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OBERÖSTERREICH. Die beinlose Echse, die trotz Namen und Aussehen weder blind noch eine Schlange ist, zählt zu den häufigsten Reptilienarten unserer Heimat und ist in Oberösterreich fast flächendeckend verbreitet. Ihr Name bedeutet „blendender Schleicher“ und bezieht sich auf das Glänzen der kupferfarbenen Schuppenhaut sowie die typische Fortbewegung.  

Die Blindschleiche – der Name trügt beim Reptil des Jahres 2017. Foto: Heidi Kurz
Die Blindschleiche – der Name trügt beim Reptil des Jahres 2017. Foto: Heidi Kurz

Blindschleichen sind leicht zerbrechliche Wesen. Ein unbedachter Griff und die mühelos zu fangenden Tiere „brechen“ entzwei. Während sich das längere Vorderende hastig davonschlängelt, verbleibt der kürzere Teil, heftig zappelnd, in der geschlossenen Hand. Mit diesem Trick gelingt es in Gefahr geratenen Blindschleichen oftmals, ihre Feinde zu verwirren und ihnen zu entkommen. Möglich wird dies durch mehrere Sollbruchstellen, die es den Tieren erlauben, den Schwanz abzuwerfen. Dieser wächst wieder nach, allerdings nur als verkürzter, kugeliger Stumpf, erklärt Heidi Kurz vom Naturschutzbund Oberösterreich.

Mensch ist der größte Feind

Die Blindschleiche ist genügsam und findet sich in fast allen Landschaftstypen zurecht. Sie fühlt sich auf Wiesen und Brachen, in Parks und naturnahen Gärten wohl. Man findet sie an Wegrändern und Bahndämmen, unter Hecken und Steinen, im Laub und sogar im Komposthaufen. Das Reptil ernährt sich von Nacktschnecken, Regenwürmern, Insekten und Spinnentieren. Die Zahl ihrer Fressfeinde ist groß. Blindschleichen stehen auf dem Speiseplan zahlreicher Vogelarten und werden von Säugetieren wie Igel, Dachs, Fuchs und Marder gejagt. In Siedlungsgebieten stellen ihnen Hunde, Katzen und selbst Hühner nach. Der größte Feind der Blindschleiche ist allerdings leider der Mensch, der ihren Lebensraum mit intensiver Land- und Forstwirtschaft zerstört

Strenger Schutz

In Österreich steht die Blindschleiche auf der „Roten Liste“ und ist streng geschützt. Durch das Anlegen wilder Ecken mit vielfältigen Kleinstrukturen im Garten wie locker geschichtete Stein-, Laub- und Asthaufen kann jeder Gartenbesitzer zum Schutz des „Reptils 2017“ einen Beitrag leisten, empfiehlt der Naturschutzbund.

 


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