„Man sieht, was man bewegen kann, wenn alle an einem Strang ziehen“
OÖ. Mit seinem Verein „Childrenplanet“ widmet sich Christian Gsöllradl-Samhaber seit 2009 in Kambodscha Projekten in den Bereichen Bildung, Medizin sowie Trink- und Nutzwasseraufbereitung. Tips-Chefredakteur Josef Gruber erzählte der gebürtige Eferdinger über seine Vorhaben und die bereits erzielten Erfolge.

Tips: Wie lange gibt es die Spendenorganisation schon und mit welcher Gesamtsumme konnten Projekte verwirklicht werden?
Christian Gsöllradl-Samhaber: Unsere Organisation gibt es seit September 2009. Im Herbst 2019 feiern wir also das zehnjährige Jubiläum. Wir konnten bis heute über 1,1 Millionen Euro sammeln. Mit diesen Spenden konnte ein ganzes Dorf ländlich infrastrukturell entwickelt werden, es konnte ein laufender Schulzugang für 300 Kinder gewährleistet werden. Zudem wurden 35 Trinkwasserbrunnen und Nutzwasseranlagen wie ein Ananasfeld oder eine Sprinkleranlage, wo auch Freiwillige aus Grieskirchen mitgewirkt haben, umgesetzt. Es konnte ein Krankenhaus entwickelt werden – infrastrukturell und auch immateriell, also bis hin zu Schulungen.
In Österreich gibt es viele bekannte Spendenorganisationen. Warum soll man genau Ihrem Projekt mit Spenden helfen?
Unsere Organisation hat die Besonderheit, dass sie sehr klein strukturiert ist und zu 100 Prozent ehrenamtlich läuft. Wir haben 18 ehrenamtliche Mitglieder, die sich unermüdlich einsetzen. Einzigartig ist die unmittelbare Brücke Mensch zu Mensch zwischen den Oberösterreichern und den Menschen in Stung Treng in Nordost-Kambodscha.
Was waren Ihre größten Projekte und wie konnte durch Ihre Hilfe die Situation jeweils verbessert werden?
Also, ein sehr großes Projekt ist das Wasserprojekt „Wasser für alle!“ – im Englischen „Hopeful Water-Project“ – und auch das Basic-Sanitation-Program. Dadurch konnten über 1.500 Personen unterstützt werden mit Zugang zu Trinkwasser und zu Nutzwasser. Es ist schön zu sehen, wie sich die Projekte dort vor Ort nachhaltig entwickeln. Nur ein Bespiel: Bei einem meiner vielen Projektbesuche war ich zwölfmal vor Ort als Delegationsmitglied. Als Vorstandsmitglied unserer Organisation konnte ich bei Besuchen der Familien sehen, wie diese mit Nutzwasser zum Beispiel Gemüse anpflanzten und wie sie die eigene Versorgung auch sicherstellen konnten. Es ist wirklich sehr weitreichend und man sieht, was man entwicklungspolitisch und in der Entwicklungszusammenarbeit bewegen kann, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen.
Sind Mitarbeiter freiwillige Helfer Ihrer Organisation vor Ort oder unterstützen Sie in erste Linie durch Spendengelder oder durch Knowhow?
Wir entsenden Zivildiener und haben Freiwillige vor Ort, die sehr gute Arbeit leisten, die gut kommunizieren und die auch die gute Kooperation zum Partner der Evergreen Community pflegen.
Wie stellen Sie sicher, dass die Spendengelder auch wirklich direkt bei den Notleidenden vor Ort ankommen?
Die Spender können bei uns direkt verfolgen, was mit dem Geld passiert, wir berichten transparent und als Kleinorganisation haben wir das Spendengütesiegel. Für die Sicherheit, dass das Geld dort ankommt, wo es gebraucht wird, sorgt neben dem Rechnungslegungssystem der Einsatz von Rechnungsprüfern und vor Ort mit den Freiwilligen und Einheimischen, die genau ein Auge drauf werfen.
Wie viele Projekte haben Sie derzeit im Laufen?
Wir haben in der Region Stung Treng fünf Projektträger in Grundbildungsschulen sowie Hygiene, Wasser, Landwirtschaft, Ausbildung wie die Holzwerkstätte für die Jugendlichen.


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