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Studie zur Wundinfektion nach Hautkrebs-OPs: Ordensklinikum Linz übernimmt Vorreiterrolle

Karin Seyringer, 13.03.2019 12:46

LINZ. Um sich weiter verbessern zu können, führte das Ordensklinikum Linz Elisabethinen über fünf Jahre lang eine Studie zur Wundinfektion nach Hautkrebs-OPs durch. Alleine schon die Beschäftigung mit dem Thema führe zu einer Verbesserung, so der Tenor. In Österreich gab es bislang keine so lückenlos erfassten Daten.

Oberarzt Gerald Exler, die Leiterin des Qualitätsmanagements am Ordensklinikum Sabine Arbacher und Geschäftsführer Stefan Meusburger (v. l.) Foto: Ordensklinikum

„Die Kernbotschaft ist: Wir wissen was wir tun, weil wir uns damit beschäftigen und könne es dadurch noch besser machen“, zeigt sich Stefan Meusburger, medizinischer Geschäftsführer des Ordensklinikums Linz, stolz auf die Arbeit des Teams der Abteilung für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Ordensklinikum Linz Elisabethinen.

Erste derartige Studie in Österreich

Die Abteilung hat die erste Studie zu „Wundinfektionen nach operativen dermatologischen Eingriffen in der täglichen Praxis eines Krankenhauses“ vorgelegt. Fünf Jahre lang wurde beobachtet, über 3.000 Patienten waren eingebunden. Die Zahlen sind erfreulich: Bei lediglich 52 Patienten (1,73 Prozent) wurden in diesen fünf Jahren Wundinfekte festgestellt.

„Das Ergebnis zeigt, dass wir hier im dermatologisch operativen Bereich sehr gut liegen. Uns liegt nun eine auf einer großen Datenmenge basierende Studie vor, die es für diesen Bereich bisher nicht gab“, so Meusburger. „Wir wissen nun, dass unsere Daten gut sind und würden es auch sofort merken, wenn sich etwas verändert. Die Studie ist ein gutes Instrument, um zu sehen, wie wir unterwegs sind“, so Meusberger.

Durchführung mittels Checkliste

„Die Besonderheit ist, dass flächendeckend jeder betroffene Patient eingebunden war“, erläutert Sabine Arbacher, Leiterin des Qualitätsmanagements der Elisabethinen.

Durchgeführt wurde die Studie, indem direkt nach der Operation der Operateur eine Checkliste über den Eingriff ausfüllt. Im Sinne der Objektivität wird die weitere Beobachtung und Beurteilung der Wunde von einer unabhängigen diplomierten  Pflegekraft übernommen. Die Narbe und ihre Umgebung wird dabei nach einer dreiteiligen Skala beurteilt: eine blande (reizlose) Wunde, eine nicht blande, aber auch nicht infektiöse Wunde oder eine Infektion. „Für uns steht hier klar die Ergebnisqualität im Vordergrund“, so Arbacher.

Zahlen verbessert

Ziel war es, über postoperative Wundinfektionen im dermatologischen Umfeld zu lernen und die Anzahl zu reduzieren. „Wir konnten die eigene Leistung reflektieren, Maßnahmen ableiten und in den Arbeitsalltag integrieren“, so Oberarzt an der Abteilung für Dermatologie, Venerologie und Allergologie Gerhard Exler. Gab es im Jahr 2014 noch bei 2,36 Prozent der behandelten Patienten Wundinfektionen, waren es 2018 nur mur 0,76 Prozent.

Können Wundinfektionen vermieden werden, erspare sich der Patient Schmerzen, eine Antibiotika-Therapie, bleibende Narben, es sei durch einen längeren Spitalsaufenthalt auch ein Kostenfaktor. „Die Zahl von Hautkrebs steigt an, die Patienten werden älter – mit der steigenden Anzahl wollen wir immer besser werden“, so auch Abteilungsleiter Primar Norbert Sepp.

Die Studie wird im Sinne des Qualitätsmanagements auch weiterhin fortgeführt.


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