Zigaretten, Korallen & Schildkröten: Was der Zoll am Linzer Flughafen alles findet
LINZ/HÖRSCHING. Ob Zigaretten, Korallen oder sogar lebende Tiere: Am Flughafen Linz kontrolliert der Zoll täglich Reisende aus Drittstaaten. Thomas Pertl gibt einen Einblick in einen Arbeitsalltag, der weit über den Flughafen hinausreicht.

Der Sommer ist für viele Linzerinnen und Linzer die Zeit des Reisens – und damit auch Hochsaison für den Zoll am Flughafen Linz.
Während Urlauber mit Souvenirs und Koffern aus ganz Europa zurückkehren, sorgt das Team des Zollamts Österreich dafür, dass illegale oder anmeldepflichtige Waren nicht unbemerkt ins Land gelangen.
Thomas Pertl kennt den Arbeitsalltag des Zolls am Flughafen Linz bestens. Seit 17 Jahren ist er dort für das Zollamt Österreich im Einsatz. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen kontrolliert er Reisende aus Drittstaaten und sorgt dafür, dass verbotene oder anmeldepflichtige Waren nicht unbemerkt nach Österreich gelangen.
Die Aufgaben des Zolls
Der Zoll übernimmt dabei weit mehr als die Erhebung von Zöllen und Verbrauchsteuern: Zu seinen Aufgaben zählen unter anderem die Bekämpfung von Drogen- und Zigarettenschmuggel, Bargeldkontrollen, der Schutz vor Produktfälschungen sowie Maßnahmen zum Arten-, Umwelt- und Verbraucherschutz.
Bevor Pertl zum Zoll wechselte, war er 21 Jahre lang bei der Post beschäftigt. Heute zählt die Abfertigung von Flügen aus Drittstaaten zu seinem Arbeitsalltag.
Besonders in den Sommermonaten landen am Flughafen Linz täglich mehrere Maschinen, unter anderem aus Antalya, Hurghada oder London-Stansted. Auch Umsteiger aus Frankfurt können für den Zoll interessant sein. Derzeit werden pro Tag rund drei bis vier Passagiermaschinen mit Drittlandsbezug abgefertigt. Die Frachtkontrolle übernimmt hingegen ein eigenes Team.
Stichprobenartige Kontrollen
Nach der Landung passieren Reisende zunächst die Grenzkontrolle der Polizei und holen anschließend ihr Gepäck ab. Danach müssen sie sich entscheiden: Wer anmeldepflichtige Waren mitführt, benutzt den roten Ausgang. Wer nichts zu deklarieren hat, wählt den grünen Kanal. Genau dort wartet das Zollteam.
„Wir führen stichprobenartige Kontrollen durch und fragen nach mitgebrachten Waren oder Einkäufen“, erklärt Pertl. Häufig werden die Koffer bereits vor dem Öffnen geröntgt. „So bekommen wir schnell einen Überblick und sehen auch, ob sich spitze Gegenstände im Gepäck befinden. Das erhöht die Sicherheit bei den Kontrollen.“
Wird tatsächlich eine verbotene oder anmeldepflichtige Ware entdeckt, richtet sich das weitere Vorgehen nach den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen. Jeder Fall wird individuell beurteilt.
Diensthunde liefern Unterstützung
Unterstützt werden die Beamten dabei auch von zwei speziell ausgebildeten Diensthunden. Sie sind auf das Aufspüren von Bargeld, Drogen und Tabakwaren spezialisiert. Auch der technische Fortschritt erleichtert die Arbeit des Zolls.
Moderne Röntgengeräte liefern heute hochauflösende Bilder mit unterschiedlichen Farbkontrasten und ermöglichen den Beamten bereits nach wenigen Sekunden einen detaillierten Überblick über den Inhalt eines Gepäckstücks.
„Mit wenigen Handgriffen können wir uns heute ein sehr genaues Bild vom Gepäck machen“, sagt Pertl.
Zigaretten, Alkohol & Co. im Koffer
Immer wieder stoßen die Zollbeamten bei Kontrollen auf Waren, die Reisende unerlaubt oder in zu großer Menge nach Österreich bringen wollen. „Besonders häufig finden wir Zigaretten, die über der erlaubten Freimenge liegen. Auch Alkohol sorgt regelmäßig für Beanstandungen“, berichtet Pertl.
Gelegentlich werden zudem geschützte Souvenirs wie Korallen entdeckt. An einen Fund erinnert sich der erfahrene Zollbeamte bis heute besonders gut: „Vor einigen Jahren habe ich in einem Koffer zwei lebende Schildkröten gefunden. Gerade auf einem kleineren Flughafen wie Linz ist das alles andere als alltäglich.“
In ganz Oberösterreich unterwegs
Der Flughafen Linz ist allerdings nur ein Teil des Einsatzgebiets von Pertl und seinen Kolleginnen und Kollegen. Als Mitglied des Teams „Reiseverkehr Mobile Kontrolle“ (RVMK) kontrolliert er auch Fahrzeuge und Waren mit Bezug zu Drittstaaten auf Oberösterreichs Straßen.
Das Einsatzgebiet reicht von den Autobahnen A1, A8 und A25 bis hin zu Grenzübergängen im gesamten Bundesland. Die Mitarbeiter des Teams sind dafür auf mehrere Standorte in Oberösterreich verteilt – darunter Wels, Schärding, der Terminal Tower und der Flughafen Linz.
„Wir sind nicht den ganzen Tag am Flughafen stationiert. Landet beispielsweise eine Maschine aus Antalya in Linz, fahren Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedenen Dienststellen zum Flughafen, fertigen den Flug ab und sind anschließend wieder auf den Straßen im Einsatz“, sagt Pertl.








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