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LINZ/OÖ. Erika Zelko übernimmt mit 1. Oktober 2021 den Lehrstuhl für Allgemeinmedizin an der Johannes Kepler Universität Linz. Das neue Institut für Allgemeinmedizin an der Medizinischen Fakultät der JKU Linz wird die Brücke zwischen der klinischen wissenschaftlichen Medizin und der ambulanten hausärztlichen Tätigkeit bilden.

  1 / 2   V.li.: Peter Niedermoser, Präsident der Ärztekammer OÖ, Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander, Erika Zelko, designierte Lehrstuhlinhaberin für Allgemeinmedizin an der JKU, Elgin Drda, Vizerektorin für Medizin, Johannes Kepler Universität Linz, Meinhard Lukas, Rektor Johannes Kepler Universität Linz; (Foto: JKU)

Die Allgemeinmedizin als lehrintensives Fach der Medizin ist eine markante Säule im Medizinstudium an der JKU. Auch um dem Ärztenmangel im niedergelassenen Bereich entgegenzuwirken, sollen junge Menschen bereits sehr früh im Studium an das Fach Allgemeinmedizin herangeführt und dafür begeistert werden.

„Mit unserem Fokus auf Allgemeinmedizin übernehmen wir als JKU auch gesellschaftliche Verantwortung. Ein Ziel der Medizinischen Fakultät war und ist, die Versorgungslage in Österreich zu verbessern. Die Errichtung eines eigenen Lehrstuhls für Allgemeinmedizin bedeutet auch eine akademische Anerkennung des Fachs. Mit Erika Zelko konnten wir eine Expertin gewinnen, die ihre wertvollen Erfahrungen aus Slowenien einbringen wird. Einem Land, in dem dieses Fach bereits seit Jahren besondere Bedeutung hat“, freut sich JKU Rektor Meinhard Lukas.      

„An unserer Medizinischen Fakultät ist für die Studierenden intensiver Kontakt zur Allgemeinmedizin fix im Lehrplan verankert. Dieser Kontakt zur Allgemeinmedizin wird durch die Besetzung des Lehrstuhls nun noch verstärkt. Insgesamt wird sich dieses Maßnahmenbündel positiv auf die Versorgungssituation auswirken und die ländliche Hausärzteversorgung verbessern“, so LH-Stellvertreterin und Gesundheitsreferentin Christine Haberlander.

Herausforderung Ärztemangel

Der Lehrstuhl soll auch dem Mangel an Allgemeinmedizinern entgegenwirken. In Oberösterreich gibt es (Stand: 1.7.2021) 29 unbesetzte Kassenstellen, mit Kinderärzten sogar 43 – besonders besorgniserregend sind die Zahlen in Linz (7 unbesetzte Stellen) und in Vöcklabruck (8 unbesetzte Stellen). Die anstehende Pensionierungswelle wird die Situation in den nächsten Jahren noch verschärfen.

„Die Allgemeinmedizin ist die ärztliche Grundversorgung im Land. Da ist es wichtig, dass sich diese Tatsache bereits an der Universität und in der Ausbildung der angehenden Medizinerinnen und Mediziner abbildet. Gerade vor dem Hintergrund des Ärztemangels ist die Bedeutung des Lehrstuhls sehr groß und überaus positiv zu sehen“, betont Peter Niedermoser, Präsident der Ärztekammer für Oberösterreich. 

Schwerpunkt Allgemeinmedizin im Medizinstudium an der JKU

Den Herausforderungen, die sich durch den erhöhten Mediziner*innenbedarf ergeben, stellt sich die Medizinische Fakultät in der Lehre.Mit mehr als 50 niedergelassenen Allgemeinmedizinern, die theoretisches Wissen und praktische Fähigkeiten vermitteln, wurden Lektorenverträge abgeschlossen.

 „Unsere Studierenden haben die Möglichkeit sowohl ihre Bachelorarbeit als auch ihre Masterarbeit im Bereich Allgemeinmedizin zu verfassen. Darüber hinaus hat die JKU 67 Lehrordinationsverträge mit Allgemeinmedizinern in OÖ abgeschlossen. Dort können die Studierenden Aufgaben und Tätigkeiten in einer Ordination hautnah miterleben. Bereits in den ersten beiden Wochen des ersten Semesters absolvieren die Studierenden ein verpflichtendes Ordinationspraktikum in einer allgemeinmedizinischen Praxis. Im Rahmen der Pflichtfamulatur können bis zu vier Wochen an einer allgemeinmedizinischen Ordination durchgeführt werden. Zusätzlich können weitere je 4 Wochen Famulatur (insgesamt 8 Wochen) als freie Studienleistung absolviert werden“, erklärt Elgin Drda, Vizerektorin für Medizin an der Johannes Kepler Universität Linz. 

„Junge Menschen begeistern“

„Die Allgemeinmediziner fungieren hierbei für die Patienten als Navigator und „Gatekeeper“ im Gesundheitssystem. Als Erstkontakt beurteilen sie den Behandlungsbedarf und steuern eine Weiterbehandlung bei anderen Fachärzten oder in Krankenhäusern“, erklärt Erika Zelko. 

Um dem Ärztemangel und damit einer drohenden Unterversorgung zu begegnen, bedarf es vielerlei Maßnahmen. „Der Grundstein muss bereits in der Ausbildung angehender Mediziner*innen gelegt werden. Das Berufsbild der ,Landärzte‘, die in der Regel Allgemeinmediziner*innen sind, muss attraktiver gestaltet werden. Junge Menschen sollen bereits im Studium an das Fach herangeführt und dafür begeistert werden“, so Zelko.

Zur Person:

Assist.Prof. Dr. Erika Zelko ist gebürtige Slowenin. Sie ist seit 25 Jahren Ärztin und lehrt seit 16 Jahren Allgemeinmedizin an der Medizinischen Fakultät in Maribor. Dort leitete sie zudem die Forschungsgruppe der Abteilung für Allgemeinmedizin. Darüber hinaus engagiert sich Dr. Zelko in verschiedenen Komitees und Organisationen für den Bereich Allgemeinmedizin.


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