Schach ist eine Leidenschaft geworden
LITSCHAU. Die 15-jährige Sara Buchmayer ist die amtierende niederösterreichische Schach-Landesmeisterin in der Kategorie U16. Tips traf sich mit der begeisterten und ehrgeizigen Schachspielerin zum Interview.
von ERICH SCHACHERL

Tips:Gratulation zu deinem Sieg bei der Landesmeisterschaft zu Jahresbeginn in St. Peter in der Au (Mostviertel). Wie war das Turnier für dich?
Sara: Danke. Am Anfang ist es mir schon etwas schwer gefallen, weil ich starke Gegner hatte. Deshalb habe ich mir während des Turniers neue Strategien überlegen müssen. Ich hatte an den drei Tagen insgesamt sechs Spiele, davon habe ich drei gewonnen, ein Remis gespielt und zwei Partien verloren. Weil ich das einzige Mädchen dort war, spielte ich nur gegen männliche Gegner. Außerdem nicht nur in der Kategorie U16, sondern auch in der Kategorie U18, weil ich derzeit das einzige Mädchen aus dem Waldviertel bin. Schließlich habe ich mich sehr gefreut, dass ich das geschafft habe.
Tips:Wann hast du begonnen, dich für Schach zu interessieren?
Sara: Ich habe in der ersten Klasse Hauptschule angefangen, Schach zu spielen. Mir hat das Spiel von Anfang an Spaß gemacht. Ich hab“ mir gedacht, das ist super, da kann ich mich gut konzentrieren, da kann ich wirklich ganz alleine entscheiden, was ich spielen will. Ich konnte alleine Züge machen, musste eine eigene Strategie aufbauen. Je länger ich gespielt habe umso mehr hat es mir getaugt. Schach ist eine richtige Leidenschaft geworden.
Tips:Wie ist es dazu gekommen?
Sara: Ich konnte mir am Beginn der Hauptschule Freigegenstände aussuchen, zum Beispiel darstellendes Spiel, Chorsingen und eben auch Schach. Dafür habe ich mich dann angemeldet.
Tips:Du hast außer der diesjährigen Landesmeisterschaft schon andere Bewerbe gespielt. Welche waren das?
Sara: Voriges Jahr bin ich Schülermeisterin von Niederösterreich geworden. 2014 war ich mit zwei anderen Mädchen aus dem Waldviertel in Graz bei der Mädchen-Staatsmeisterschaft dabei.
Tips:Was war deine erste Meisterschaft?
Sara: Das war die Schülermeisterschaft im Jahr 2011. Das weiß ich noch gut, denn damals habe ich meine ersten Elos (= Wertungszahl, die Spielstärke definiert) gekriegt. Von fünf Partien habe ich drei gewonnen und zwei verloren.
Tips:Wieviel Elos hast du derzeit?
Sara: So ungefähr 1050.
Tips:Hast du ein Vorbild?
Sara: Stefan Wagner ist mein Vorbild. Er ist aus Wien, spielt aber die meiste Zeit bei uns im Klub. Er hat schon viel erreicht.
Tips:Du spielst bei einem Schachklub?
Sara: Ja, seit der zweiten Klasse Hauptschule spiele ich beim Schachklub Litschau-Eisgarn. Einen Tag in der Woche treffen wir uns, meistens in einem Kaffeehaus. Da spiele ich nur mit Erwachsenen, die haben schon mehr Erfahrung, da lerne ich sehr viel. Mit Erwachsenen zu spielen finde ich interessanter als zum Beispiel mit Gleichaltrigen, weil sie mehr wissen, mehr nachdenken, sich mehr Zeit lassen und stärkere Züge spielen. Ich spiele am liebsten Partien, bei denen ich eineinhalb bis zwei Stunden Bedenkzeit habe, also richtig lange Partien. Das ist intensive Kopfarbeit, da habe ich am Ende manchmal sogar Kopfschmerzen vom vielen Nachdenken.
Tips:Wie übst beziehungsweise trainierst du sonst?
Sara: Mehrmals in der Woche setze ich mich zu Hause hin und übe, entweder mit dem Schachbrett oder mit dem Handy, da habe ich eine App, oder ich spiele auch online gegen echte Spieler.
Tips:Was sind deine Ziele im heurigen Jahr?
Sara: Ich will die Staatsmeisterschaft (März 2016) gut rüberbringen, also gewinnen. Danach trainiere ich auf die Europameisterschaft (Herbst 2016), da darf ich dann nach England fahren.
Tips:Alles Gute und Danke für das Gespräch.


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