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Linzer Primar in führende Forschungsposition der Europäischen Fachgesellschaft für Nephrologie gewählt

Nora Heindl, 28.09.2022 11:59

LINZ. Daniel Cejka, Abteilungsleiter der Nephrologie und Transplantationsmedizin im Ordensklinikum Linz Elisabethinen, bekleidet nun eine leitende Funktion bei der europäischen nephrologischen Fachgesellschaft (European Renal Association = ERA). Ein Expertengremium wählte ihn zum stellvertretenden Vorsitzenden der CKD-MBD-Arbeitsgruppe. Diese beschäftigt sich intensiv mit Störungen des Knochenstoffwechsels und Mineralhaushalts bei chronischen Nierenerkrankungen.

Daniel Cejka, Abteilungsleiter der Nephrologie und Transplantationsmedizin im Ordensklinikum Linz Elisabethinen (Foto: foto katharina stögmüller)

Die ERA ist ein Kreis aus rund 7.000 europäischen Nephrologen und damit eine der größten Nieren-Fachgesellschaften weltweit. Sie widmet sich der Lehre und Fortbildung von Nephrologen und der weiterführenden paneuropäischen Forschung an Nierenerkrankungen.

Alle zwei Jahre wählt das ERA-Expertengremium neue Mitglieder, Vorstände und deren Stellvertreter für die acht ERA-Arbeitsgruppen. Eine von ihnen ist die CKD-MBD-Working-Group. „CKD“ steht hierbei für „Chronic Kidney Disease“, „MBD“ bedeutet „Mineral and Bone Disorder“. Die Arbeitsgruppe konzentriert sich also auf den Mineral- und den Knochenstoffwechsel bei chronischen Nierenerkrankungen.

Um sich um eine Mitgliedschaft in der CKD-MBD-Working-Group bewerben zu können, sind eine langjährige Erfahrung als Nephrologe sowie mehrere international publizierte wissenschaftliche Arbeiten im Gebiet der MBD notwendig.

Ein Mitglied der CDK-MBD-Arbeitsgruppe ist Daniel Cejka bereits seit Oktober 2020. Nun folgte der nächste Schritt: Der neu gewählte Vorstand der zehnköpfigen Arbeitsgruppe, der Schwede Mathias Loberg Haarhaus (Karolinska Institut Stockholm), schlug den österreichischen Nierenexperten als seinen Stellvertreter vor. Das Expertengremium bestätigte die Wahl. Seither organisiert Cejka Fortbildungen und Forschungsprojekte auf europäischer Ebene mit. Eine Angelobung in Präsenzform kam aufgrund der Corona-Pandemie und der europaübergreifenden Arbeitsweise nicht zustande. Die Mehrzahl der Konferenzen findet im virtuellen Raum statt.

Sterblichkeitsrisiko um ein Vielfaches erhöht

„Das CKD-MBD-Syndrom verursacht Störungen im Calcium-, Phosphat- und Vitamin D-Haus-halt. Es verläuft lange Zeit symptomlos. Treten schließlich Beschwerden auf, haben diese rasch weitreichende Folgen“, erklärt Cejka. „Osteoporose und arterielle Gefäßverkalkungen sind besonders häufige Folgen dieser Nierenerkrankung. Das Risiko für Oberschenkelhalsbrüche ist um das Zwei- bis Vierfache, jenes für Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und plötzlicher Herztod gar um das Zehn- bis Fünfzehnfache erhöht.“

Dies alles resultiert in einer stark verminderten Lebensqualität und -erwartung. Herzinfarkte sind wegen der Calcium- und Phosphatablagerungen in den Gefäßen unter CKD-MBD-Patienten weit verbreitet. „Die Gefäßverkalkung lässt sich nur schwer durch ein Eingreifen in den Mineral- und Knochenstoffwechsel behandeln“, so der Primar der Nephrologie.

Klinische Studien machen Hoffnung auf bessere Behandlung

Cejka arbeitet mit seinem Team derzeit an drei klinischen Studien, die sich mit der Senkung der Verkalkungsneigung bei chronischen Nierenerkrankungen beschäftigen. Zwei der Arbeiten sind bereits abgeschlossen, die erste schon im „Clinical Kidney Journal“, einem offiziellen Journal der ERA, publiziert. Die dritte Studie läuft noch zumindest bis zum Jahresende.

Cejka erläutert: „Mit einer Veränderung des Dialysats möchten wir die Verkalkungsneigung der Blutgefäße vermindern.“ Die klinische Studie wird durch den FWF (Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung) unterstützt. Damit betrachtet der Fonds das Vorhaben des Primarius am Ordensklinikum Linz als aussichtsreich und förderungswürdig, was durchaus bemerkenswert ist: Lediglich etwa zehn bis fünfzehn Prozent aller beim FWF eingebrachten Forschungsanträge werden schlussendlich bewilligt. Der Großteil der Ansuchen kommt von Universitäten, nur eine Handvoll stammt von behandelnden Ärtzen im klinischen Spitalsbetrieb.

Zur Person

Daniel Cejka studierte an der Med.-Uni Wien und habilitierte sich auf dem Gebiet der CKD-MBD. Er arbeitete am AKH Wien, bevor er 2016 ins Ordensklinikum Linz Elisabethinen wechselte. Rund 60 Nierentransplantationen finden jährlich im einzigen Nierentransplantationszentrum Oberösterreichs statt.

Der Abteilungsleiter der Nephrologie beobachtet auf seiner Abteilung eine Zunahme an chronisch Nierenerkranken. „Die Zahl der Dialyse- und Transplantpatienten steigt“, so Cejka. In Anbetracht dieser Tatsache ist es besonders wichtig, Nierenerkrankungen durch Bluthochdruck und Diabetes erst gar nicht erst entstehen zu lassen.


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