Max Hiegelsberger feiert zehnjähriges Amtsjubiläum als Landesrat
OÖ. Zehnjähriges Amts-Jubiläum feiert Max Hiegelsberger, Landesrat für Landwirtschaft, Ernährung und Gemeinden. Am 7. Oktober 2010 übernahm er diese Funktion. „Das Leben zu vereinfachen, um ihnen zu ermöglichen, ihr Potenzial voll auszuschöpfen, die eigene Gestaltungsfähigkeit der Menschen unterstützen“: So fasst Hiegelsberger das Leitmotiv seiner politischen Arbeit zusammen.

„Zehn Jahre sind fast eine Lebensspanne in Zeiten der Schnelllebigkeit“, so Landesrat Hiegelsberger. 1965 als fünftes von sechs Kindern geboren (Max Hiegelsberger hat auch eine Zwillingsschwester) war ihm die Landwirtschaft in die Wiege gelegt. 1989 übernahm der Meggenhofener den elterlichen Bauernhof, die Schweinezucht betreibt er gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth. Die Arbeit am Hof - wenn meist auch nur am Wochenende möglich - erde ihn, so Hiegelsberger.
Neben einigen politischen Funktionen in seiner Heimatgemeinde, darunter Obmann der JVP Meggenhofen (1983 bis 1990), Gemeinderat (1991 bis 2000) und das langjährige Bürgermeisteramt (2002 bis 2011) wurde Hiegelsberger im Oktober 2009 Abgeordneter zum Oö. Landtag. Am 7. Oktober 2010 schließlich wurde der verheiratete Vater dreier Söhne zum Landesrat angelobt - und übt dieses hohe politische Amt nunmehr seit zehn Jahren aus.
„Jedes politische Amt, das ich bekleidet habe, war für mich lehrreich, weil es mir die Sichtweise der betroffenen Menschen näher gebracht hat“, ist Hiegelsberger sicher.
„Das Leben vereinfachen“
Das Leitmotiv für seine politische Arbeit beschreibt Hiegelsberger so: „Eindeutig, das Leben zu vereinfachen. Grade im Agrarbereich geht es auch stark um Vereinfachungen. Das sehen wir im Bürokratiebereich und in den Möglichkeiten der Antragsstellung, das sieht man aber auch in der Umsetzungsmöglichkeit, das heißt, dass die Rahmen so gestaltet werden, dass selbstständiges autonomes Arbeiten nicht behindert und erschwert wird, sowohl im Gemeinde- als auch im Agrarbereich. Die eigene Gestaltungsfähigkeit der Menschen unterstützen, das ist mein Ziel.“
Gerade diese Gestaltungsmöglichkeit sei sein Lieblingsaspekt an der Arbeit als Landesrat. „Wenn man über ein Budget die Hand hat, dann hat man die Möglichkeit, zu gestalten. Auch wenn viel festgelegt ist, hat man trotzdem die Möglichkeit, den Finger dort in die Wunden zu legen, wo man denkt, da gibt es einen Handlungsbedarf.“
Politiker und Landwirt: „Eine sehr gute Verbindung“
Aktiv in zwei Berufsfeldern, als Politiker und Landwirt, kann Hiegelsberger beides sehr gut verknüpfen, wie er sagt: „Ich glaube, dass das eine sehr gute Verbindung ist, denn in der Landwirtschaft hat man gelernt, dass man in längeren Zeiträumen denkt. Das ist in der Politik nicht immer das Maß der Dinge und trotzdem: Gerade im Agrar- und Gemeindebereich sehe ich, dass das Denken in Perioden zu kurz ist. Man muss schauen, dass man langfristige Systeme absichert und da sind wir im Gemeindebereich über die Gemeindefinanzierung Neu auf einem sehr guten Weg. Da sind wir auch im Bereich der Landwirtschaft über die Absicherung der Programme und der gemeinsamen Finanzierung in Europa auf einem sehr guten Weg.“
Herausragende Projekte und Entwicklungen in zehn Jahren Landesrat
Eines der herausragendsten Projekte in seiner Amtszeit bisher: „Im Gemeindebereich war es garantiert damals die Einführung des Kommunal-Benchmarkings für die Gemeinden. Denn als Bürgermeister war es mir auch schon wichtig, nicht nur zu wissen wie steht meine Gemeinde da, sondern zu wissen wie steht meine Gemeinde im Vergleich zu anderen gleichgelagerten da. Das hat dann dazu geführt, dass die Gemeindefinanzierung Neu auf dem Weg gebracht wurde“, so Hiegelsberger. „Wir haben in den letzten Jahren gemeinsam ein transparentes und nachvollziehbares Modell der Transferströme zwischen Gemeinden und Land etabliert“, dankt Hiegelsberger auch den Bürgermeistern. „Auf dieser Basis können die Gemeinden vorausschauend planen und auch große Projekte umsetzen.“
„Im Bereich des Agrarsystems kann man sagen, ist uns mit den Rahmenbedingungen die wir in Oberösterreich geschaffen haben, auch über das Landesprogramm, gelungen, dass wir inzwischen das tierhaltungsstärkste Bundesland sind. Und das kann man jetzt vielleicht aus der gesellschaftspolitischen Betrachtung als negativ empfinden, auf die Art: 'Warum haben wir so viele Stallungen und andere Bundesländer nicht?' Wenn wir aber die Struktur in Oberösterreich betrachten in der Landwirtschaft, dann hat das damit zu tun, dass wir sehr geringe Flächenaufstockungen im Bundesvergleich haben. Wenn es da gelingt, über Tierhaltung ein ausreichendes Einkommen oder einen wichtigen Teil des Einkommens zu erzielen, dann ist das ein Meilenstein. Das heißt, dass die Rahmenbedingungen so geschaffen sind, dass Tierhaltung bäuerliches Einkommen schaffen kann und das wird auch eine der spannendsten Herausforderung in der Gesellschaft.“
In Oö werden mittlerweile 40 Prozent des Schweinefleisches und rund ein Drittel der Milch für Österreich produziert.
Bildung im Agrarbereich
Zudem streicht Hiegelsberger die Tierschutzversicherung für die bäuerlichen Betriebe hervor, sowie die Möglichkeit zur Weideschlachtung. Zentrale Anliegen waren auch die Weiterentwicklung der landwirtschaftlichen Schulen zu Agrarbildungszentren und die Etablierung der Agrar-Fachhochschule in Wels. „Die Herausforderungen für unsere zukünftigen Betriebsführer werden nicht kleiner, gleichzeitig bieten sich auch neue Chancen, vor allem durch die Hinwendung zur Regionalität.“
Kommende Herausforderungen
„Bis 2030 wird die Landwirtschaft ganz anders aussehen, auch mit dem Klimawandel“, so der Landesrat. Zentrale Anliegen für Hiegelsberger sind in nächster Zeit, die Wertschätzung für die Landwirtschaft in Wertschöpfung umzulegen. Die Herkunftskennzeichnung müsse zudem ausgeweitet werden. „Es braucht eine Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel in verarbeiteten Lebensmitteln, um den Konsumenten wirkliche Entscheidungsfreiheit zu bieten.“ Als nächsten Schritt müsse die Kennzeichnung auch auf Gemeinschaftsverpflegung und Gastro ausgeweitet werden - eine Grundvoraussetzung für den Erhalt der kleinstrukturierten bäuerlichen Familienbetriebe, ist Max Hiegelsberger sicher.


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