Linzer Schauspielensemble sammelt über 23.000 Euro für Gewaltschutzzentrum
LINZ. Das Schauspielensemble des Landestheaters hat 23.265,82 Euro an Spenden für das Gewaltschutzzentrum Oberösterreich gesammelt.

Die Spenden wurden bei den Produktionen „Die Bettleroper“ sowie „Woyzeck/Marie“ gesammelt, die sich beide mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen und unterschiedlichen Formen von Gewalt auseinandersetzen. Das Publikum war im Anschluss an die Vorstellungen zur Unterstützung aufgerufen.
„Mit 'Die Bettleroper' und 'Woyzeck/Marie' haben wir Geschichten erzählt, in denen Gewalt, Abhängigkeit und Machtmissbrauch eine zentrale Rolle spielen. Umso berührender ist es für mich, dass unser Publikum den Schritt von der künstlerischen Auseinandersetzung zur konkreten Unterstützung gegangen ist. Die große Spendenbereitschaft zeigt, dass Theater nicht nur ein Ort des Nachdenkens, sondern auch der Solidarität sein kann“, freut sich Schauspieldirektor David Bösch.
„In dieser Spielzeit haben wir von vielen Frauenfiguren erzählt, die ein Gewaltschutzzentrum gebraucht hätten. Uns war es wichtig, den realen Maries abseits der Bühne etwas zurückzugeben, wenn wir ihre Geschichten erzählen“, so auch Schauspielerin Cecilia Pérez.
Anlaufstelle für Menschen, die Gewalt erleben
Die Spendensumme wurde nun an Eva Schuh, Leiterin des Gewaltschutzzentrums Oberösterreich, übergeben. Die Mittel kommen Menschen zugute, die von Gewalt betroffen sind, und werden gezielt dort eingesetzt, wo rasche und unbürokratische Unterstützung notwendig ist – etwa für Sicherheitsmaßnahmen, Wohnungswechsel oder zur Stabilisierung in akuten Krisensituationen. Darüber hinaus ermöglichen die Spendengelder konkrete Schritte in ein eigenständiges Leben, beispielsweise durch Unterstützung bei Ausbildung, Mobilität oder Kinderbetreuung.
„Diese Hilfe ist für uns ein starkes Zeichen dafür, dass das Thema häusliche Gewalt in der Gesellschaft zunehmend die notwendige Aufmerksamkeit erhält. Es ist unerlässlich, dass sich alle Menschen mit diesem wichtigen Thema auseinandersetzen, denn es reicht nicht aus, keine Gewalt auszuüben. Jede und jeder Einzelne trägt eine Verantwortung, hinzusehen, zu unterstützen und zu einer gewaltfreien Gesellschaft beizutragen“, betont Eva Schuh, Geschäftsführerin des Gewaltschutzzentrums OÖ.


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