Übungspremiere: virtueller Hubschrauberbrand am Neuromed Campus
LINZ. Ein brennender Rettungshubschrauber am Landeplatz des Neuromed Campus: Dieses Szenario übten das Kepler Universitätsklinikum und die Berufsfeuerwehr Linz erstmals mit einer Kombination aus realem Einsatz und virtueller Darstellung.

Ausgangspunkt war ein technischer Defekt beim Start. Die Besatzung konnte sich rechtzeitig retten. Der Brand selbst wurde mittels Virtual-Reality-Technik dargestellt. So konnten die Einsatzkräfte unter realitätsnahen Bedingungen trainieren, ohne einen echten Hubschrauber oder Menschen zu gefährden.
Training ohne echten Hubschrauber
Die Verantwortlichen des Kepler Universitätsklinikums, der Berufsfeuerwehr Linz sowie des ÖAMTC ziehen eine positive Bilanz. Digitale Simulationen ermöglichen es, komplexe Notfälle im Krankenhaus zu trainieren, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden.
„Virtuelle und erweiterte Realität machen es möglich, komplexe Einsatzlagen realitätsnah zu trainieren, ohne Patientinnen, Patienten oder Mitarbeitende zu gefährden. Gerade im hochsensiblen Krankenhausumfeld sind solche innovativen Trainingsformate ein wichtiger Beitrag, um im Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein“, sagt Meinhard Lukas, Geschäftsführer des Kepler Universitätsklinikums.
Aus Sicht der Einsatzorganisationen überzeugte vor allem die realitätsnahe Darstellung des Szenarios.
„Es war beeindruckend zu sehen, wie nahtlos Realität und virtuelle Einspielungen ineinander überblendet wurden – die Qualität der Darstellung hat mich wirklich überrascht. Solche innovativen Systeme schonen wertvolle Ressourcen, denn für Übungen muss nicht jedes Mal ein realer Hubschrauber abgestellt werden“, sagt Klaus A. Egger, Einsatzpilot des Christophorus Flugrettungsvereins des ÖAMTC.
Die Berufsfeuerwehr Linz sieht in der virtuellen Unterstützung einen deutlichen Mehrwert für die praktische Ausbildung. „Sie wird nicht die Basics ersetzen können, mit denen wir das Handwerk erlernen. Das ist auch nicht der Sinn. Dafür wird die taktische und strategische Anwendung der Grundlagen besonders ressourcenschonend möglich sein. Am Beispiel Hubschrauberlandeplatz ist dies deutlich zu sehen, da kein hochwertiges Einsatzmittel zur Lagedarstellung gebunden wird“, erklärt Oberbrandrat Klaus G. Thallinger, Berufsfeuerwehr Linz.
Modell für weitere Standorte
Die Erkenntnisse aus Linz sollen auch für künftige Übungen in der Oberösterreichischen Gesundheitsholding genutzt werden. Digitale Simulationen könnten künftig auch an weiteren Standorten zum Einsatz kommen.
„Die positiven Erfahrungen aus dieser Übung zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial digitale Simulationen für Ausbildung und Sicherheit für reale Gefahrensituationen im Gesundheitswesen besitzen. Deshalb beschäftigen wir uns intensiv damit, wie sich solche Technologien mit besonderer Realitätsnähe künftig auch an weiteren Standorten im Konzern der Oberösterreichischen Gesundheitsholding etablieren und für Schulungs- sowie Einsatzübungen nutzen lassen“, sagt Karl Lehner, Mitglied der Geschäftsführung der Oberösterreichischen Gesundheitsholding.
„Im Gesundheitswesen geht es immer um Menschen – und gerade im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen. Moderne Technologien helfen uns, schwierige Situationen zu simulieren und zu trainieren, damit unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Routine für den Ernstfall sammeln können“, betont Gesundheitsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander.








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