 1996 wurde in Linz in der Rudolfstraße ein Flüchtlingswohnheim aufgebaut, das 60 Personen im Rahmen der staatlichen Grundversorgung einen nach humanitären Gesichtspunkten menschen-würdigen Aufenthaltsort während der zumindest mehrmonatlichen Dauer eines Asylverfahrens in Österreich gibt. Als weiterer Entwicklungsschritt wurde im Rahmen dieses Hauses auch eine Wohngemeinschaft für acht unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eingerichtet – als Reaktion auf eine Problemstellung, die sich speziell in den letzten Jahren immer deutlicher zeigt, denn immer mehr Kin-der und Jugendliche müssen ohne ihre Familie aus den Krisenregionen dieser Welt flüchten. Das Haus in Linz-Urfahr ist neben der Flüchtlingsbetreuung somit auch die Basisstation für die beiden langjährig erfolgreichen, integrativen Projekte „AMIGO“ und „Stand up!“. Zudem ist die gesamte „Homebase“ des Vereines hier angesiedelt.

Vereinszukunft steht auf dem Spiel

In dieser Frage geht es längst nicht mehr um eine Sanierung, sondern um die Zukunft des Vereines: „Dabei sind wir das einzige Sprachrohr der Zivilgesellschaft ohne Partei oder religiösen Background und beworkshoppen jedes Jahr tausende Jugendliche, von unserem AMIGO-Projekt zur Betreuung von Asylwerbern im Alltag ganz zu schweigen.“ In den nächsten Tagen stehen noch Gespräche, etwa mit Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ), an. „Wenn diese nicht erfolgreich sind, müssen wir uns einen Plan B einfallen lassen, aufgeben werden wir aber sicher nicht“, gibt sich die SOS-Menschenrechte-Chefin weiter zuversichtlich.

Gunther Trübswasser, Vorsitzender SOS-Menschenrechte, ergänzt: „Darüber hinaus wäre eine Nutzung des sanierten Hauses auch in Zukunft für die Stadt Linz und das Land OÖ wertvoll: denn sozialer Wohnraum, in Zukunft evt. für eine andere Zielgruppe, wird im Zentralraum immer benötigt werden.“ Unterstützung erhält der Verein dabei auch vom Cartoonisten Gerhard Haderer: „Großartig, was die Zivilgesellschaft bei dieser Aktion bisher schon geleistet hat. Diese Hilfe und den Optimismus gilt es nun in nächster Zeit noch zu verstärken.“

 HIER gehts zur Facebook-Seite von SOS Menschenrechte


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