„Negerkonglomerat“, verkauftes Wasser und Arbeiterlohn – das war die Europawahl 2014
Vor fünf Jahren und einem Tag waren die Österreicher zuletzt aufgerufen, ihre Vertreter für das EU-Parlament zu wählen. Die Eurokrise galt als überwunden und die Flüchtlingskrise stand den Österreichern noch bevor.

In den vergangenen fünf Jahren hat sich die politische Landschaft Österreichs stark verändert. Innen- und Außenpolitisch kam es zu zahlreichen prägenden Ereignissen. Wir werfen einen kurzen Blick zurück auf die Wahl 2014.
Die Spitzenkandidaten und Aufreger von 2014
Für die FPÖ lachten auch damals Harald Vilimsky und Heinz-Christian Strache von den Wahlplakaten. Vilimsky hatte zuvor Andreas Mölzer ersetzt und zog statt diesem in das Parlament des „Negerkonglomerates“ ein.
Eugen Freund ging als Spitzenkandidat der SPÖ ins Rennen und unterstrich seine enge Verbundenheit mit der Arbeiterklasse durch verblüffende Einschätzungen über den Durchschnittslohn österreichischer Arbeiter. Diesen schätzte Freund auf 3.000 Euro brutto, was ihm lang anhaltend Hohn, Spott einbrachte, dennoch erreichte er 24 Prozent.
Ulrike Lunacek konnte sich 2015 noch über Unterstützung aus dem Nationalrat freuen und posierte auf Wahlplakaten mit Eva Glawischnig. Die Grünen nutzten scheinbar jede Gelegenheit, um zu betonen, dass Lunacek Vizepräsidentin des EU-Parlaments war.
Angelika Mlinar sinnierte neben einer EU-Armee über Privatisierungen beim Wasser und im Gesundheitsbereich. Hubert Strolz holte 8 Prozent und Mlinars Sitz im Parlament.
Martin Ehrenhauser wollte „Europa anders“ machen, stand auf und bekam keinen Sitz. Auf dem Wahlzettel fanden sich damals auch das bereits bedeutungslose BZÖ und die von Ex-Dobermann Ewald Stadler geführten Reformkonservativen.
Othmar Karas kämpfte 2014 noch für die „alte, schwarze“ ÖVP, die drei Prozent abrutschte.
Zuwanderung, Kriminalität und Arbeitslosigkeit
Laut Sora waren die „bedeutendsten Themen in der Wahlauseinandersetzung ... für die ÖsterreicherInnen Zuwanderung und Integration in Europa, die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, Sicherheit und Kriminalität sowie der Erhalt von Sozialleistungen. Jeweils über 70% der Befragten gaben an, über diese Themen „eher häufig“ diskutiert zu haben.“
Wahlergebnis und Sitze
Von den aktuell zur Wahl stehenden Parteien haben es bei der EU-Wahl 2014 fünf in das EU-Parlament geschafft. ÖVP 26,98 Prozent (5 Sitze), SPÖ 24,09 Prozent (5 Sitze), FPÖ 19,72 (3 Sitze), Grüne 14,52 Prozent (3 Sitze) und Neos 8,14 Prozent (1 Sitz). Die Wahlbeteiligung lag 2014 bei 45,39 Prozent.
Neos +7,42 Prozent, FPÖ +7,01 Prozent, Grüne +4,95 Prozent, SPÖ +0,35 Prozent, ÖVP -3 Prozent, MARTIN - 17,67 Prozent.
Zeitreise-Wahlkabine
Die Wahlkabine hat die vergangenen fünf Jahre unbeschadet überstanden. Ab in die Wahlkabine 2014.


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