Frauenbericht-Präsentation: „Es wird sichtbar und auch ein bisschen laut“

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Anna Stadler Anna Stadler, Tips Redaktion, 27.06.2019 19:32 Uhr

LINZ. Zum zweiten Mal beleuchtet der Linzer Frauenbericht dieses Jahr die Situation der Frauen in Linz. Am Freitag, 28. Juni wird ab 20 Uhr der Hauptplatz zur Projektionsfläche für die Ergebnisse.

2011 wurde im ersten Frauenbericht der Stadt Linz die Lebenssituation der Frau untersucht und aufgeschlüsselt. Der Frauenbericht 2019 macht nun zum zweiten Mal die Lebenssituationen von Frauen beziehungsweise auch von unterschiedlichen Gruppen von Frauen sichtbar. Der zweite Frauenbericht basiert ausschließlich auf quantitativem Datenmaterial. Offenbart dieses in manchen Bereichen Verbesserung hinsichtlich der Gleichstellung, hat sich die Situation in anderen Bereichen kaum verbessert - so zum Beispiel wenn es um Einkommensunterschiede geht.

Frauen nach wie vor benachteiligt

Das mittlere monatliche Bruttoeinkommen der unselbstständig erwerbstätigen Linzerinnen betrug im Jahr 2016 1.724 Euro. Frauen verdienten durchschnittlich 60,6 Prozent der durchschnittlichen Einkommen von Männern in Linz. Auch wenn nur die Einkommen von Vollzeiterwerbstätigen verglichen werden, verdienen Frauen in Oberösterreich durchschnittlich über ein Viertel weniger (26,1 Prozent) als Männer. Trotz steigender Qualifikation sind Frauen in Führungspositionen stark unterrepräsentiert. „Die Gründe für die Einkommensunterschiede sind die Gleichen“, so Studienautorin Julia Schuster vom Institut für Frauen- und Geschlechterforschung an der JKU. Maßgebliche Verbesserungen gab es bei der Repräsentanz und der Partizipation im und am politischen Leben.

Frauenbericht sichtbar machen

„Es war mir wichtig, eine möglichst einprägsame Präsentationsform für unseren Frauenbericht zu finden“, so Frauenstadträtin Eva Schobesberger. Dabei sollen auch Frauen, die normal nicht auf den Frauenbericht aufmerksam würden, angesprochen werden. „Ich freue mich daher sehr, dass wir FIFTITU% dazu gewinnen konnten, diese spektakuläre feministische Intervention im öffentlichen Raum zu entwickeln.“ „Wir haben ein Konzept entwickelt, dass sich an die Passantinnen richtet“, beschreibt Oona Valarie Serbest von FIFTITU%.

Betroffene sprechen

Im Vorfeld der Intervention findet der Linzer Dyke-March statt. Dieser hat das Ziel die Vielfalt, die Diversität und Fluidität von Weiblichkeit aufzuzeigen. Mit dem Ende des Marsches beginnt um 20 Uhr die Intervention mit einem „Walk der Sichtbarkeit“ rund um den Hauptplatz. „Die Intention war, das was im Frauenbericht wissenschaftlich aufgearbeitet wurde, so darzustellen, dass man sieht was das im Leben bedeutet“, so Serbest. Dementsprechend sprechen bei dem Walk zwölf Betroffene selbst über Themen wie Armut, Gesundheit und mehr. „Gewalt ist das einzige Thema, wo wir beschlossen haben, wir lassen keine Betroffene sprechen.“ Dazu spricht eine Juristin vom Autonomen Frauenzentrum.

„Berichte sind sonst oft sperrig. Das man so was auf diese Art umsetzten kann, da bin ich begeistert“, zeigt sich auch Studienautorin Schuster begeistert.

Groß, laut und sichtbar

Um 21.15 startet die Textprojektion von der, mit dem mit dem Marianne.von.Willemer-Preis für digitale Medien der Stadt Linz ausgezeichneten, Pionierin der Projektionskunst starsky. Sie gestaltet gigantische Kunstprojektionen die ein Gesamtkunstwerk aus Sprache, Bild, Kommunikation und Raum darstellen. Begleitet wird sie von der Komponistin Elisabeth Schimana, eine der österreichischen Pionierinnen der elektronischen Musik. „Es wird sichtbar und auch ein bisschen laut - außer zwischen 10 und 11, da wird es schon ein bisschen leiser.“

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