Sozialplan für Nestlé Linz auf dem Tisch
LINZ. Anfang März wurde verkündet, dass das Nestlé-Werk in Linz seine Pforten schließen wird. Nun wurde der ausgehandelte Sozialplan präsentiert.

Insgesamt 127 Mitarbeiter sind von der Schließung des Nestlé-Werkes betroffen. Fast die Hälfte davon – genau 59 – sind über 50 Jahre alt, gehören also einer Risikogruppe auf dem Arbeitsmarkt an. Um Härtefälle möglichst zu vermeiden, haben Unternehmen, Gewerkschaft und Politik einen Sozialplan ausgehandelt.
Arbeitsstiftung
„Uns war wichtig bei den Sozialplan-Verhandlungen, dass für alle Mitarbeiter geschaut wird wie es weitergeht“, erklärt Andreas Stangl, Geschäftsführer der Gewerkschaft GPA-djp OÖ. Dem wurde unter anderem mit der Absicherung Rechnung getragen, dass es zu keinen vorzeitigen Beendigungen von Altersteilzeitverträgen kommt. „Einig waren wir uns alle von Anfang an, eine Stiftung einzurichten“, erklärt Fabrice Favero, Geschäftsführer von Nestlé Österreich. Diese wird von der FAB verwaltet, welche auch schon diese Rolle bei der Schließung von Quelle übernahm. „Das Volumen ist etwas über zwei Millionen Euro, finanziert von Unternehmen und Land“, präzisiert Wirtschaftslandesrat Michael Strugl. 14.000 Euro pro Mitarbeiter kommen dabei vom Unternehmen, etwas mehr als 2000 vom Land. So können Weiterbildungsmaßnahmen finanziert werden.
Einigung als Signal
„Wenn die unternehmerische Entscheidung gefallen ist, dann ist das auch für den Standort OÖ ein Markenzeichen, dass wir die Mitarbeiter nicht in Perspektiven- oder Aussichtslosigkeit fallen lassen“, betont LH Thomas Stelzer die Bedeutung der Einigung für den Wirtschaftsstandort. Auch Bürgermeister Klaus Luger sieht die Einigung als wichtiges Signal: „Es war mir bewusst, dass es über den konkreten Anlassfall hinausgeht.“ Er zeigt sich auch zufrieden, dass besonders auf die individuellen Mitarbeiter eingegangen wird. Zudem wird versucht, Nestlé-Mitarbeitern auch in den Betrieben der Stadt Linz neue Jobs anzubieten.
Neue Jobs für die Mitarbeiter
Für sieben Personen wurden schon konkrete Pläne erstellt, erklärt Luger. Circa 3 Personen können im Unternehmens Nestlé an einem anderen Standort weiterarbeiten. Auch für andere Mitarbeiter gibt es schon aussichten auf Jobs in der Region, so Favero. 86 Arbeiter haben noch kein konkretes Angebot.
Auch Weiterbildungspläne wurden schon diskutiert. So nennt Favero als Beispiel zwei Junge Mitarbeiter. Diese hätte Pläne nun mit der finanziellen Unterstützung der Stiftung einen HTL-Abschuluss zu machen.
„Ich gratuliere allen Beteiligten zu einem sichtlichen Erfolg, der allen 127 Beschäftigten sozial verträgliche Lösungen zusichert“, zeigt sich auch Landesrätin Birgit Gerstofer erfreut.


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