Kreative Seelsorge im Advent

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Nora  Heindl Nora Heindl, Tips Redaktion, 01.12.2020 09:45 Uhr

LINZ. Die Maßnahmen gegen Corona veranlassen die Pfarren der Katholischen Kirche in Oberösterreich zu kreativen Formen der Seelsorge. Auch in diesem „anderen“ Advent ist Kirche trotz räumlicher Distanz nah bei den Menschen, wie die folgenden Linzer Beispiele zeigen.

Unter dem Titel „Aufatmen – 100 Sekunden zum Sonntag“ gestalten Seelsorger des Dekanats Linz-Nord einmal pro Woche Kurzvideos mit Gedanken zum Sonntags- beziehungsweise Feiertagsevangelium. Die YouTube-Beiträge sind auch auf der Dekanatswebseite eingebettet und von dort aus aufrufbar.

„Die Rückmeldungen sind positiv, die Zugriffszahlen erfreulich. Wir wollen dieses Format bis nach Weihnachten fortführen“, sagt Initiator Ludwig Ecker, Pastoralassistent in der Pfarre Linz-Christkönig, der gemeinsam mit Matthias List, Pfarrassistent in Linz-St. Markus, das Projekt auf die Beine gestellt hat.

Verteilaktion bei der Spallerhof-Tafel

Bei der Spallerhofer-Tafel in der Pfarre Linz-St. Peter verteilen ehrenamtliche Helfer zweimal pro Woche Grundnahrungsmittel an Menschen, die in einer schwierigen Lage sind. Die Ausgabe findet mittwochs und freitags jeweils von 17 bis 19 Uhr im Eingangsbereich des Pfarrzentrums statt. Menschen, die dieses Angebot in Anspruch nehmen möchten, müssen lediglich einen Aktiv-Pass, einen Soma-Ausweis, eine AMS-Bestätigung oder ein ähnliches Dokument vorweisen.

„Zahlreiche Anfragen von Menschen, die während der Corona-Krise ihre Arbeit verloren haben und nun in einer sehr prekären finanziellen Lage sind und dringend Lebensmittel benötigen, haben die Pfarre Linz-St. Peter bisher erreicht“ schildert Pfarrer Franz Zeiger. „Wir sehen es als einen Grundauftrag der Kirche, für Menschen in Not da zu sein“, so der Seelsorger. Das Angebot richtet sich in erster Linie an bedürftige Menschen aus dem Linzer Süden und soll nach der Corona-Krise weiterbestehen.

Adventkalender, Advent mit Kindern und Herzenswunschbaum

Die Pfarre Linz-St. Konrad veröffentlicht täglich spirituelle Impulse im Rahmen eines Adventkalenders – in der Kirche zum Mitnehmen, auf der Pfarrwebseite sowie per WhatsApp oder E-Mail. Dabei handelt es sich um ein Bild, einen kurzen Gedanken oder schlichtweg eine kleine Anregung zum Nachdenken. Die Texte und Fotos dafür kommen vom Pfarrgemeinderat.

Darüber hinaus liegen in der Pfarrkirche jeden Adventsonntag Briefe von „Conni und Konrad“ – Figuren aus den Kinderwortgottesdiensten – für Kinder zum Abholen bereit.

Ab dem ersten Adventsonntag lädt die Pfarre ein, adventliche Wünsche und Gedanken auf Kärtchen zu schreiben und auf einen Christbaum zu hängen, der damit zum „Herzenswunschbaum“ wird. Auch andere Linzer Pfarren und Einrichtungen beteiligen sich an der Aktion: die Dompfarre, die Ursulinenkirche, die Pfarren Linz-St. Martin am Römerberg, Linz-St. Margarethen, Linz-St. Severin und Stadtpfarre Linz, das Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern, das Ordensklinikum Linz Elisabethinen sowie das Seniorenzentrum Franckviertel. An jedem Ort wird die Installation auf die individuelle Situation und die Bedürfnisse der Menschen abgestimmt. So entsteht ein Wald der Hoffnung, ein Wald der Herzenswünsche, mitten in der Stadt Linz.

„Gerade in herausfordernden Zeiten ist es wichtig, spirituelle Räume zu haben, wo Menschen ihre Anliegen hintragen können – sei es in beziehungsweise vor der Kirche oder virtuell. Auch wenn wir wieder voneinander Abstand halten müssen, können wir uns trotzdem nahe sein“, ist Pfarrassistentin Monika Weilguni überzeugt.

Kirchliches Begegnungszentrum Urbi@Orbi in Linz

Auch im zweiten Lockdown bietet das Urbi@Orbi in der Linzer Betlehemstraße zahlreiche Möglichkeiten zur Begegnung, einstweilen im virtuellen Raum. So findet neben einigen anderen Angeboten an den Samstagen während des Advents beispielsweise eine interaktive Adventfeier statt, wo im Anschluss auch die Möglichkeit zu persönlichen Gesprächen gegeben ist. Barbara Sereinig, Mitarbeiterin im Urbi@Orbi, weiß um die Bedeutung dieser Gesprächsangebote: „Gerade jetzt wird die persönliche Begleitung gut angenommen. Wir vereinbaren auch individuell Termine – diese Gespräche, ob online oder am Telefon, strukturieren die Woche. Für viele ist es gut, dass sie jemanden haben, der ihnen einfach zuhört.”

Aber nicht nur im Internet werden derzeit Angebote realisiert. Für Menschen, die in der Innenstadt von Linz unterwegs sind, gibt es ein „Urbi to go“ vor dem Lokal in der Betlehemstraße abzuholen: Tannenzweigerl mit einer kleinen Kerze und einem guten Gedanken. Außerdem wird die Auslage des Urbi@Orbi „interaktiv“ gestaltet: Menschen können Gegenstände zur Verfügung stellen, die sie persönlich mit Weihnachten in Verbindung bringen, und so eine „Geschichte von Weihnachten“ erzählen.

Ein ganz besonderes und persönliches Angebot ist der „Brief vom Christkind”: Wer will, kann seinen Namen und seine Adresse im Postfach vor dem Lokal oder auch per E-Mail oder SMS hinterlassen und bekommt dann einen „Brief vom Christkind”. Ehrenamtliche Mitarbeiter des kirchlichen Begegnungszentrums mit schöner Handschrift verfassen diese Briefe, die auch an jene gerichtet sind, die die Online-Angebote nicht in Anspruch nehmen können.

Sereinig ermutigt alle, die sich mit der heurigen Situation im Advent und zu Weihnachten schwertun: „Es wird Weihnachten. Heuer ziemlich sicher anders, als wir es gewohnt sind. Aber ich glaube, es war ganz ursprünglich auch so gedacht. Gott wird Mensch – hätten wir je mit so etwas gerechnet? Es wird Weihnachten. Ganz bestimmt!”

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