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Barmherzige Brüder Linz: „Neue Spritze gegen Herzinfarkt“ gibt Schwerkrankem wieder Hoffnung

Nora Heindl, 10.07.2024 14:44

LINZ. Das Medikament befindet sich noch in der Testphase, doch für einen Linzer Patienten ist es die letzte Hoffnung. Dank dem Einsatz von Martin Clodi, dem Leiter der Abteilung für Innere Medizin bei den Barmherzigen Brüdern Linz, bekam er am 9. Juli die hoffentlich lebensrettende Spritze verabreicht - als weltweit Erster.

Primar Martin Clodi bei der Verabreichung der Spritze. (Foto: Barmherzige Brüder)
Primar Martin Clodi bei der Verabreichung der Spritze. (Foto: Barmherzige Brüder)

Zwei Herzinfarkte, ein Herzstillstand, zahlreiche Stents, ein neues Herz und eine wöchentliche Blutwäsche. Der Patient der Barmherzigen Brüder Linz hat bereits viel durchgemacht. Seit 2000 ist er regelmäßiger Gast im Krankenhaus. Seine Lipoprotein (a)-Werte sind extrem hoch und können nur mittels Blutwäsche behandelt werden. Nun gilt er als austherapiert, da aufgrund seiner fortschreitenden Gefäßerkrankung keine Blutwäsche mehr möglich ist. Am 9. Juli konnte er Dank eines neuen Medikaments neue Hoffnung schöpfen.

Großes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Ein hoher Cholesterinspiegel zählt zu den größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nicht nur hohe Werte des LDL-Cholesterins (LDL = Low Density Lipoprotein, kurz LDL-C) steigern dieses Risiko. Bereits seit den 1970er Jahren weiß die Medizin von einem ähnlich aggressiven Molekül im Körper – dem Lipoprotein (a), ein Fettstoffwechselparameter, der als starker Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen gilt. Rund 15 bis 20 Prozent aller Österreicher sind davon betroffen.

Extrem hohe Werte können derzeit nur mit einer Blutwäsche gesenkt werden. Doch diese kann nicht bei jedem Patienten eingesetzt werden. Die Hoffnung liegt nun bei einem neuen Medikament.

Medikament „ist seine letzte Option“

„In unserer Diabetes- und Stoffwechsel-Ambulanz haben wir elf Patienten, die diese spezielle Blutwäsche benötigen. Der Betroffene ist einer von ihnen. Er hat bereits mehrere Herzinfarkte erlitten, mehrere Stents gesetzt bekommen und schlussendlich auch eine Herztransplantation benötigt. Leider sind aufgrund der Erkrankung seine Gefäße in einem Zustand, der eine weitere Blutwäsche unmöglich macht“, erklärt Martin Clodi, Leiter der Abteilung für Innere Medizin im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Linz, und weiter: „Da bei uns einzigartig in Österreich gerade drei Studien zu einem neuen Medikament laufen, haben wir nun bei den Pharmafirmen angefragt, ob wir das in den Studien eingesetzte Medikament ausnahmsweise bereits bei diesem Patienten auch außerhalb der noch nicht abgeschlossenen Studien verwenden können. Eine der Firmen hat sich bereit erklärt, in einem sogenannten Managed Access Program ihr Präparat für diesen Patienten kostenlos zur Verfügung zu stellen. Dies ist seine letzte Option.“

Medikament weltweit erstmalig eingesetzt

Am 9. Juli wurde das Medikament bei den Barmherzigen Brüdern Linz erstmalig weltweit eingesetzt. „Wir hoffen, dass es sehr effektiv ist und dass es diesem Patienten einen Benefit bringt und wir hoffen natürlich auch, dass die derzeit laufenden Studien positiv verlaufen“, so der Primar.

Auch der 59-jährige Linzer sieht positiv in die Zukunft: „Trotz Sport und gesunder Ernährung hatte ich 2000 meinen ersten Herzinfarkt, ich bekam mehrere Bypässe und 2022 ein neues Herz, trotzdem musste ich seit 2001 einmal in der Woche zur Blutwäsche. Ich hoffe sehr, dass das neue Medikament meine Gefäßerkrankung stoppt.“

Was wäre sein größter Wunsch? „Wenn die Therapie wirkt kann ich vielleicht wieder Ski fahren oder wenigstens wieder mit unserem Hund spazieren gehen.“


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