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LINZ. Ob Tablet, Sprachsoftware oder mehrsprachiges Bilderbuchservice - In Linzer Kinderbetreuungseinrichtungen werden Angebote zur spielerischen Medienbildung gesetzt. Auf diesem Weg sollen die Kinder einen kritischen, produktiven und selbstbestimmten Umgang mit neuen Medien lernen.

In Linzer Kinderbetreuungseinrichtungen wie Horten werden verschiedene Angebote zur Vermittlung von Medienkompetenz bei Kindern gesetzt (Symbolbild). (Foto: Land OÖ)

Oft seien es bereits die Kleinsten, die ihre Eltern im Umgang mit Smartphone, Tablet und Laptop alt aussehen lassen würden, heißt es in einer Pressekonferenz von Bildungsstadträtin Eva Schobesberger. Die Vermittlung einer entsprechenden Medienkompetenz komme jedoch oft zu kurz. Damit ist gemeint, dass verschiedene Medien und ihre Inhalte sowohl kompetent als auch kritisch genutzt werden können beziehungsweise das Agieren mit diesen Kanälen möglich ist. Die Stadt Linz setzt daher bereits bei den Jüngsten an und bietet Angebote für Krabbelstuben, Kindergärten und Horte.

Von Tablets bis zu Schlaumäusen

So wurde ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, bei dem jede Gruppe in zwei städtischen Kindergärten mit einem eigenen Tablet ausgestattet wurde. Ziel ist, mit den Kindern gemeinsam den Umgang zu üben und das Tablet als Informations- und Wissensquelle zu nutzen. Ein weiteres digitales Angebot für Kinder ist das digitale mehrsprachige Bilderbuchservice Polylino. Dabei besteht die Möglichkeit, sich Lieblingsgeschichten gleichzeitig auf Deutsch und auf einer anderen Sprache anzuhören. Mehrsprachige Kinder sollen auf diese Weise angeregt werden, ihre sprachlichen Kenntnisse einzusetzen. Bei der Sprachsoftware „Schlaumäuse“ von Microsoft können Kinder selbstständig die Welt der Sprache entdecken. Dabei gibt es unterschiedliche Spielformate, die frühkindliche Sprachförderung und Sprachkompetenz unterstützen. In den Linzer Kinderbetreuungseinrichtungen wird den Kindern eine Grenze vorgegeben, wie lange sie das Programm nutzen dürfen.

Kooperationen mit Ars Electronica Center und Kinderkulturzentrum Kuddelmuddel

Damit Kinder Medienkompetenz erlernen, bestehen zudem Kooperationen mit dem Ars Electronica Center (AEC) und dem Kinderkulturzentrum Kuddelmuddel. Das AEC bietet für Kinder im letzten Kindergartenjahr jährlich ein Kinderforschungslabor mit neuen Medien an. Gelernt wird zum Beispiel Programmieren auf spielerischem Niveau. Da die Corona-Maßnahmen Kinderbetreuungseinrichtungen bei Ausgängen und externen Besuchen eingeschränkt haben, hat das Kinderkulturzentrum Kuddelmuddel interaktive Online-Mitmachangebote für Kindergartenkinder gestaltet. Dazu zählen etwa ein Workshop zu Zirkus und Mitmachgeschichten. “Kinder sollen neue Medien von Anfang an kreativ, aber auch kritisch nutzen. Ziel ist es, dass Kinder nicht nur konsumieren, sondern früh die Welt entdecken, die neue Medien eröffnen und sich in dieser selbstbestimmt und selbstbewusst bewegen können. Genauso spielerisch sollen sie die kritische Auseinandersetzung damit lernen. Sobald Kinder Smartphones, Tablets und andere Devices in den Händen halten, sollen sie auch die entsprechenden Kompetenzen vermittelt bekommen“, hält Schobesberger (Grüne) fest.

Übereinstimmung mit BildungsRahmenPlan

Medienkompetenz werde in Übereinstimmung mit dem Österreichischen BildungsRahmenPlan geschult, ergänzt der Direktor der Kinder- und Jugendservices der Stadt Linz Josef Kobler. Dieser definiere digitale Medien als wichtiges Mittel zur gesellschaftlichen Partizipation. „Digitale Medien bestimmen den Alltag von Erwachsenen und Kindern und sind zu einem wichtigen Mittel gesellschaftlicher Partizipation geworden. Eine zeitgemäße elementare Bildung umfasst daher auch die Förderung kindlicher Medienkompetenz. Diese befähigt Kinder, unterschiedliche Medien zunehmend selbstgesteuert und kritisch zu nutzen. Die kreative Gestaltung von Medien ermöglicht darüber hinaus, sich auszudrücken und eigene Produkte zu schaffen“, heißt es im BildungsRahmenPlan wortwörtlich. Ziele von Medienbildung seien unter anderem der Einsatz von Medien als Informationsquelle, zur Kommunikation, aber auch Unterhaltung und Entspannung. Außerdem sollen Kenntnisse über die Art und Funktion von Medien erworben und der eigene Umgang mit Medien bewusst reflektiert werden.


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