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OÖ.  Nach dem gestrigen ablehnenden Votum des britischen Parlaments zum BREXIT-Abkommen mit der EU melden sich Oberösterreichs Vertreter aus Wirtschaft und Landwirtschaft zu Wort. Sowohl für WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer als auch für LKOÖ-Präsident Franz Reisecker stellt dieses „Nein“ der britischen Regierung ein bedrohliches Krisenszenario dar. Es wäre es ein großer Verlust für die Europäische Union und ein noch viel größerer für Großbritannien, wenn es nun zu einem abrupten und ungeregelten Ausstieg kommen sollte.

Foto: shutterstock.com/delpixel
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„Auch wenn es derzeit so aussieht, besteht dennoch Hoffnung auf eine Regelung des Austritts. Daher müssen sich sowohl Grossbritannien als auch die EU um Schadensbegrenzung bemühen, um so ein drohendes Chaos zu vermeiden“, fordert WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer jetzt politisches Krisenmanagement auf beiden Seiten ein.

Exporte der OÖ-Wirtschaft machen rund 1,1 Milliarden aus

Aus wirtschaftlicher Sicht wäre der Austritt des Vereinigten Königreiches für die heimische Wirtschaft zwar verkraftbar. Allerdings würde ein ungeregelter BREXIT sehr wohl auf der Kostenseite, wenn Zölle wiedereingeführt werden müssen, als auch auf der Bürokratieseite, wenn es wieder zu Genehmigungsverfahren bei Arbeitserlaubnissen oder zu Zollanmeldungen kommt, spürbar werden. Die oberösterreichischen Exporte nach UK machen mit rund 1,1 Mrd. Euro knapp 3 Prozent des gesamten oö. Exportvolumens aus. Als Nischenplayer sind viele oö. Unternehmen quer durch alle Branchen — vom Anlagengeschäft über den Fassadenbau bis zur Logistikbranche oder im Bereich der Hotel- und Infrastrukturausstattung — gut am britischen Markt etabliert und nicht leicht substituierbar.

Massiver  Preisdruck am EU-Agrarmarkt befürchtet

„Es kann keine politisch akzeptable Lösung sein, wenn beide Partner – nämlich sowohl die EU als auch Großbritannien – aufgrund einer fehlenden politischen Übereinkunft wirtschaftlich massiv auf der Verliererseite stehen“, so LK-Präsident Franz Reisecker in einer Reaktion auf die vorerst gescheiterte EU-Austrittsvereinbarung.

Ein harter Brexit würde vor allem den Agrarhandel mit Fleisch- und Milchprodukten massiv treffen. Großbritannien hat bei Agrarprodukten und Lebensmitteln lediglich eine Selbstversorgung von etwa 60 Prozent und sei hier massiv auf Lieferungen aus dem EU-Binnenmarkt angewiesen.

 “Am verbleibenden EU-Binnenmarkt für Agrarprodukte und Lebensmittel droht damit kurzfristig ein massiver Mengen- und Preisdruck, sowie ein erheblicher Schaden für die Gesamtwirtschaft, den es nun mit allen Mitteln zu verhindern gilt“, warnt Präsident Reisecker.


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