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LINZ. Bereits zum siebten Mal fand gestern die Nuclear Energy Conference als internationale Leitveranstaltung der Antiatom-Offensive des Landes OÖ statt. Dies nicht wie üblich abwechselnd in Prag oder Linz, sondern von den tschechischen Antiatom-NGOs aufgrund der sich verschärfenden Corona-Lage als Videokonferenz veranstaltet. Eröffnet wurde die Konferenz erstmals von Landesrat Stefan Kaineder.

Klimalandesrat Stefan Kaineder eröffnete erstmals die Nuclear Energy Conference. (Foto: Land OÖ/Werner Dedl)

Die Folgen der Klimakrise werden immer spür- und sichtbarer. Immer wieder wird von Vertretern der Atomlobby ins Spiel gebracht, dass eine Reduktion des CO2-Ausstoßes nur mit Atomkraft möglich sei. Auch der Ausbau des AKW Dukovany wird von der tschechischen Regierung als Klimaschutz-Strategie im Energiebereich bezeichnet. Die Experten setzten sich aus diesen Gründen auf der Konferenz mit Fragen auseinander wie „Ist die Atomkraft zu teuer, um einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten?“, „Wie beeinflusst die Klimaerwärmung den Betrieb von AKWs?“ oder „Wie kann der Energiebedarf nach Atom- und Kohleausstieg gedeckt werden?“.

„Von der Atomlobby wird immer wieder versucht, Atomkraft als Option für eine klimafreundliche Energieversorgung darzustellen. Neue Investitionen in die Atomkraft sind ein schwerer Schaden für den Klimaschutz – sie ist zu teuer, zu langsam und zu gefährlich. Auch kommen mit der Endlagerung die realen Kosten dieser Technologie erst am Ende zum Vorschein. Aus diesem Grund müssen wir weiterhin vehement für einen europaweiten Atomausstieg eintreten“, betont Landesrat Stefan Kaineder.

Kosten für Atomkraft um 26 Prozent gestiegen

Landesrat Stefan Kaineder verwies zur Eröffnung der Konferenz auf die aktuellen Zahlen zum globalen Ausbau von Atomkraft und Erneuerbaren Energien. Im Vorjahr wurde laut World Nuclear Industry Status Report 2020 weltweit eine Leistung von 184 Gigawatt an Erneuerbaren installiert. Der Atomkraftausbau ist dagegen mit 2,4 Gigawatt verschwindend gering. Im globalen Strommix hatten die Erneuerbaren damit erstmals in der Geschichte mit 10,39 Prozent einen höheren Anteil als die Atomkraft (10,35 Prozent). Dieser knappe Vorsprung dürfte sich in den kommenden Jahren erheblich steigern, wie ein Blick auf die Kostensituation darlegt: die Stromgestehungskosten für große Solaranlagen sind in 10 Jahren um 89 Prozent gesunken, die der Windkraft um 70 Prozent - im Vergleich stiegen die Kosten der Atomkraft um 26 Prozent.


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