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Nicht alle Impfwilligen über 80 Jahre in Linz können derzeit immunisiert werden

Jürgen Affenzeller, 20.01.2021 09:55

LINZ/OÖ. Oberösterreich ist bei den ausgelieferten Impfdosen österreichweit Schlusslicht. Der Linzer Gesundheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) betont: „Landeshauptmann und Gesundheitsreferentin müssen tätig werden.“  In Linz sollen bis Ende Jänner 2.000 Linzer über 80 Jahre geimpft werden.

Der Linzer Gesundheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) (Foto: FPÖ)
Der Linzer Gesundheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) (Foto: FPÖ)

Oberösterreich kann bei der Verteilung von Corona-Impfstoffen nicht auf einen „Heimat-Bonus“ durch Gesundheitsminister Anschober zählen. Ganz im Gegenteil: „Oberösterreich ist bei der Verteilung der Impfstoffe klares Schlusslicht. Für gerade einmal etwa 0,7% der Oberösterreicher ist aktuell Impfstoff vorhanden. In Vorarlberg sind es zum Beispiel mehr als dreimal so viel. Wie so oft, lässt uns Minister Anschober im Stich“, zeigt der Linzer Gesundheitsstadtrat Michael Raml auf und informiert.

„Bereits bei der ersten Verteilung der Impfstoffe Anfang Jänner hat sich dieser Negativtrend abgezeichnet. Von den damals 8360 österreichweit verfügbaren Dosen gingen gerade einmal 460, also nur rund 5% der Gesamtmenge, nach Oberösterreich. Wien und Niederösterreich bekamen jeweils fünfmal so viel. Hier erwarte ich mir von Landeshauptmann Stelzer und Gesundheitsreferentin Haberlander, dass sie rasch tätig werden. Diese ungerechte Verteilung ist gerade in Zeiten der Knappheit besonders prekär. Ein nachvollziehbarer und fairer Verteilungsschlüssel ist unabdingbar.“

Zahlreiche Unsicherheiten

„Die Bundesregierung will den Eindruck vermitteln, dass die Corona-Impfung voll im Gange ist. Ihre chaotische Vorgehensweise verhindert jedoch eine sinnvolle Abwicklung der Impfung für die über 80-Jährigen. Vor allem die Senioren in Oberösterreich sind davon betroffen“, zeigt der Gesundheitsstadtrat das neuerliche Versagen der Bundesregierung auf.

„Auch bei den über 80-Jährigen darf es keinen Zwang zur Impfung geben und die freiwillige Entscheidung muss immer gewahrt bleiben. Dennoch muss für jene, die sich für die Impfung entscheiden, ausreichend Impfstoff vorhanden sein. Mit dem aus Wien für Oberösterreich zur Verfügung gestellten Impfstoff ist es aber bei weitem nicht einmal möglich, die impfwilligen Senioren zu immunisieren. Nach dem völligen Chaos und stundenlangen Wartezeiten bei der Anmeldung wurden landesweit etwa 14.400 Impftermine vergeben. Weitere 21.000 Senioren stehen auf einer Warteliste. Wie lange, das ist unklar. Es sollen erst weitere Termine vergeben werden, wenn neue Impfdosen zur Verfügung stehen, erklärt dazu der oö. Impfkoordinator.“

2.000 Linzer über 80 Jahre bis Ende Jänner geimpft

Aus derzeitiger Sicht können etwa 2.000 Linzer über 80 Jahre bis Ende Jänner geimpft werden. „Die Abhängigkeit von der Lieferung der notwendigen Impfdosen sowie die schwierige Logistik stellt uns als Gesundheitsbehörde vor eine wesentlich schwierigere Aufgabe als bei sonstigen Impfaktionen wie beispielsweise der Grippe-Impfung. Aufgrund der begrenzten Impfdosen können leider nicht alle impfwilligen Linzer über 80 Jahren bis Ende Jänner geimpft werden. Landeshauptmann Stelzer und Gesundheitsreferentin Haberlander haben dringenden Aufholbedarf.“


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