Linz als Rainbow City: Städtisches Ressort zieht Bilanz
LINZ. Den nahenden Jahreswechsel nutzen viele, um Bilanz zu ziehen. So auch die für LGBTIQ+*-Themen zuständige Stadträtin Tina Blöchl mit einem Überblick über die Maßnahmen, die für die queere Community gesetzt wurden.

Als Grundlage für Angebote für die Linzer LGBTIQ+*-Community diente eine umfassende Umfrage der Stadt Linz. Die Ergebnisse wurden heuer in einem Bericht veröffentlicht. Ebenfalls startete in diesem Jahr ein wissenschaftliches Projekt zur historischen Aufarbeitung der queeren Geschichte. Der Fokus liegt dabei auf Personen, die vom NS-Regime als homosexuell verfolgt wurden, womit eine Lücke in der Erforschung der Linzer Stadtgeschichte geschlossen wird. Die Ergebnisse sollen bis 2026 in einem Sammelband veröffentlicht werden.
Queere Stadtführungen und Eröffnung des Kompetenzzentrums
Im Sommer gab es Queere Stadtführungen, die allen Interessierten Linz als Regenbogenstadt vorstellte. 2024 wurde zudem das österreichweit erste LGBTIQ+*-Kompetenzzentrum in Linz eröffnet. Dort erhalten queere Personen und Angehörige kostenlose Beratung und Unterstützung. Generell will die Stadt Linz mit Informationsangeboten das Bewusstsein für die Vielfalt der Familienmodelle schärfen.
„Der Anteil von LGBTIQ*-Personen an der Bevölkerung wird auf circa 10 Prozent der Bevölkerung geschätzt. Vor diesem Hintergrund möchten wir mit zusätzlichen Unterstützungsangeboten und neuen Veranstaltungsformaten das Bewusstsein für diese gesellschaftliche Realität schärfen und dadurch Diskriminierung und Gewalt reduzieren.“, so LGBTIQ+*-Stadträtin Tina Blöchl.
Veranstaltungen und Sichtbarkeit im öffentlichen Raum
So sensibilisierten Organisationen im Zuge der Veranstaltungsreihe „Rainbow Reflections“ gemeinsam mit dem LGBTIQ* Ressort an sieben internationalen Gedenk- und Jahrestagen auf queere Themen. Am internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT) beflaggt die Stadt Linz öffentliche Gebäude mit Regenbogenfahnen. Im Pride-Monat Juni werden seit diesem Jahr neben den Rathäusern auch alle Volkshäuser mit Regenbogenfahnen beflaggt. An stark frequentierten Standorten symbolisieren Regenbogenbänke und -zebrastreifen, dass Linz eine „Rainbow City“ ist und sich damit zur Antidiskriminierung von LGBTIQ-Personen bekennt.
Ein jährlicher Höhepunkt im queeren Kalender ist die linzpride, so auch 2024, die von der Stadt Linz unterstützt wird. Der Veranstalter HOSI Linz organisierte dieses Jahr zusätzlich ein breites Rahmenprogramm. Neu geschaffen wurde heuer das LGBTIQ+*-Forum zur Vernetzung von Experten, Aktivisten und interessierten Bürgern.
Förderung queerer Kulturprojekte
Unter dem Motto „Kultur verbindet“ förderte Linz 2024 gezielt queere Kulturprojekte. Mit QueerLesen präsentierte die Stadt queere Literaturschaffende und das Angebot queerer Werke im Linzer Wissensturm. Mit Lesungen, Buchvorstellungen und Gesprächen wurde zu einem offenen Dialog eingeladen und die Sichtbarkeit queerer Autoren gefördert. Beim International Short Film Festival wurden auch Geschichten der LGBTIQ+*-Community erzählt. In Kooperation mit dem Frauen- und dem LGBTIQ+*- Ressort wurde wieder ein Queer & feministischer Tag organisiert, der sich speziell den Themen Frauen- und LGBTQ+*-Rechten widmete.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden