VCÖ warnt vor Unfällen auf Schutzwegen in der dunklen Jahreszeit
OÖ. Seit dem Wochenende wird es wieder früher dunkler. Eine VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt, dass in dieser Jahreszeit die Zahl der Schutzwegunfälle zunimmt.

Auch auf dem Schutzweg ist sicheres Überqueren nicht selbstverständlich: Im Vorjahr wurden in Oberösterreich im November 18 Schutzwegunfälle registriert, im Dezember waren es 16. Damit lagen diese beiden Monate an der Spitze. Zählt man den Jänner noch dazu, wurden insgesamt 42 Menschen bei Schutzwegunfällen verletzt.
55 Prozent dieser Unfälle ereigneten sich bei Dunkelheit oder Dämmerung. Schlechte Sicht erschwert es Fußgängern, einzuschätzen, ob sie von herannahenden Fahrzeuglenkenden wahrgenommen werden. Während bei Tageslicht Blickkontakt helfen kann, ist dieser im Dunkeln kaum möglich: Scheinwerfer blenden, das Fahrzeuginnere bleibt dunkel. Deshalb empfiehlt es sich, gerade bei Dunkelheit vor dem Betreten des Schutzwegs zu warten, bis das herannahende Fahrzeug steht.
Abbiegende Fahrzeuge als Risiko
VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk hebt hervor, „dass bei 95 Prozent der Schutzwegunfälle laut Polizei der Unfallgegner der Hauptunfallverursacher war und drei Viertel der Schutzwegunfälle auf Straßen mit Tempolimit 50 passierten“. Zudem ereignete sich jeder zweite Schutzwegunfall durch ein abbiegendes Fahrzeug.
Die Verantwortung der Fahrzeuglenkenden ist in der Straßenverkehrsordnung klar geregelt: Sie dürfen sich einem Schutzweg nur mit einer Geschwindigkeit nähern, die es ermöglicht, erforderlichenfalls rechtzeitig davor anzuhalten. Das bedeutet: Tempo reduzieren, bremsbereit bleiben und aufmerksam fahren. Bei schlechter Sicht muss die Geschwindigkeit zusätzlich angepasst werden.
Tempo 30 und bessere Sicht
Gemeinden und Städte können nach Ansicht des VCÖ mit mehr Verkehrsberuhigung und Tempo 30 statt 50 zur Sicherheit beitragen. Wie stark die Geschwindigkeit ins Gewicht fällt, zeigt der Anhalteweg: Dieser setzt sich aus Reaktions- und Bremsweg zusammen und ist laut VCÖ bei 50 km/h doppelt so lang wie bei 30 km/h.
Auch die Gestaltung der Schutzwege spielt eine wichtige Rolle. Der VCÖ fordert eine bessere Beleuchtung sowohl der Übergänge als auch ihres Umfelds. Außerdem soll das bestehende Park- und Halteverbot vor Schutzwegen von derzeit fünf auf zehn Meter ausgeweitet werden. Denn abgestellte Fahrzeuge können den Blick auf Menschen verdecken, die die Straße überqueren möchten. Besonders hohe Automodelle und Kleintransporter erschweren die Sicht.








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