„Runder Tisch“ zum Linzer Hauptbahnhof präsentiert Ergebnisse
LINZ. Anlässlich der Raufhandlungen zwischen Flüchtlingsgruppen am Linzer Hauptbahnhof fand ein runder Tisch statt, bei dem Lösungen erarbeitet wurden.

Mit dabei waren unter anderem Vertreter der Exekutive, der ÖBB, des Magistrats sowie Vertreter des Landes OÖ, der NGOs mit Flüchtlingsunterkünften und auch Kursanbieter und Sozialarbeiter.
Deutschkurse, WLAN und Alkohol
Laut polizeilichen Erhebungen sind die jugendlichen Flüchtlinge teils aus Linz selbst, teils Einpendler. Da auch die Vermutung kursierte, die Jugendlichen würden zu Deutschkursen in die Landeshauptstadt kommen und dann am Bahnhof herumhängen, ließ Anschober die Zahlen erheben: Derzeit finden 172 Deutschkurse in ganz OÖ statt, drei Viertel davon in der Region. Konkret im Wissensturm sind aktuell drei Kurse mit 36 Teilnehmern, nur sechs davon stammen nicht aus Linz. In Einzelfällen ist der Einpendler-Anteil in Kursen größer, dieser Bereich wird noch überprüft. Auch der WLAN-Zugang ist, so die Experten, aufgrund des ohnehin dichten WLAN-Netzes in Linz und WLAN-Ausstattung in den allermeisten Quartieren kein „Anziehungspunkt“. Alkohol dürfte bei den Vorfällen nur eine geringe Rolle spielen: Alkoholmissbrauch ist laut Exekutive lediglich in Einzelfällen festzustellen und laut Linzer Stadtpolizeikommandant Karl Pogutter kein zentrales Problem.
Die weitere Strategie
Um künftig weitere Vorfälle zu vermeiden bzw. einzudämmen, wird die Präsenz der Exekutive – welche schon in den ersten Tagen wirkte – konsequent fortgeführt. Aber auch Sozialarbeit für alle Menschen am Bahnhof, die in Schwierigkeiten sind, soll überprüft werden. Damit könnten die Probleme der Menschen mittel- oder langfristig gelöst werden. Es fände keine reine Verdrängung der Menschen statt – egal ob es sich um einen Asylwerber oder eine Obdachlose handelt.
Zudem spricht sich Anschober auch für eine kontrollierte Öffnung des Arbeitsmarktes in Mangelberufen aus - also jene Berufe für die nicht genügend (österreichische) Arbeitnehmer zur Besetzung offener Stellen gefunden werden. Diese Forderung wurde von der Bundesregierung nun in ersten Schritten aufgegriffen: Durch das ab 1. September umgesetzte verpflichtende Integrationsjahr bundesweit wird es auch für Asylwerber ein dichtes Netz an Beschäftigungsmaßnahmen von der Qualifizierung bis zum Arbeitstraining geben. Bis dahin soll auf verstärkte Remunerationstätigkeiten - auch in Linz - gesetzt werden, so Anschober.
Kritik von FPÖ und ÖVP
Die FPÖ fordert dennoch eine strengere „Hausordnung“ für den Hauptbahnhof mit einer Einschränkung des WLAN-Zugangs und einem Alkoholverbot. „Die Kräfte brauchen aber auch eine Handhabe, um möglichst effizient vorgehen zu können“, so FPÖ-Vbgm. Detlef Wimmer. Schützenhilfe bei letzterer Forderung bekommt die FPÖ unter anderem von Landespolizeidirektor Andreas Pilsl. Die ÖVP fordert zudem noch eine Beschallung des Bahnhofs und seines Umfeldes mit klassischer Musik, welche in vielen deutschen Bahnhöfen erfolgreich eingesetzt werde. „Konkret geht es darum, die objektive Sicherheit aber auch das subjektive Sicherheitsempfinden der Bevölkerung vor Ort zu verbessern“, so ÖVP-Vizebürgermeister Bernhard Baier.
Auch der Öffnung von Mangelberufen kann die FPÖ wenig abgewinnen.


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