Eva Schobesberger: „Man muss die Stadt den Menschen zurückgeben“
LINZ. Künftige Begrünungs-Großprojekte, nötige Linzer Schritte gegen die Teuerungs-Welle und das gestiegene Aggressionspotential der Menschen gegenüber der Politik sind drei der Themen, die die Linzer Umweltstadträtin Eva Schobesberger (Grüne) im Tips-Sommergespräch beschäftigen.

Linz durchlebt gerade – nicht zum ersten Mal – einen heißen Stadtsommer. Nicht zuletzt durch die im Vorjahr erstellte Stadtklimakarte, die erstmals grafisch dringend nötige Frischluftschneisen und Grüngürtel ausweist, kann man in der Landeshauptstadt nun künftige Maßnahmen gegen die Hitze gezielt setzen, wie Klimastadträtin Eva Schobesberger betont: „Wir wissen seither um Areale, die wir unbedingt freihalten müssen. Auch jetzt noch Infrastruktur für Autos zu bauen, ist daher vollkommen falsch.“
Auch wenn – wie von Schobesberger kritisiert – weiter an der Umsetzung und Finanzierung von Projekten wie dem Linzer Westring festgehalten wird, sieht Eva Schobesberger die Stadt in den Klimaschutzbemühungen um einige Schritte weiter als etwa noch im Vorjahr: „Wir haben schon dazugelernt im vergangenen Jahr, auch das Bewusstsein der Bevölkerung dafür ist gestiegen, die Themen werden erstmals breit diskutiert und nicht mehr weggeschoben.“
Jedes Jahr ein Begrünungs-Großprojekt
Bestes Beispiel sind etwa die 50 neuen Bäume, die ab Herbst im Linzer Rathausviertel gepflanzt werden. Jedes Jahr soll künftig ein solches Groß-Projekt zur Begrünung umgesetzt werden. „Ich weiß, dass stadtklimatologisch sicher das Neustadtviertel dafür geeigneter gewesen wäre, aber für das Rathausviertel gab es schon fortgeschrittene Planungen, darum stehe ich zu 100 Prozent hinter dem gewählten Startprojekt. Je mehr Positiv-Beispiele wir künftig umsetzen, desto besser wird auch zu argumentieren sein, dass man künftig auch Parkplätze für Bäume auflässt. Man muss die Stadt einfach den Menschen zurückgeben und nicht den Autos überlassen.“
Stadtregierungs-Klausur zuTeuerungs-Maßnahmen
Neben Klimaschutz und Corona beschäftigt auch die Teuerungs-Welle die Bevölkerung. „Als Stadt sollten wir uns schon auch Gedanken darüber machen müssen“, weiß Eva Schobesberger und schlägt vor, bei einer Stadtsenats-Klausur darüber nachzudenken, wie Anti-Teuerungsmaßnahmen aussehen könnten. „So wie wir für Corona den Pakt für Linz schnürten, der viel bewirkt hat, könnte ich mir das im Herbst noch einmal vorstellen. Aber was dazu unbedingt passieren muss, ist, dass auch das Land Oberösterreich ein Anti-Teuerungspaket einführt. Wir sind das einzige Bundesland, wo es ein solches noch nicht gibt. Ich sehe hier alle Ebenen gefordert und der Bund hat schon einiges geliefert oder es wird auch noch viel diskutiert.“
Aggressionspotential steigt
In der Vorwoche begann mit dem Besuch von Alexander Van der Bellen auch der Wahlkampf für die Bundespräsidentschaftswahl in Linz: „Ich bin überzeugt davon, dass wir Van der Bellen genau jetzt dringend brauchen mit seiner Klugheit und Besonnenheit. Das Aggressionspotential der Menschen ist gerade sehr hoch, da brauchen wir nicht noch jemanden, der zusätzlich aufstachelt“, betont Schobesberger


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