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Online Redaktion, 03.01.2022 18:29

LINZ. Corona prägte in Linz nicht nur das Jahr 2021, sondern auch den Jahreswechsel: Nachdem Silvesterpartys, -läufe und Co. abgesagt werden mussten, fanden in Linz zwei Demos von Corona-Maßnahmen-Gegnern statt. Unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen wurde am 2. Jänner jedoch auch der Corona-Opfer gedacht und ein Zeichen für den Zusammenhalt gesetzt.

Ein Menschenmeer setzten in Linz ein Zeichen für den Zusammenhalt. (Foto: Tom Mesic)
  1 / 4   Ein Menschenmeer setzten in Linz ein Zeichen für den Zusammenhalt. (Foto: Tom Mesic)

Um größere Menschenansammlungen zu vermeiden, hatte sich die Stadt Linz erneut dazu entschlossen, die traditionelle Silvesterparty am Hauptplatz und damit auch das Feuerwerk abzusagen. Corona-Maßnahmen-Gegner führten jedoch am 31. gleich zwei Demonstrationen durch – ab 17 bzw. ab 21 Uhr bis 2 Uhr nachts. Im Internet fand sich im Vorfeld unter anderem die Beschreibung „Fackelumzug und Silvesterparty der Freiheit“.

Beim Linzer Bürgermeister Klaus Luger stieß dies auf Unverständnis: „Angesichts der noch bestehenden Pandemie ist das höchste Gebot, soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren und vor allem größere Menschenansammlungen zu meiden. Deshalb war die einzig vernünftige Entscheidung, auch heuer das Silvesterfeuerwerk am Hauptplatz abzusagen. Leider musste die Polizei eine Demonstration am Silvesterabend genehmigen. Für diese Veranstaltung habe ich null Verständnis.“

Mehrere Anzeigen bei Silvester-Demos

Bei der ersten Versammlung trafen sich rund 230 Teilnehmer auf dem Hauptplatz. Beim Abmarsch des zweiten Demonstrationszuges wurden rund 640 Teilnehmer gezählt. Über die Nibelungenbrücke bewegte sich der Zug bis zum Volksgarten und wieder zurück zum Hauptplatz. Insgesamt kam es zu elf Festnahmen wegen verwaltungsrechtlicher Delikte sowie Verdachts des Widerstands gegen die Staatsgewalt, auch von Gegendemonstranten. Zudem wurden eine Anzeige wegen Urkundenunterdrückung – dem Diebstahl der Kennzeichentafel eines Streifenwagens –, eine Anzeige wegen Sachbeschädigung an einem Streifenwagen, 24 Anzeigen wegen des Verstoßes gegen FFP2- Masken-Trageverpflichtung sowie 20 Anzeigen wegen verwaltungsrechtlicher Delikte ausgesprochen. Die Polizei führte zehn Identitätsfeststellungen durch.

Zeichen für Zusammenhalt

Um ein stilles Zeichen der Solidarität zu setzen, kamen am 2. Jänner dann laut Angaben der Veranstalter rund 2.500 Teilnehmer abends auf den Linzer Hauptplatz; mit einer Kerze in der Hand – einerseits, um der 13.500 an Covid Verstorbenen zu gedenken, und andererseits als ein Symbol der Wertschätzung für die Menschen, die im Gesundheits- und Pflegebereich arbeiten, den an Long-Covid-Erkrankten und allen, die unter der Pandemie zu leiden haben. „Wir haben YesWeCare organisiert, weil wir ein deutliches Signal für den gesellschaftlichen Zusammenhalt setzen möchten und weil es ein klares Zeichen für ein vernünftiges und wertschätzendes Miteinander braucht“, betont Barbara Mitterndorfer-Ehrenfellner, die gemeinsam mit Beatrice Keplinger die Veranstaltung in Privatinitiative organisiert hat. Der Erfolg hat die beiden überrascht: „Es war überwältigend. Wir haben nicht gewusst, wie viele Menschen wirklich kommen und dass wir so viele motivieren können zu kommen, das war Gänsehaut-Feeling.“

Auch die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin Elisabeth Wimhofer, die auf einer Corona-station arbeitet, zeigte sich sichtlich gerührt: „Ich habe spontan frei bekommen und war natürlich in Linz beim Lichtermeer. Es war so schön. Mir sind in den Schweigeminuten die Tränen gekommen. Danke für die Organisation. Es ist eine anstrengende Zeit, aber da bekommt man wieder Mut und Kraft zum Weitermachen.“ So wie es der Krankenschwester gegangen ist, ist es vielen gegangen. „Dieses Gemeinschaftsgefühl, gemeinsam da zu stehen am Hauptplatz und zu wissen, man ist nicht alleine, das haben wir auch gespürt“, so Mitterndorfer-Ehrenfellner. „Das was wir erreichen wollten – nämlich zu sehen, man ist nicht alleine –, das haben wir erreicht.“

Weitere Veranstaltung eventuell im Februar

Ob eine weitere Veranstaltung dieser Art noch einmal organisiert wird, kann Mitterndorfer-Ehrenfellner noch nicht genau sagen, nur so viel: „Es war schon so, dass viele Leute gesagt haben: ‚So und jetzt sind wir da und nächste Woche stehen wir wieder da.‘ Wir werden uns mit den Veranstaltern der anderen YesWeCare-Initiativen zusammenreden, dass wir österreichweit eine Veranstaltung zusammenbringen. Wir schauen, dass wir im Februar eventuell wieder eine Veranstaltung organisieren.“ Dabei gehe es nicht darum, noch mehr zu spalten oder sich gegen die Impfgegner aufzuspielen, sondern eher darum, wieder ein Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen und zum Ausdruck zu bringen: „Wir sind nicht alleine.“


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