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Land OÖ und Energiesparverband sagen "Adieu" zur alten Ölheizung

Laura Voggeneder, 20.11.2019 17:19

OÖ. Die Ölheizung hat ausgedient. Mit der Kampagne „Adieu Öl„ forcieren Wirtschaftslandesrat Markus Achleitnerund der oö. Energiesparverband mit Geschäftsführer Gerhard Dell einmal mehr den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme. Privatpersonen, Gemeinden, Vereine, Schulen und Unternehmen sollen aktiv werden und sich für den Umstieg von Öl auf erneuerbare Energie engagieren. Der Umstieg sei leichter als gedacht, betonen die Verantwortlichen - und zu alt sei man dafür auch nie.

Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner (r.) präsentierte heute gemeinsam mit Gerhard Dell, Geschäftsführer OÖ Energiesparverband, die neue Kampagne "Ganz Oberösterreich sagt Adieu Öl – Jetzt raus mit der Ölheizung". Land OÖ / Vanessa Ehrengruber
photo_library Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner (r.) präsentierte heute gemeinsam mit Gerhard Dell, Geschäftsführer OÖ Energiesparverband, die neue Kampagne "Ganz Oberösterreich sagt Adieu Öl – Jetzt raus mit der Ölheizung". Land OÖ / Vanessa Ehrengruber

Mit drei Argumenten für den Heizungstausch werben das Land OÖ und der oö. Energiesparverband für „Adieu Öl“. Erstens: Die Ölheizung stirbt aus. „In den vergangenen zwölf Jahren ist der Verbrauch von Heizöl in OÖ von 300 auf knapp 200 Millionen Liter gesunken“, sagt Markus Achleitner. Im Neubau in OÖ ist das Heizen mit fossilem Öl bereits verboten. Seit 2005 ist die Zahl der Ölheizungen um 42.000 zurückgegangen.  Je älter ein Kessel, desto anfälliger für Reparaturen ist er.

Tausch ist nicht kompliziert

Das zweite Argument ist, dass ein Heizungstausch einfacher sei als gedacht, wie Gerhard Dell betont: „Erste Anlaufstelle ist der Energiesparverband. Wir helfen bei der Entscheidung und geben Informationen zu den Förderungen.“ Ob Wärmepumpe, Fernwärmeanschluss, Pellets- oder Hackschnitzelheizung: Die Entscheidung für ein System hänge von den Gegebenheiten im eigenen Wohnhaus ab, betont Dell. Den Tausch führt ein Heizungsfachbetrieb vor Ort durch. Ist alles gut organisiert, ist die Durchführung oft in nur wenigen Tagen erledigt.

Investition lohnt sich

„Dass der Umstieg Kosten mit sich bringt, möchte ich nicht klein reden“, sagt Dell, „aber durch die Förderungen des Landes OÖ wird einem bei der Investition unter die Arme gegriffen und die Betriebskosten eines modernen Systems sind günstiger.“ Im Vergleich zu Öl sind die Betriebskosten bei Pelletsheizungen um ein Drittel niedriger. Wer seine alte Ölheizung gegen ein System mit erneuerbarer Energie tauscht, kann sich vom Land 3.900 Euro Förderung holen. Seit Jahresbeginn hat das Land 2.632 alte Ölkessel mithilfe der Förderung ausgetauscht. „Es ist davon auszugehen, dass die Umstiegs-Förderung auf Bundesebene auch wieder kommt“, ergänzt Markus Achleitner.

Umfassende Kampagne mit Gewinnchancen

Die Informationskampagne „Adieu Öl“ lädt zum Mitmachen ein. AdieuÖl-Partnergemeinden etwa verpflichten sich dazu, drei Aktivitäten zu veranstalten, um den Ausstieg aus dem Öl zu forcieren. Das können ein Beratungstag, Veranstaltungen, Veröffentlichungen in den Gemeinde-Medien oder der Tausch von Ölheizungen in Gemeindegebäuden sein. Der Energiesparverband fördert die Partnergemeinden finanziell und inhaltlich. Ab sofort kann man sich als Partnergemeinde beim Energiesparverband anmelden.

Privatpersonen, Schulen und Vereine sind auch eingeladen, mitzumachen. Wer andere zum Umstieg motiviert, nimmt an einem Gewinnspiel teil. Es gibt diverse Wettbewerbe für Privatpersonen, Schulen, Vereine, Gemeinden, Installateure und Unternehmen. Die Gewinner der jeweiligen Preiskategorien werden bei der Energiesparmesse 2020 geehrt. Einreichen kann man Projekte unter www.adieuöl.at.

Häuser zukunftsfit machen

Eine Studie des Market Instituts zum Thema Ölheizungstausch hat gezeigt, dass 97 Prozent der Oberösterreicher bereit sind, mit erneuerbarer Energie zu heizen. Die Bereitschaft für einen Umstieg sinkt mit dem Alter. Eine Barriere sind auch die Kosten: 40 Prozent der befragten Sanierer mit bestehender Ölheizung, die nicht umsteigen wollen, geben an, dass sie nicht das nötige Geld dafür hätten. Ein Fünftel dieser Gruppe sagt, dass sie zu alt wären und sich die Investition nicht mehr lohnen würde.

Dell appelliert an Hausbesitzer, sich vom Gedanken, zu alt zu sein, nicht leiten zu lassen. „Ein Heizsystem hat eine Lebensdauer von rund 30 Jahren. Denken Sie an die Zukunft: Wenn sie das Haus vererben, wollen sie es bestimmt in einem guten Zustand übergeben - und dazu gehört auch eine gut funktionierende Heizung.“

Das stört die Ölheizungs-Besitzer

In der Market-Studie zeigte sich auch, dass 40 Prozent der Ölheizungsbesitzer, die unzufrieden mit dem System sind, vor allem mit den hohen Preisen für den Brennstoff unzufrieden seien. Der Ölpreis unterliegt Schwankungen, die oft vom politischen Geschehen in den Produktionsländern getrieben werden. 29 Prozent bemängeln die schlechte Umwelt- und Klimabilanz ihres Heizungssystems und 24 Prozent stört, dass die Ölhzeizung zu viel Platz benötige.

Anschober fordert konsequentere Maßnahmen

Auf die Präsentation der „Adieu Öl“-Kampagne reagierte Umweltlandesrat Rudi Anschober in einer Aussendung mit Lob und Kritik: „“Es ist sicherlich gut und richtig, den Ausstieg aus der Ölheizung zu bewerben und die betroffenen Konsumenten zu informieren. Alleine dies ist allerdings zu wenig. Es braucht mehr, nämlich nicht nur das Ende der Neuinstallation von Ölheizungen im Neubau - davon sind nur rund 3 Prozent der Neuinstallationen betroffen - sondern ein generelles Aus für die Neuinstallation von Ölheizungen in Oberösterreich - also etwa auch bei der Sanierung von Gebäuden“, sagt Klimaschutzlandesrat Rudi Anschober.


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