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LINZ. Seit fast sechs Monaten ist das Urfahraner Jahrmarktgelände für das Parken gesperrt. Das von vielen prophezeite Park-Chaos blieb aus, zwischen Linz und Anrainer-Gemeinden gibt es aber Diskussionen um die Finanzierung von Park-and-Ride-Anlagen.

Parken am Jahrmarktgelände – seit einem halben Jahr verboten. Foto: Pertlwieser
Parken am Jahrmarktgelände – seit einem halben Jahr verboten. Foto: Pertlwieser

„Sechs Monate nach dem Aus für das Parken sehen wir, dass die Sperre tatsächlich den gewünschten positiven verkehrspolitischen Lenkungseffekt erzielte. Schon Ende des Jahres wurde bereits berichtet, dass deutlich mehr Menschen Regionalbusse nutzen. Es war bis jetzt nicht einmal notwendig, das Bewohnerparken in Urfahr maßgeblich zu erweitern“, so Hein. Mehr noch: „Seit Jänner stellen wir zusätzlich fest, dass der Verkehr im Vergleich zu den Vorjahren zumindest in Urfahr deutlich geringer wurde.“

Gemeinden wollen nicht mitzahlen

Hein übt zudem heftige Kritik an den Bürgermeistern von Walding und Ottensheim. Beide Gemeinden wollen sich nicht an der Mitfinanzierung von Park-and-Ride-Anlagen entlang der Mühlkreisbahn beteiligen. „Ein solches isoliertes und egoistisches Denken ist fehl am Platz“, kritisiert Hein, für den ein Park&Ride-Konzept Angelegenheit des Landes sei.

„Das Land arbeitet bereits an der Umsetzung. Auch wurden extrem attraktive und vor allem gerechte Finanzierungsmodelle den Gemeinden vorgestellt, sodass sie lediglich 12,5 Prozent der Kosten zu tragen hätten. Trotz dessen weigern sich aber die ÖVP-Bürgermeister, diese umzusetzen. Ein Argument, das in dem Zusammenhang zu hören ist: Nutznießer dieser Anlagen wären ohnehin nur Auswärtige. Mit diesem Kirchturmdenken wird es im Großraum Linz keine Verbesserungen im Verkehr geben. Denn es muss jedem klar sein, dass Park&Ride-Anlagen nur außerhalb des Stadtgebietes und so nahe wie möglich an den Wohnorten der betroffenen Menschen einen Sinn ergeben.“

Kritik von Pendler-Allianz

Zuletzt kritisierte die „Mühlviertler Pendlerallianz“ den Linzer Verkehrsstadtrat. Vorwurf: Dieser würde keine Lösungen für offene Verkehrsprobleme anbieten. „Die Absicht, das Jahrmarktgelände zu vergebühren, hat die ÖVP-Pendlerallianz zur Weißglut gebracht. Ihr aggressives und unsachliches Vorgehen hat schlussendlich eine Lawine losgetreten, die die Sperre des Geländes zur Folge hatte. Das Land stellte nun wegen der laufenden medialen Diskussion die korrekte Widmung des Geländes – nach über 20 Jahren – in Frage“, berichtet Hein.

„Die Stadt war nun gezwungen, den Sachverhalt rechtlich vertiefend beurteilen zu lassen. Die Beurteilung ergab, dass die derzeitige rechtsgültige Widmung ein Parken – egal ob gebührenpflichtig oder kostenlos – verbietet.“ Wenn es ursprünglich zwar nicht geplant war, das Gelände sofort für das Parken zu sperren, hat diese rechtlich unumgängliche Sperre doch positive Effekte erzielt.

Ein objektiver Blick – ohne parteipolitische Motivation – verdeutlicht die Verkehrssituation: „Linz als Wirtschaftsmotor der Region hat mehr Arbeitsplätze als Einwohner. Kehrseite dieses wirtschaftlichen Erfolgs ist der Stau während der Stoßzeiten. An Werktagen passieren 300.000 Kraftfahrzeuge die Linzer Stadtgrenze, dazu kommt noch der innerstädtische Individualverkehr. So ist es kein Wunder, dass die A7 im Bereich der Autobahnbrücke nach der Südosttangente in Wien zu den meistbefahrenen Straßen zählt. Linz hat damit sogar in Europa eine Sonderstellung, denn es gibt keine vergleichbare Stadt, die eine ähnliche Situation – mehr Arbeitsplätze als Bewohner – aufweisen kann.“

120 Ideen der Linzer werden geprüft

120 Ideen für die künftige Nutzung des Jahrmarktgeländes wurden binnen weniger Wochen auf der Plattform meinlinz.at hochgeladen.

Alle Vorschläge zur Zukunft des ehemaligen Pendler-Parkplatzes werden nun ernsthaft geprüft, tritt die Linzer Liegenschaftsreferentin Regina Fechter (SPÖ) der Sorge einer „Schubladisierung“ entgegen.

Die Grüne Klubobfrau Ursula Roschger fordert einen transparenten Umgang mit den Anregungen: „Manches lässt sich aufgrund der Lage im Hochwassergebiet vielleicht nicht umsetzen. Die Bürger, die sich die Mühe gemacht haben, Vorschläge zu posten, haben sich aber auf alle Fälle eine umfassende Prüfung ihrer Ideen verdient“.


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