Protest gegen Bauprojekt in Klostergarten
LINZ. Im Klostergarten in der Kapuzinerstraße soll ein bis zu 12-stöckiges Hochhaus entstehen. Zwei Entwürfe wurden vom Linzer Gestaltungsbeirat schon abgelehnt. Bei den Anrainern regt sich massiver Widerstand.

Bedenken wegen zu hoher Verbauungsdichte äußerte der Gestaltungsbeirat bei der Begutachtung des Wohnbauvorhabens „Klostergarten Kapuziner“ neben der Michael-Reitter-Schule an der Kapuzinerstraße im Juli – und lehnte das Projekt ab. Für die Planer der Arbor Liegenschaftsverwaltungs GmbH und Architekt Jörg Stögmüller hieß es zurück an den Start. Mitte September wurde ein neuer Anlauf gestartet.
Zweiter Vorschlag ebenfalls abgelehnt
Auch dieser blitzte beim Gestaltungsbeirat ab. Sehr zur Freude der inzwischen gegründeten Bürgerinitiative „Zukunft Klostergarten“. Diese spricht sich gegen die Verbauung des historisch bedeutsamen Klostergartens an der Kapuzinerstraße aus.
Lebensraum im Grünen
„Dieses Kleinod zwischen ehemaligem Kloster und Schule sollte stattdessen gehegt und geschützt werden! Anstatt einer Wohnnutzung sollten wir zurück an den Start und intensiv darüber nachdenken, wie hier Lebensraum für Schüler und Lehrer der Michael- Reitter-Landesschule entstehen kann“, fordert Erich Gusenbauer, Lehrer an der Michael-Reitter-Schule. In der benachbarten Schule, welche einen hervorragenden Ruf sowohl im Bereich der Blinden- als auch der Hörbeeinträchtigtenbildung genießt, bekommen derzeit rund 230 Schüler – davon rund ein Drittel mit Beeinträchtigung – speziellen Unterricht.
Vorschläge der Schüler
Dementsprechend haben sich diese natürlich auch schon Gedanken gemacht: Spontane Vorschläge der Schüler der 4. NMS reichen von „Naturschutzgebiet“ über „Abenteuerspielplatz“ bis hin zur Nutzung als „Schulgarten“. Schützenhilfe erhält die Gruppe „Zukunft Klostergarten“, welche etwa 20 Anrainer, Eltern, Lehrer und Städteplaner und 300 Unterstützer auf Facebook umfasst, von Stadtentwickler und NEOS-Fraktionsvorsitzendem Lorenz Potocnik. „Die Art und Weise, wie hier immer wieder probiert wird, Flächen maximal auszuquetschen, ist eine mittlerweile offensichtliche Fehlentwicklung in der Linzer Stadtplanung. Wir müssen das rasch stoppen. In diesem konkreten Fall muss möglichst – neben einem Bebauungsplan für das Grundstück Klostergarten – eine Vorstellung für das Viertel entwickelt werden.“
Unterschriften dagegen
Derzeit sammelt die Bürgerinitiative Unterschriften gegen das Bauprojekt, denn am 5. Dezember soll der nächste Vorschlag vom Gestaltungsbeirat begutachtet werden.<


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