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Erstes Linzer LGBTIQ*-Forum startet: "Unser Ziel muss sein, dass es keine Diskriminierung von und Gewalt gegen queere Personen in Linz gibt"

Anna Fessler, 11.04.2024 17:28

LINZ. Im Neuen Linzer Rathaus findet heute, 11. April 2024, das erste LGBTIQ*-Forum statt. Tips war vor Ort und hat sich einen Eindruck vom neuen Format verschafft und mit Vizebürgermeisterin Tina Blöchl gesprochen, die in der Stadt für LGBTIQ*-Agenden zuständig ist.

  1 / 2   Tips war beim ersten LGBTIQ*Forum im Festsaal des Alten Rathauses und hat mit LGBTIQ*-Referentin Tina Blöchl gesprochen. (Foto: Tips/af)

Die Plätze im Festsaal des Neuen Rathauses sind gut gefüllt, mit interessierten Bürgern, Vertretern verschiedener LGBTIQ*-relevanter Organisationen und den Zuständigen aus der Politik. Die Buchhandlung Alex hat einen Stand mit Literatur zum Thema aufgebaut, Organisationen wie die Homosexuelle Initiative Linz, das Regenbogenpastoral der Diözese oder die YOUnion sind mit Infoständen vertreten. Auf politischer Seite bzw. im Magistrat kümmern sich Frauenstadträtin Eva Schobesberger (Grüne), LGBTIQ*-Koordinatorin Patricia Kurz-Khattab und Vizebürgermeisterin Tina Blöchl um queere Anliegen, auch sie sind alle beim Forum dabei.

„Geisteshaltung muss sich verändern“

LGBTIQ*-Referentin Tina Blöchl sagt im Gespräch mit Tips kurz vor ihrer Eröffnungsansprache: „Wir wissen aus unserer Befragung, dass sich queere Personen in Linz grundsätzlich wohlfühlen, aber wir wissen auch, dass der Großteil bereits von Diskriminierung betroffen war, manche sogar von Gewalt. Unser Ziel muss sein – und das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – dass sich die Geisteshaltung soweit verändert, dass es die Diskriminierung von und Gewalt gegen queere Personen in Linz nicht mehr gibt. Mein Ziel als zuständige Referentin und Vizebürgermeisterin ist, dass Linz ein Ort wird, wo Menschen respektvoll miteinander umgehen, wo wir Berührungsängste abbauen und wechselseitiges Verständnis für einander schaffen.“

Wissensvermittlung und Austausch

Das neue Forum soll konkret dazu dienen, Wissen zu transportieren und Aufklärung zu leisten, was auch eine der Grundlagen im Linzer LGBTIQ*-Konzept ist. Es sei ein wichtiges Statement für die Community, auch wenn es im entsprechenden Ressort noch einiges zu tun gebe, sagt Blöchl bei der offiziellen Begrüßung. Am Programm stehen heute drei Vorträge mit anschließender Diskussion und Gelegenheit zum weiteren Austausch. Der Rechtswissenschafter Nikolaus Benke liefert einen Input-Vortrag zum Thema Diskriminierungsschutz des Rechts und den Fragen „Was deckt er ab und was ist offen?“. Im Zusammenhang mit Diskriminierung gebe es noch weiße Flecken im Gesetz, hier herrsche Aufholbedarf, „darauf wird heute eingegangen“, so Blöchl.

Diskussionen zu Transidentität, Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung auf die sachliche Ebene holen

Ihr sei es wichtig, Experten einzuladen und Diskussionen, die häufig polemisch geführt würden, auf sachlicher Ebene zu diskutieren. Aus diesem Grund wurden als Vortragende Fachleute und Wissenschafter eingeladen, Miriam Mottl, Fachärztin für Gynäkologie und Sexualmedizin spricht aus medizinischer Perspektive über die Herausforderungen und Möglichkeiten, die sich in der Anerkennung und Unterstützung der vielfältigen sexuellen Ausdrucksformen ergeben. Der Psychotherapeut, Schauspieler und Kulturwissenschaftler Karl Sibelius untersucht in seinem Vortrag die historischen Wurzeln und die gesellschaftliche Bedeutung der Transidentität und widerlegt die Vorstellung als Trend.

Neue Veranstaltungsreihe: Rainbow Reflections

Die Veranstaltung dient laut Blöchl auch dazu, das Ressort, die Koordinationstelle, die Vereine und Organisationen und interessierte Bürger besser zu vernetzen und Informationen zugänglich zu machen. Im April steht noch eine weitere neue Veranstaltungsreihe an: die „Rainbow Reflections“, die an für die Community relevanten Gedenk- und Feiertagen stattfinden. „An diesen Tagen werden wir in Linz in der Stadtoase am Hauptplatz einen Treffpunkt schaffen und die zugrundeliegenden Themen diskutieren und Sichtbarkeit dafür schaffen“, erklärt die Vizebürgermeisterin. Der erste Termin wird am 26. April, am „Day of Lesbian Visibility“ von 14 bis 18 Uhr stattfinden, die Reihe schließt mit einer Mahnwache am 20. November am Transgender Rememberance Day, bei der auf die anhaltende Gewalt gegen Transgender-Personen aufmerksam gemacht wird.

Im Herbst eröffnet dann das neue LGBTIQ*-Kompetenzzentrum in der Weissenwolfstraße. Es wird das erste seiner Art in Österreich sein und soll als neutrale Erstanlaufstelle dienen.


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