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KUK-Vorfall: Stadt leitet Prüfung ein, Ärztekammer pocht auf Sachlichkeit statt Ärzte-Bashing

Online Redaktion, 28.01.2026 17:42

LINZ. Einer jungen Frau wurde im Sommer im Kepler Universitätsklinikum fälschlicherweise eine gesunde Gebärmutter entfernt. Der bekannt gewordene Fall zieht Reaktionen nach sich. 

 (Foto: Kuk)
(Foto: Kuk)

Der Magistrat Linz wird im Rahmen der sanitären Aufsicht tätig, informiert Gesundheitsstadtrat Michael Raml. Die Überprüfung erfolge unabhängig und setze den Fokus auf mögliche systemische und organisatorische Mängel bei der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften nach dem Krankenanstalten- und Kuranstaltengesetz.

„Die zuständige Abteilung der Stadt Linz wird diesen tragischen Fall objektiv prüfen. Ziel ist es, für eine vollständige Aufklärung zu sorgen und die Sicherheit der Patientinnen und Patienten bestmöglich zu gewährleisten. Es muss alles daran gesetzt werden, dass sich solche Tragödien nicht wiederholen“, erklärt Raml.

„Wie das KUK mit diesem Fall umgegangen ist, ist kein Glanzstück“

„Die Erstreaktionen und Erklärungen sind erfolgt. Dass damit der Fall um die fälschlicherweise entfernte Gebärmutter einer Patientin im KUK nicht erledigt ist, ist glasklar. Die Aufarbeitung beginnt erst und es stellen sich etliche Fragen, die auf eine Antwort warten. Es muss vor allem auch im Interesse des KUK selbst liegen, dass Hintergründe und Ursachen nicht nur lückenlos aufgeklärt, sondern auch der Öffentlichkeit transparent dargestellt werden. Auch um sie künftig zu vermeiden“, fordert die Grüne Gesundheitssprecherin LAbg. Brigitte Huber-Reiter.

So stelle sich die Frage, wo die Kontaminierung der Probe stattgefunden hat. Bei der Probenentnahme? Wurde die Probe falsch beschriftet, nicht ordnungsgemäß in den Behälter eingebracht? Hat es Probleme beim Transport gegeben oder eine kontaminierte Trägerplatte in der Pathologie? „Um in Zukunft solche Fälle zu vermeiden, muss die Fehlerquelle konkret bekannt sein und sollte auch transparent gemacht werden“, betont Huber-Reiter. 

Zu hinterfragen sei einmal mehr die Kommunikation. „Der Öffentlichkeit mitzuteilen, dass man seitens des Spitals rechtlich und medizinisch kein Fehlverhalten sieht, versprüht eine gewisse Unterkühlung, um es noch nett auszurücken. Es mag kein Fehl-„Verhalten“ gewesen sein, in jedem Fall ist aber ein Fehler passiert“, fordert Huber-Reiter und betont: „Wie das KUK mit diesem Fall umgegangen ist, ist kein Glanzstück.“

„Sachliche Aufarbeitung statt Ärzte-Bashing“

Betroffen zeigt sich auch Peter Niedermoser, Präsident der OÖ Ärztekammer: „Es ist schrecklich, was dieser jungen Frau passiert ist. Es muss in jeder Hinsicht alles unternommen werden, um ihr zu helfen und ihr in ihrem Leid und ihren Ängsten zur Seite zu stehen.“ Er ist  selbst Pathologe und weiß: „Der Aufwand, der personell, organisatorisch und finanziell in den Häusern geleistet wird, ist enorm.“ Leider passieren aber auch Unregelmäßigkeiten. „Gemessen an den vielen Millionen Einzelleistungen, die jährlich in unseren Spitälern erbracht werden, liegen diese wohl im Promillebereich. Aber jeder einzelne ist natürlich einer zu viel.“

Auf Unverständnis stößt bei ihm hingegen die Art der öffentlichen Diskussion, wo vielerorts von „Ärztepfusch“ und ähnlichem die Rede sei. „Die Kolleginnen und Kollegen leisten tagtäglich Hervorragendes. Das wird oft vergessen, als selbstverständlich erachtet und stattdessen tragische Fälle vor den Vorhang geholt“, so Niedermoser. „Die Ärztekammer für Oberösterreich steht geschlossen hinter jeder einzelnen Kollegin und jedem einzelnen Kollegen.“

„Pathologie ist Präzisionsmedizin“, betont Primar Yarub Salaheddin, Fachgruppenobmann-Stv. für Klinische Pathologie und Molekularpathologie in der OÖ-Ärztekammer sowie Leiter des Instituts für Pathologie im Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr. Pathologen liefern jene Parameter, auf denen die weitere Therapie aufbaut. Weil diese Entscheidungen so weitreichend sind, sei Qualitätssicherung Kern des Berufs. Jede Probe werde nach definierten Abläufen übernommen, eindeutig zugeordnet und lückenlos dokumentiert. „Sollten aber Unregelmäßigkeiten passieren, braucht es eine sachliche Aufarbeitung statt Ärzte-Bashing“, so Niedermoser.


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