Flexibilisierung der Arbeitszeiten spaltet Sozialpartnerschaft in OÖ
Mit der Kampagne „Leistung muss sich wieder lohnen“ bringt die Wirtschaftskammer OÖ das viel diskutierte Thema Arbeitszeitflexibilisierung auf den Tisch. Die Arbeiterkammer OÖ befürchtet eine Umgehung des Arbeitszeitgesetzes.

„Österreich gerät durch weltfremde Arbeitszeitgesetze international immer mehr ins Hintertreffen“, sagt WKOÖ-Präsident Rudolf Trauner. Daher sei es zentrale Aufgabe des Gesetzgebers, die rechtlichen Rahmenbedingungen an die Entwicklungen der modernen Arbeitswelt anzupassen. Als Vorbild für mutige Arbeitszeitflexibilisierung erwähnt Trauner die skandinavischenLänder und Deutschland. Flexible Arbeitszeiten würden die Wirtschaft stärken, Arbeitsplätze schaffen und die Zufriedenheit der am Arbeitsprozess Beteiligten steigern. Als negatives Beispiel erwähnt Trauner Frankreich, wo sich durch Einführung der 35 Stunden-Woche der Faktor Arbeit massiv verteuerte. Weitere Forderungen der WKOÖ sind unter anderem eine Anhebung der täglichen Normalarbeitszeit auf zehn Stunden, der wöchentlichen Höchstarbeitszeit auf 60 Stunden sowie eine Senkung der Überstundenzuschläge von 50 auf 25 Prozent.
Flexibilisierung erhöht Druck auf Beschäftigte
„Dauerndes Wehklagen über mangelnde Flexibilität ist unangebracht“, meint hingegen Arbeiterkammer-Präsident Johann Kalliauer. Die AK stelle sich nicht prinzipiell gegen Arbeitszeitflexibilisierung, die Unternehmen würden mit diesem Schlagwort jedoch versuchen, wichtige Schutzbestimmungen des Arbeitszeitgesetzes zu unterlaufen. Weitere Flexibilisierung würde außerdem den Druck auf die Beschäftigten weiter erhöhen und noch mehr körperlich oder psychisch bedingte Ausfälle bewirken.


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