Linzer Hauptbahnhof: Brand aus, erste Züge fahren wieder
LINZ. Der Linzer Hauptbahnhof ist durch einen Kabelbrand Freitagfrüh komplett lahmgelegt worden. Alle Züge, die über ihn geführt werden, sind gestoppt worden, die Verkehrsdrehscheibe war stundenlang total blockiert. Zigtausende Bahnreisende waren und sind betroffen. Die Linzer Berufsfeuerwehr war zur Brandbekämpfung ausgerückt - gegen Mittag meldete die ÖBB, dass das Feuer gelöscht sei. Die ersten Züge fahren wieder.

Erst gegen 14.20 Uhr fuhr die Bahn den Fernverkehr wieder langsam hoch. Wann die S-Bahnen wieder fahren können, ist noch unklar. Der Schienenersatzverkehr bleibt daher vorerst weiter bestehen. Die ÖBB haben laut eigenen Angaben 30 Busse dafür abgestellt und 30 Mitarbeiter, die am Hauptbahnhof den betroffenen Fahrgästen behilflich sind.
Wann der reguläre Betrieb wieder aufgenommen werden kann, ist noch nicht klar.
Kein durchkommen
Die ÖBB haben internationale Züge auf der Westbahnstrecke großräumig umgeleitet. Der Schwelbrand in einem unterirdischen Kabelkanal legte laut ÖBB-Pressesprecher Bernhard Rieder ein Stellwerk im Osten des Bahnhofes lahm und machte damit die Durchfahrt unmöglich.
Schienenersatzverkehr
Für den Regionalverkehr wurde später zwischen Wels und Linz der Verkehr mit Dieseltriebfahrzeugen wieder aufgenommen. Das war möglich, weil die Signaleinrichtungen weiterhin funktionierten. Für alle anderen Regionalverbindungen auf der Pyhrn-, und Summerauer Strecke und der Linzer Lokalbahn wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen aufgebaut.
Die Züge, die im Fernverkehr auf der Westbahnstrecke zwischen Salzburg und Wien unterwegs waren, wurden über St. Valentin-Selzthal-Bischofshofen umgeleitet. Die internationalen Züge, die über Passau nach Wien und zurück fahren sollten, wurden über St. Valentin-Selzthal-Bad Ischl geführt.
Brandalarm um 5 Uhr früh
Der Brandalarm ging um 4.59 Uhr bei der Linzer Berufsfeuerwehr ein. In einem unterirdischen Kabelschacht brach ein Schwelbrand aus - in der Folge kam es zu einem Stromausfall. Ein Stellwerk im Ostteil des Bahnhofes konnte nicht mehr betrieben werden, eine Durchfahrt durch die Verkehrsdrehscheibe war nicht mehr möglich, sie war somit lahmgelegt.
Viele Verbindungen betroffen
Betroffen war der Verkehr auf der West-, der Pyhrn- und der Summerauerstrecke sowie der Linzer Lokalbahn.Für die internationalen Züge auf der Westbahn-Achse wurde vorübergehend eine Umleitung von St. Valentin nach Selzthal, Bischofshofen und Salzburg sowie für die Strecke Wien-Passau über Bad Ischl eingerichtet. Das bedeutete einen große Umweg und erhebliche Verlängerungen der Reisezeit. Später gab es für die Fernzüge einen Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen St.Valentin und Wels.
Für den Nahverkehr wurde ebenfalls ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Ein Teil der Züge auf der Westbahn wurde unter Einsatz von Dieseltriebwagen zwischen Wels und Linz gezogen.
Schwierige Brandbekämpfung
Die Brandbekämpfung gestaltete sich schwierig, weil der Kabelschacht unterirdisch verläuft und anfangs nicht klar war, wo genau sich der Brandort befand. Augenzeugen berichteten, dass aus mehreren Öffnungen am Boden im Bahnhof grauer Qualm aufstieg.
Die Einsatzleitung versuchte, den Ort des Feuers zu lokalisieren, um den Löschangriff gezielt anzusetzen. Geplant war, Kohlendioxid in den Kanal einzuleiten, um damit den Brand zu ersticken. Gegen Mittag gab es Brand aus, die ÖBB übernahmen die weiteren Arbeiten.


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