Gandhi-Symposium in Linz lädt zur aktiver Gewaltfreiheit mit Vorträgen, Workshops und Trainings
LINZ. Von 27. bis 29. September findet als Beitrag der Entpolarisierung mit mehr als 25 Kooperationspartnern aus Ö, D, und der Schweiz ein Gandhi-Symposium zur aktiven Gewaltfreiheit in Linz statt. Anlässlich zu Gandhis 150. Geburtstag steht die Beschäftigung mit seinen Kernimpulsen auf dem Programm.

Gandhis Vermächtnis, aber auch die Kritik an seiner Person gepaart mit dem Schwerpunkt Peacekeeping - das mit Trainings aufgegriffen wird, wie man Gewaltfreiheit umsetzen kann und sich aktiv beteiligen kann, steht beim Gandhi-Symposium im Mittelpunkt. „Es gibt zwei große Schwerpunkte: Wir beschäftigen uns mit Kernimpulsen, die immer wieder wirksam sind und mit Gandhis Vermächtnis insgesamt. Aber wir beschäftigen uns auch mit den Vorwürfen, Gandhi sei ein Rassist gewesen, das wird eine spannende Diskussion. Er war ein Mensch mit Fehlern, wie jeder von uns, aber wir werden zeigen, dass diese Vorwürfe ungerechtfertigt waren. Anscheinend gibt es dazu noch heute Aufklärungsbedarf“, erklärt Friedensforscher und Symposium-Initiator Reiner Steinweg.
Schwerpunkt „peacekeeping“
Dem Schwerpunkt Gewaltfreiheit wird große Aufmerksamkeit gewidmet. Wie man sich aktiv friedlich beteiligen kann, ohne Waffen die dramatischen Entwicklungen der Menschheit lösen kann. „Mein Wunsch für dieses Symposium war damit begründet, dass ich in der gegenwärtigen Situation - von Migration bis Klimawandel - sehr viel Herausforderung und sehr viel Gewaltpotenzial steckt. Entweder wir finden Möglichkeiten diese anstehenden Konflikte gewaltfrei zu lösen, andererseits wird sich die Menschheit selbst zerstören“, so Steinweg.
Friedensstadt Linz
„Die Stadt Linz hat sich im Oktober 1986 im Gemeinderat einstimmig zur Friedensstadt erklärt und damit die Verpflichtung übernommen, das Friedensengagement der hier lebenden Menschen verstärkt zu einem Grundprinzip kommunalpolitischen Handelns zu machen“, so Bürgermeister Klaus Luger. Auch für Stadträtin Eva Schobesberger ist das Symposium besonders relevant: „Wir erleben immer wieder, dass Frieden und Gewaltfreiheit und die Auseinandersetzung damit, zentrale Themen sind, und starke Tendenzen zu Hetze und Gewalt bestehen. Nicht nur in der Politik, auch die Gewalt an Frauen nimmt wieder verstärkt zu und greift nicht nur im öffentlichen Raum um sich. Auch die hohe Rate an häuslicher Gewalt zeigt, wie notwendig es ist, sich aktiv gegen Gewalt zu stellen, und es ist notwendig als Stadt Linz klare Signale dafür zu setzen“.
„Peace“ von Waltraut Cooper
Nicht nur ein dreitägiges Symposioum mit Vorträgen und Workshops zur aktiven Gewaltfreiheit, auch eine Kunstinstallation von „Friedensaktivistin der ersten Stunde“ Waltraut Cooper wird präsentiert. Mit „PEACE“ verbindet Cooper „die größten Herausforderungen der Menschheit: Die Digitalisierung und den Weltfrieden. Der Schriftzug „Peace“ wird - wir starten in der Friedensstadt Linz vor dem Wissenstrum und wollen damit hinaus in die Welt gehen - auf Frieden aufmerksam machen. Schließlich soll Frieden ja auch auf den Boden kommen“, erzählt Cooper von ihrem Projekt. Die Installation wurde, so wie auch ihre vorigen Installationen bereits bei der Biennale in Venedig gezeigt.
„Schule des Ungehorsams“
Veranstaltungspartner ist unter anderem auch Karikaturist Gerhard Haderer mit seiner „Schule des Ungehorsams“. Am Freitag, 27. September, findet um 13.30 Uhr die Eröffnung durch Bürgermeister Klaus Luger und Stadträtin Eva Schobesberger mit der Präsentation der Kunstinstallation PEACE von Waltraut Cooper beim Vorplatz des Wissensturms und im Festsaal im Erdgeschoss statt. Danach folgen um 14.30 Uhr die Eröffnungsvorträge „Was können wir von Gandhi heute lernen“ von den beiden Linzer Experten Reiner Steinweg und Severin Renoldner. Der Eintritt dazu ist frei.


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