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LINZ. Das Programm AusbildungsFit bereitet junge Menschen auf den Arbeitsmarkt vor. Damit soll das Programm ein Stückchen Chancengleichheit wiederherstellen für Jugendliche und junge Erwachsene wie Enya, Keti, Ahmad und Sibius.

Von kreativen Aktivitäten bis Finanzbildung bereitet AusbildungsFit Jugentlich auf den Arbeitsmarkt vor. (Foto: Tips/Stadler)

Enya, Keti, Ahmad und Sibius vier junge Menschen, jeder mit einer eigenen Geschichte und einer eigenen Persönlichkeit. Eines haben sie jedoch gemeinsam: Sie nehmen alle vier am Programm AusbildungsFit teil. Das Programm soll Jugendlichen dabei helfen, fit für den Arbeitsmarkt zu werden. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein absolviertes Jugendcoaching beim AMS. Über ihren Jugendcoach sind auch Enya, Keti, Ahmad und Sibius zu AusbildungsFit gekommen. „Es gibt keine Chancengleichheit“, erzählt Betreuerin Hildegard Kratny-Heumel. Das Programm soll jedoch jungen Menschen wieder Chancen bieten, die sonst vielleicht keine mehr hätten. „Wir schreiben eigentlich keine Bewerbungen gemeinsam oder reden über den Lebenslauf“, erzählt Enya, die möglichst bald einen Job finden will. Um die 20 Bewerbungen pro Monat schreibt sie selbst.

„Ich bin dann hierher gekommen, einfach auch damit ich wieder eine Tagesstruktur habe“, erzählt Keti und stimmt darin mit Sibius überein. „Da geht es auch um die Kompetenz, Arbeitsaufträge anzunehmen, die einem nicht gefallen“, erzählt Betreuerin Hildegard Kratny-Heumel. „Es ist auch wichtig, dass man ein Mentor ist.“ Denn viele der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die zu AusbildungsFit kommen, müssen ihren Weg erst finden. Wo sich andere auf ein unterstützendes Netzwerk verlassen können, ist dies bei ihnen oft nicht der Fall. Die Gründe dafür sind vielfältig, ebenso wie ihre Vorgeschichten.

Ziel: Lehre

Eigentlich hatte Enya eine Lehre bei einem großen Lebensmittelhändler begonnen, jedoch schnell bemerkt, dass ihr der Job nicht gefiel. Durch ihre Mutter kam sie dann auf den Beruf zahnärztliche Assistentin und fing eine Ausbildung in diesem Bereich an. Jedoch gab es Probleme mit ihrem Chef. „Der hat nicht normal geredet, der war immer gleich laut“, erzählt sie. Das Ausbildungsverhältnis ging in die Brüche und es stellte sich heraus, dass ihr Chef sie nicht einmal ordnungsgemäß angemeldet hatte. Enya landete beim AMS.

Ganz anders die Geschichte von Keti. Sie ging ins Gymnasium. „Ich dachte, dann es ist cool, wenn man ein bisschen frech ist. Also eigentlich war ich gscheit frech“, erzählt sie offenmütig. Sie wechselte die Schule. „Ich habe es geliebt, ich bin jeden Tag mit Herzen reingekommen.“ Nach der Neuen Mittelschule entschied sie sich für eine HTL. Unter anderem Probleme mit den Eltern sorgten für schlechte Noten. „Es war wirklich viel.“ Mittlerweile lebt die 18-Jährige mit Unterstützung des Jugendamtes in ihrer eigenen Wohnung. Ihr Ziel: eine Vermessungstechnik-Lehre. Der 17-jährige Sibius hingegen war nie gerne in der Schule. Nach der Mittelschule kam die Polytechnische Schule. „Eigentlich waren meine Noten eh gut, aber meine Mutter ist ziemlich streng, deshalb hätte ich wiederholen sollen, aber es gab keine Plätze mehr. Ich wusste dann nicht, was ich tun soll.“ Was er jetzt machen will: „Irgendwas mit Insekten oder Fischen!“ Von seinem Interesse an Naturwissenschaften, Spinnentieren und Insekten zeugen auch die Pins auf seiner Lederjacke: Neben drei Pride-Pins ziert auch eine Spinne das Revers.

Ahmad ist aus Syrien geflüchtet. In die Schule gehen konnte er dort aufgrund des Kriegs kaum. Lesen und Schreiben lernte er nur in seiner Familie. In Österreich hat er mittlerweile schon den Deutsch-Sprachkurs A2 bestanden und macht derzeit das Niveau B1 nach europäischem Referenzrahmen. Was das bedeutet: „Ich kann über Erfahrungen und Ereignisse berichten, Träume, Hoffnungen und Ziele beschreiben.“ Seine Ziele und Träume sind klar. Derzeit macht er neben dem Programm seinen Pflichtschulabschluss. Dann will er im landwirtschaftlichen Bereich arbeiten, genauer gesagt mit Saatgut. „Das war schon der Beruf von meinem Vater und von meinem Großvater. Ich habe da Erfahrung und das interessiert mich auch sehr.“


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