Wo sich Linzer unsicher fühlen: Auswertung zeigt "Angsträume" und mögliche Lösungen auf
LINZ. Schlecht beleuchtete Wege, Konflikte im Straßenverkehr oder Unsicherheit rund um den Hauptbahnhof: Im Rahmen der im Herbst 2025 gestarteten Sicherheitskampagne „Angsträume melden“ der Stadt Linz und des Ordnungsdienstes liegt nun das Ergebnis der Auswertung von Bürgermeldungen vor.

Die Sicherheitskampagne hat gezeigt, an welchen Orten sich Menschen besonders unwohl fühlen. Die Auswertung von Bürgerhinweisen liefert auch Ansatzpunkte für Verbesserungen – von besserer Beleuchtung bis hin zu verstärkten Kontrollen.
23 „Angsträume“ gemeldet
Das Sicherheitsressort unter Stadtrat Michael Raml (FPÖ) und der Ordnungsdienst haben die eingegangenen Hinweise gebündelt und nach Themenbereichen wie etwa Beleuchtung, Verkehr oder Drogenkonsum und auffälliges Verhalten im öffentlichen Raum strukturiert. Insgesamt beziehen sich die Auswertungen auf 23 gemeldete Orte, die in mehreren Fällen mehrfach gemeldet wurden.
„Mit gutem Gefühl im Alltag“
„Sicherheit bedeutet, dass sich die Menschen im Alltag frei und mit einem guten Gefühl bewegen können. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung zeigen klar, wo Handlungsbedarf besteht. Viele Menschen schildern konkrete Situationen, in denen sie sich unsicher fühlen“, so Sicherheits-Stadtrat Raml. „Ziel ist es, die gemeldeten Angsträume Schritt für Schritt zu entschärfen und das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum spürbar zu stärken.“
Die Ergebnisse werden an die zuständigen Stellen innerhalb und außerhalb des Magistrats sowie an das Stadtpolizeikommando weitergeleitet und sollen auch in die Arbeitsgruppen des Linzer Sicherheitsgipfels einfließen.
Schlechte Beleuchtung häufigster Kritikpunkt
Ein großer Teil der Meldungen betrifft mangelnde Beleuchtung. Genannt wurden unter anderem
- die Stadlerstraße am Bindermichl
- die Donaulände
- der Wasserwald
- die Unterführung Untergaumberg
- die Bahnunterführung Wiener Straße beim Musiktheater
- der Peter-Behrens-Platz (Tabakfabrik)
- die Laskahofstraße / Neue Heimat
- der kleine Platz neben dem Brucknerhaus zwischen Unterer Donaulände und Ernst-Koref-Promenade
Als Lösung werden von den Meldern zusätzliche Lichtquellen oder Verbesserungen der bestehenden Beleuchtung vorgeschlagen. Je nach Standort liegt die Zuständigkeit bei unterschiedlichen Bereichen innerhalb der Stadt Linz, Immobilien Linz GmbH , Linz AG oder ÖBB.
Beschwerden über Verkehr und Konflikte im öffentlichen Raum
Weitere Hinweise betreffen die Landwiedstraße und die Europastraße. Dort berichten Bürger von unübersichtlichen Situationen und zu schnell fahrenden Radfahrern. Die vorgeschlagenen Lösungen reichen von Anpassungen der Verkehrsführung bis hin zu baulichen Maßnahmen, die für mehr Klarheit und Sicherheit sorgen sollen.
Im Bereich der Hertzstraße im Spallerhof wurden wiederholt Vorfälle mit Feuerwerkskörpern durch Jugendliche gemeldet. Der Ordnungsdienst kontrolliere hier bereits verstärkt.
Hauptbahnhof und Bulgariplatz bleiben Schwerpunkte
Laut den eingelangten Meldungen werden auch größere Bereiche wie die Innenstadt – vor allem rund um den Hauptbahnhof sowie der Bereich rund um den Bulgariplatz - als problematisch wahrgenommen. Dabei geht es häufig um subjektive Unsicherheitsgefühle im Zusammenhang mit Drogenkonsum oder auffälligem Verhalten im öffentlichen Raum.
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Der Ordnungsdienst arbeite hier eng mit der Polizei zusammen, so Mario Gubesch, Geschäftsführer des Linzer Ordnungsdienstes. „Unser Ziel ist es, Konflikte zu entschärfen und das Sicherheitsgefühl Schritt für Schritt zu stärken.“ Raml: „Gemeinsames Vorgehen sorgt dafür, dass Maßnahmen rasch greifen und sichtbar wirken.“
Videoüberwachung soll ausgeweitet werden
Raml spricht sich auch erneut für den Ausbau der Videoüberwachung an stark frequentierten Plätzen und bekannten Problemzonen aus. Bereits vorgeschlagen wurden von ihm das Kremplhochhaus, der Vorplatz des Hauptbahnhofs sowie die Haltestelle Goethestraße beim Volksgarten. Auch soll geprüft werden, die bestehende Videoüberwachung in der Unterführung Hinsenkampplatz – konkret beim Stiegenaufgang zur Fiedlerstraße - in Linz-Urfahr zu erweitern.
In der kommenden Woche werde der Sicherheitsausschuss gemeinsam mit der Polizei und den Linz Linien auch den Ausbau der Videoüberwachung im öffentlichen Verkehr besprechen, kündigt Raml an.
„Angsträume“ melden
Auch weiterhin können „Angsträume“ gemeldet werden, die Meldestelle ist zentral beim Ordnungsdienst Linz eingerichtet: Tel. 0732 7070 6066, office@ordnungsdienst.at
„Jede Meldung wird geprüft und fließt in unsere Arbeit ein. Der Ordnungsdienst ist im Stadtgebiet präsent, reagiert auf Hinweise und setzt gezielt Schwerpunkte“, so Gubesch.
ÖVP fordert Umsetzung eines Alkoholverbots am Hauptbahnhof
Die gemeldeten Problemzonen in Linz seien längst bekannt, es brauche endlich konkrete Maßnahmen, reagiert ÖVP-Gemeinderat Mario Hofer auf die Ergebnisse der Kampagne. Gefordert wird erneut ein Alkoholverbot beim Linzer Hauptbahnhof, insbesondere am Bahnhofsvorplatz und in den angrenzenden Parkbereichen. Dieses müsse jedenfalls Teil einer umfassenden neuen Linzer Sicherheitsstrategie sein.
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