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LINZ. Mit den Frühlingsboten Schneeglöckchen, Krokus und Co wächst auch die Vorfreude, die dicke Winterjacke in die hinterste Ecke des Kleiderschranks zu verbannen und das Sommerkleid in die vorderste Reihe zu hängen. Und weil dann die komplette Garderobe eh schon einmal durch die Hände wandert, bietet sich eine geniale Gelegenheit: ausmisten.

Ordnungsberaterin Andrea Auer (Foto: Auer)
Ordnungsberaterin Andrea Auer (Foto: Auer)

„Wenn das Ausmisten wirklich effektiv und langfristig sein soll, räumen Sie am besten den ganzen Kasten komplett aus und räumen nur wieder ein, was wirklich passt und vor allem womit sie auch wirklich Freude haben. Wenn man nur Kleidungsstücke im Kasten hat, die einem wirklich gefallen, gut passen und leicht zu kombinieren sind, hat man mit weniger Stücken trotzdem nicht das Gefühl, nichts zum Anziehen zu haben“, weiß Ordnungsberaterin Andrea Auer.

Das komplette Aus- und Einräumen braucht zwar eine gewisse Zeit und „erfordert vielleicht ein paar schwierige Entscheidungen, aber das Ergebnis ist immer sehr befreiend“, ermuntert Auer. Denn das Ausmisten tut nicht nur dem Kleiderschrank gut: „Wenn man einen Schrank aus- und umräumt, bekommt man auch wieder mehr Klarheit im Leben.“

Für die Ausrede ja vielleicht doch noch mal reinzupassen, hat die Ordnungsberaterin folgenden Ratschlag: „Ich empfehle zu klein gewordene Lieblingsteile von denen man sich nicht trennen möchte in einem eigenen beschrifteten Karton zu lagern. Sie täglich zu sehen, motiviert nicht wirklich, eher im Gegenteil!“

Und noch ein Tipp für Familien: nicht auf die Möglichkeit von Kindersachen-Flohmärkten vergessen. „Mit in Aussicht gestellten Einnahmen für aussortierte Kleidung oder ungeliebte Spielsachen, kann man die lieben Kleinen zu wahren Entrümpelungsfans machen“, schmunzelt Auer.

Ausmisten schadet nirgendwo

Auch in allen anderen Bereichen der Wohnung, im Garten und in der Garage tut ein frischer Aufräumwind der Seele gut. „Wenn man zum Beispiel vor hat, in der Küche mal so einen richtig schönen Frühjahrsputz zu machen, sollte man auch gleich überlegen, ob man die preisgünstigen Messer, die nicht mehr schneiden, Pfannen mit zerkratzter Beschichtung oder Dosenöffner, an denen eine Schraube locker ist, überhaupt noch braucht“, gibt Auer zu denken.

Badezimmerschränke, in denen sich abgelaufene Medikamente, vergilbte Mullbinden, mehrere Flaschen mit Sonnencreme und eingetrocknete Gratisproben von Kosmetika finden, freuen sich auch immer über Erleichterung.

Ergebnis vorstellen

Vom Ausmisten zu reden ist das eine, es in die Tat umzusetzen das andere. Andrea Auer weiß, wie man sich motiviert: „Die beste Motivation ist, sich den erwünschten Endzustand vor seinem geistigen Auge immer wieder zu visualisieren. Am besten stellt man sich schon vor, wie man am Morgen vor dem perfekt sortierten Kleiderschrank steht und wie man in null Komma nix die passende Kombi aussucht. Wenn der Geist einmal vorausgegangen ist, will der Körper früher oder später auch mitmachen.“

Die größte Hemmschwelle beim Aussortieren ist laut Ordnungsberaterin immer die Angst vor falschen Entscheidungen: „Keller und Dachböden nenne ich auch gerne Sammelsurium der verschobenen Entscheidungen, aber mit ein bisschen Übung fällt das immer leichter.“

Die fünf nützlichsten Tipps von Andrea Auer:

- Je weniger ich habe, umso leichter kann ich Ordnung halten

- Immer alle Dinge einer Kategorie (z.B. Medikamente) aus der ganzen Wohnung zusammentragen und auf einmal aussortieren.

- Bei einem Bereich bleiben und sich nicht verleiten lassen, woanders weiter zu machen

- Immer alles komplett ausräumen und reinigen, das verstärkt das Gefühl des Neuanfangs.

- Sich ganz intensiv an der neuen Ordnung erfreuen und sie genießen, das motiviert weiter zu machen.


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