Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

LehrerInnen, RegalbetreuerInnen, TextilarbeiterInnen und SozialwissenschafterInnen sowie Bauarbeiter sind am stärksten psychisch belastet. Zwei Drittel aller Beschäftigten haben berufsbedingten Stress.

LehrerInnen, RegalbetreuerInnen, TextilarbeiterInnen und SozialwissenschafterInnen sowie Bauarbeiter sind am stärksten psychisch belastet. Zwei Drittel aller Beschäftigten haben berufsbedingten Stress. Symbolfoto: Ivica Stojak

Das sind die alarmierenden Ergebnisse einer aktuellen Auswertung des Österreichischen Arbeitsgesundheitsmonitors der AK Oberösterreich. Die Arbeiterkammer fordert daher, die Evaluierung der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz und vor allem die Umsetzung der daraus folgenden Maßnahmen ernst zu nehmen.

Der Arbeitsgesundheitsmonitor beschreibt die subjektive gesundheitliche Befindlichkeit der ArbeitnehmerInnen. In einer aktuellen Auswertung wurden die psychischen Belastungen und der arbeitsbedingte Stress der Beschäftigten in Österreich unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Fast 30 Prozent aller Beschäftigten sind psychisch stark belastet. Besonders betroffen sind LehrerInnen an Schulen (52 Prozent), RegalbetreuerInnen (45 Prozent), TextilarbeiterInnen und SozialwissenschafterInnen (je 39 Prozent) sowie Bauarbeiter (37 Prozent).

Zwei Drittel aller Beschäftigten geben an, durch Stress belastet zu sein. Hauptgründe für arbeitsbedingten Stress sind die hohe Arbeitsbelastung sowie Zeitdruck bei zu wenig Arbeitsautonomie und Möglichkeiten zur Weiterbildung. 

Unter Demotivation durch die Arbeitsbedingungen leidet fast die Hälfte der Beschäftigten. Mehr als ein Drittel kann nach der Arbeit nicht abschalten, ebenso viele entfremden sich von ihrer Arbeit, weil sie keinen Sinn darin sehen. Auch Zeitdruck spielt eine große Rolle: 40 Prozent der Beschäftigten, die unter Zeitdruck stehen, weisen mehrfache psychische Belastungen auf.

Hohe Verantwortung, dauernde Konzentration und Zeitdruck sind die Hauptursachen für psychische Belastungen von ArbeitnehmernInnen. Dahinter folgen Parteienverkehr und Kundenkontakt, Lärm, mangelnde Rückzugsmöglichkeiten, Kontrolle und Überwachung sowie mangelnde Unterstützung durch den Chef.

Im Zeitraum zwischen 1994 und 2014 ist die Zahl der Krankenstandstage aufgrund berufsbedingter psychischer Erkrankungen von einer Million auf 3,6 Millionen gestiegen. Diese hohe Zahl resultiert laut der AK nicht nur aus einem permanenten Anstieg von belastenden Faktoren in der Arbeitswelt. Sie hat auch damit zu tun, dass Krankenstände aufgrund psychischer Erkrankungen besonders lange dauern. Der daraus resultierende wirtschaftliche Schaden beläuft sich laut Berechnungen der Arbeiterkammer Wien auf 3,3 Milliarden Euro pro Jahr. Und das, obwohl anzunehmen ist, dass viele Beschäftigte mit psychischen Erkrankungen arbeiten gehen, obwohl auskurieren oder eine Therapie besser wären.

Aus diesem Grund sind sowohl die Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz als aber auch die Umsetzung der daraus folgenden Maßnahmen unbedingt ernst zu nehmen. Betriebe, die bewusst die psychische Gesundheit der Beschäftigten gefährden, müssen in die Pflicht genommen werden, fordert die AK. Zu ihrem Forderungskatalog zählen zudem die Weiterentwicklung der betrieblichen Gesundheitsförderung und die Einführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements. Letzteres soll dafür sorgen, dass aus dem Krankenstand zurückkehrende ArbeitnehmerInnen nicht gleich wieder denselben belastenden und krankmachenden Faktoren ausgesetzt sind und dass sie schrittweise ohne Druck in ihre Tätigkeiten zurückfinden können.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Hauser eröffnet nach 2,7 Millionen-Investition neuen Standort in Linz-Dornach

Hauser eröffnet nach 2,7 Millionen-Investition neuen Standort in Linz-Dornach

LINZ. Der Kühlmöbel- und Kältetechnikspezialist Hauser erweitert seine Präsenz in Linz und hat in Dornach einen neuen Standort eröffnet. ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Bauliche Vorarbeiten für neue Linzer Obuslinie 48 gestartet

Bauliche Vorarbeiten für neue Linzer Obuslinie 48 gestartet

LINZ. Die neue Obuslinie 48 in Linz nimmt Gestalt an. Entlang der geplanten Strecke laufen bereits erste Vorarbeiten. Die Hauptbauphase soll ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Schließung der letzten verbliebenen Hellweg-Märkte beantragt

Schließung der letzten verbliebenen Hellweg-Märkte beantragt

OÖ/RIED/KIRCHDORF. Im Sanierungsverfahren der in Linz ansässigen Baumarktkette Hellweg ist der nächste Schritt gesetzt: Für die Standorte ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Thomas Engelberger neuer Bereichsleiter bei der Oberösterreichischen

Thomas Engelberger neuer Bereichsleiter bei der Oberösterreichischen

OÖ/LINZ. Mit 1. September übernimmt Thomas Engelberger die Leitung des Schadenbereichs Haftpflicht, Unfall, Kasko (HUK) der Oberösterreichische ...

Tips - total regionalOnline Redaktion
Kika-Gebäude in Linz-Urfahr möglicher IT:U-Standort

Kika-Gebäude in Linz-Urfahr möglicher IT:U-Standort

LINZ. Bei der Standortsuche für die neue Digital-Uni IT:U wird aktuell auch das ehemalige Kika-Gebäude in Linz-Urfahr als Alternative zu einem ...

Tips - total regionalOnline Redaktion
Andritz setzt auf Linz und schafft 150 neue Arbeitsplätze

Andritz setzt auf Linz und schafft 150 neue Arbeitsplätze

LINZ. Andritz baut seine Turbogeneratorfertigung in Linz deutlich aus. Der erste Bauabschnitt ist abgeschlossen. Die Produktionskapazität wird ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Weitere Beiträge