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OÖ/BRÜSSEL/ANTWERPEN. Studien besagen, dass Europa über eine Eigenproduktion von 50 Prozent erneuerbarer Energien nicht hinauskommen wird. Der Rest muss importiert werden, wenn man 2050 klimaneutral sein will. Ein wichtiger Energielieferant der Zukunft soll für Oberösterreich der Hafen Antwerpen in Belgien werden.

  1 / 3   LR Markus Achleitner (l.) und LR Günther Steinkellner bei CMB.Tech. Die Firma hat für ihre Wasserstoff-Tankstelle in Antwerpen den Energy Globe Award gewonnen. (Foto: Land OÖ/Grilnberger)

Der zweitgrößte Hafen Europas sieht sich in einer Schlüsselrolle für den Import, die lokale Produktion, die Verarbeitung und den Transport von grünem Wasserstoff und Derivaten wie Methanol und Ammoniak ins europäische Hinterland. Gemeinsam mit einer oö. Delegation machten sich Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) und Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) vor Ort ein Bild.

„Antwerpen hat eindrucksvoll dargelegt, dass sie der europäische Hafen für Erneuerbare-Energie-Importe werden wollen, an den wir uns als Industriestandort anbinden müssen“, sind sich Achleitner und Steinkellner einig. Schon jetzt verkehrt täglich ein Zug mit Rohstoffen zwischen Linz und Antwerpen. Das soll mehr werden. „Ich bin überzeugt, dass wir in 20 Jahren erneuerbare Energie von Antwerpen geliefert bekommen“, betont Achleitner.

Ohne Wasserstoff geht's nicht

Einen bedeutenden Eckpfeiler hin zu einem nachhaltigen CO2-neutralen Energiesystem stellt Wasserstoff dar. Das unterstrichen auch Besuche beispielsweise bei der CMB.Tech in Antwerpen, Gewinner des belgischen Energy Globe Awards, oder DAF Trucks in Westerlo.

„Wasserstoff ist der Schlüssel der Energiewende“, weiß man auch in OÖ. Hier entfallen rund 40 Prozent des Endenergieverbrauchs auf den produzierenden Sektor. Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen ist daher für den Standort ein wichtiges Potenzial, um dort fossile Energieträger zu ersetzen. Deshalb wurde bereits vor einem Jahr die Wasserstoffoffensive gestartet. Mittlerweile sei das Netzwerk auf über 60 Firmen und Forschungseinrichtungen angewachsen, die Projekte im Ausmaß von einer halben Milliarde Euro in Umsetzung haben, so Achleitner.

Um das Wissen rund um Wasserstoff weiter voranzutreiben, ist das Energieinstitut an der JKU Linz im Rahmen der Reise offiziell dem Wasserstoffforschungsverband Hydrogen Europe Research mit Sitz in Brüssel beigetreten.

Besuch beim Fahrzeuglogistiker Hödlmayr

Bei der Energie-, Mobilität- und Logistikreise durfte auch ein Abstecher beim Fahrzeuglogistiker Hödlmayr nicht fehlen.

1954 in Schwertberg gegründet, folgte 1990 die Niederlassung in Tongeren/Belgien. Der Fahrzeuglogistiker hat auf 132.000 Quadratmetern Platz für rund 5.200 Fahrzeuge, über 90 Prozent der Stellplätze sind belegt. In Tongeren wurde 2011 auch die erste Photovoltaikanlage auf Hödlmayr-Grund errichtet, einer der größten Solarparks in Belgien. Mit 21.500 Solarpaneelen wird nicht nur der eigene Energiebedarf, sondern auch der von rund 1.200 Haushalten gedeckt. Praktischer Nebeneffekt: Die Paneele schützen die Autos vor Hagel und Co. Für die Zukunft ist eine Aufstockung der Solarpaneele geplant sowie zusätzlich die Installation von Windrädern.


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